Achtung:
Diese Rezension bezieht sich auf die "Heinz-Rühmann-Edition" mit 3 DVDs = GRÜNE-DVD-BOX!!!
In dieser Box sind folgende DVDs enthalten:
1. Hurra, ich bin Papa ( D 1939 )
2. Dr. med. Hiob Prätorius ( D 1965 )
3. Hokuspokus, oder wie lasse ich meinen Mann verschwinden ( D 1966 )
Zum Inhalt:
1. Hurra, ich bin Papa ( D 1939 )
Peter (Heinz Rühmann) ist seit Jahren Student und genießt sein freies Leben in vollen Zügen. Er denkt gar nicht daran, sein frohes Nichtstun gegen einen geregelten Arbeitsalltag einzutauschen. Doch eines Abends liegt in seinem Bett ein kleiner Junge. Hänschen sei Peters uneheliches Kind, schreibt die Mutter (Carola Höhn) in einem Brief, den der Kleine bei sich hat. Von nun an soll sich Peter um ihn kümmern. Die plötzliche Vaterschaft verändert den Langzeitstudenten grundlegend. Er sorgt sich rührend um seinen Sohn und bereitet sich fleißig auf seinen Studienabschluß vor. Alles wäre perfekt, wenn Peter sich nur daran erinnern könnte, wer die Mutter des Kleinen ist! ( Quelle: Wikipedia )
2. Dr. med. Hiob Prätorius ( D 1965 )
Verzweifelt sucht die hübsche Violetta (Liselotte Pulver) Rat beim angesehenen Arzt und Hochschuldozenten Dr. Hiob Prätorius (Heinz Rühmann). Gerade hat sie sich von ihrem Freund getrennt, fürchtet aber, vom diesem schwanger zu sein. Prätorius untersucht sie und bestätigt ihren Verdacht, beschwört die junge Frau jedoch, das Kind zu behalten. Kurz nach Verlassen der Klinik hat Violetta einen Unfall, der verdächtig nach Selbstmordversuch aussieht. Prätorius kümmert sich persönlich um die Patientin und schenkt ihr nicht nur neuen Lebensmut, sondern auch seine Liebe. Doch das Glück des allseits beliebten Arztes erregt den Neid seines Kollegen Dr. Speiter. Dieser veranlasst gegen Dr. Prätorius ein Standesgericht der Universität, denn Prätorius hat ein dunkles Geheimnis..... ( Quelle: Wikipedia )
3. Hokuspokus, oder wie lasse ich meinen Mann verschwinden ( D 1966 )
Die junge Witwe Agda (Liselotte Pulver) steht vor Gericht, weil sie ihren Mann Hilmar, einen erfolglosen Maler, während einer Bootstour heimtückisch ermordet haben soll. Hilmars Gemälde sind nun plötzlich gefragter denn je. Alle Indizien sprechen gegen Agda und ihr Verteidiger legt schon am Vorabend der Verhandlung sein Mandat nieder. Während der Gerichtsverhandlung verwickelt sich Agda immer wieder in Widersprüche und fällt bei unangenehmen Fragen regelmäßig in Ohnmacht. Am letzten Tag der Verhandlung tritt Agdas neuer Verteidiger Dr. Peer Bille (Heinz Rühmann) auf. Das Blatt im Mordprozeß wendet sich, denn er behauptet nun zu aller Überraschung, er selbst sei Hilmars Mörder... ( Quelle: Wikipedia )
Bewertungen der Einzelfilme:
Film Nr. 1:
Ich bin selbst ein großer Heinz-Rühmann-Fan. Wegen des ersten Films habe ich mir diese Box gekauft. Ich mag besonders die Heinz-Rühmann-Filme der 30er und 40er Jahre. Diesen Film kannte ich noch aus meiner Kindheit und freute mich natürlich,
dass es ihn nun endlich auf DVD gibt.
Dieser Film (in schwarz-weiß gedreht) ist über 70 Jahre alt und weist natürlich kleine Mängel in der Bild- und Tonqualität auf. Diese sind aber erträglich und akzeptabel und stören mich nicht.
Dieser Film ist auch heute noch sehens- und empfehlenswert. Daher für diesen Film 5 Punkte.
Film Nr. 2
Rühmann-Fans wissen natürlich, dass die Filme: "Dr. med. Hiob Prätorius", "Hokuspokus, oder wie lasse ich meinen Mann verschwinden" und "Das Haus in Montevideo" Remakes sind. Die Vorlage zu diesen drei Filmen stammt aus der Feder von
Curt Goetz.
Curt Goetz verfilmte diese drei ursprünglichen Bühnenstücke und spielte darin, gemeinsam mit seiner Ehefrau, Valerie von Martens, die Hauptrollen.
Diese drei Verfilmungen aus den frühen 50er Jahren sind absolut genial und bis heute nicht übertroffen worden!
Zur Bewertung:
Das "Lexikon des Internationalen Films" bewertete diesen Film folgendermaßen:
"Etwas gelackte, freundliche Unterhaltung, die in Regie und Darstellung das Typische der humorvollen Vorlage verfehlt".
Dieser Film war seinerzeit ein Publikumserfolg. Die Filkritiken waren aber zwiespältig.
So schrieb der "evangelische Filmbeobachter" 1965: "Eine harmlos-nette Unterhaltung, der viel von der Ironie, dem Humor
und Charme der Vorlage fehlt". Diese Einschätzung teile ich, da die Heinz-Rühmann-Verfilmung brav, bieder und gefällig insziniert wurde und ihr leider der Wortwitz und die bissigen und provokanten Untertöne eines Curt Goetz fehlen.
FAZIT:
Nette und gefällige Neuverfilmung, die leider nicht die Genialität des Originals erreicht. Trotzdem ist der Film
sehens- und empfehlenswert.
Die Bild- und Ton-Qualität [Eastmancolor; Filmlänge ca. 92 min] ist sehr gut. Bewertung: 4 Punkte!
Film Nr. 3
Bewertung:
"Hokuspokus" ist die bereits dritte Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstückes von Curt Goetz.
Im Jahre 1930 wurde das Stück zum ersten Mal unter der Regie von Gustav Ucicky mit Lilian Harvey und
Willy Fritsch in den Hauptrollen verfilmt. Wie damals üblich, wurde zeitgleich mit demselben Stab und
einem Teil des Ensembles (u. a. wieder Lilian Harvey) eine zweite, englischsprachige Verfilmung, in der
Laurence Olivier den Part von Willy Fritsch übernommen hatte, insziniert.
Im Jahre 1953 inszenierte Regisseur Kurt Hoffmann die zweite Verfilmung des Stückes, für die Curt Goetz
und seine Ehefrau Valérie von Martens die Hauptrollen übernahmen und Goetz zusätzlich das Drehbuch nach
seiner eigenen Vorlage verfasste.
Im Jahre 1966 verfilmte Hoffmann das Stück ein weiteres Mal; diesmal mit Heinz Rühmann und Liselotte Pulver
in den Hauptrollen. Die Kulisse ist betont wirklichkeitsfremd, theaterartig und übersteigert.
Das "Lexikon des Internationalen Films" bewertete den Film folgendermaßen:
"Wiederverfilmung des geschliffenen Dialogkunstspiels von Curt Goetz, jetzt modisch ausstaffiert als kabarettis-
tische Farce mit mehr affektiertem als geistreichem Witz und mit Rühmann/Pulver publikumsmäßig besetzt".
FAZIT:
Dieser Film ist kulissenhaft, theaterartig insziniert. Schrill und bunt. Typisch für den Stil der 60er-Jahre.
Nicht so mein Geschmack. Dennoch ist dieser Film sehenswert und wartet auch mit guter Besetzung auf.
Zusammenfassend:
Die Neuverfilmungen der drei Curt-Goetz-Klassiker:
2. "Das Haus in Montevideo"
1. "Dr. med. Hiob Prätorius"
3. "Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden...?".
Als Curt Goetz 1960 plötzlich verstarb, wurde bekannt, dass er sich -im Falle einer Neuverfilmung-
Heinz Rühmann als Hauptdarsteller wünschte. Heinz Rühmann übernahm dann auch in allen drei Neuver-
filmungen die Hauptrolle.
Dieses drei Remakes der Curt-Goetz-Klassiker mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle waren seinerzeit ein
großer Publkiumserfolg, wurden und werden aber von den Kritikern und den Curt-Goetz-Fans sehr zwiespältig
beurteilt.
Rühmann zögerte zunächst, die Rolle zu übernehmen, die bereits der inzwischen verstorbene und von ihm
hochgeschätzte Autor Curt Goetz verkörpert hatte. Er konnte aber durch einen Brief seiner Witwe Valérie
von Martens umgestimmt werden, der zufolge Curt Goetz sich Rühmann als Hauptdarsteller für seine Stücke
ausdrücklich gewünscht hatte.
Ich bin bereit seit vielen Jahren ein überzeugter Heinz-Rühmann-Fan. Mir liegt es fern, die Schauspiel-
kunst des großartigen Heinz Rühmann zu schmälern. Aber ich kenne auch die Originale mit Curt Goetz und
diese sind -obwohl in schwarz-weiß gedreht- bis heute unübertroffen.
Heinz Rühmann war sich selbt klar, welch "großen Schuh er sich damit anzog". Er hat die Rolle erst nach
Intervention durch Valerié von Martens übernommen.
Für sich gesehen, sind die drei Neuverfilmungen gar nicht schlecht, erreichen aber nicht das "Original".
Empfehlung:
Man sollte sich sowohl die drei Neuverfilmungen, als auch die drei Curt-Goetz-Originale anzusehen!!!
Die Curt-Goetz-Verfilmungen gibt es inzwischen auch als sehr gute DVD-Ausgaben!