Man glaubt es kaum, aber solo ist Heinz Becker tatsächlich noch besser als mit dem Stefan und dem Hilde -- 60 Minuten lang lässt Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker geballte Borniertheit von der Kette, und da es sich hier um einen Live-Mitschnitt handelt, bleibt auch das Publikum nicht ganz ungeschoren.
Während Heinz Becker also das 25. Vereinsjubiläum vorbereitet und seine Zuhörer in die Abgründe des Vereins- und Dorflebens einweiht ("Em Schindler Gregor sei Mudder is geschtorb -- wie immer, wenn's was zu schaffe gibt"), lässt er ein ununterbrochenes Parlando vom Stapel -- "Sie wisse jo, wie's geht"; zu beklagen hat er genug, denn rechtmachen kann es ihm sowieso keiner, und über seinen Tellerrand hinauszuschauen -- joo, geh fort! Lebensweisheiten der besonderen Art
Heinz Becker gehört zu jenen Kunstfiguren, die der Wirklichkeit ganz genau abgeschaut wurden, auch wenn man es nicht glauben will und die ein oder andere Nummer zunächst für überzogen hält. Seine verqueren Ansichten sind -- im Gegensatz zu den Ansichten seiner Fans -- von keinerlei Kultur oder Zivilisation übertüncht, und politische Korrektheiten und Rücksichtnahmen sind ihm unbekannt. Heinz Becker leistet sich ungeniert eben jene Peinlichkeiten der härteren Art, die man sich selber (aus gutem Grund) verbietet. Damit diese Mischung wirken kann, braucht Dudenhöffer ein Publikum, das diesen doppelten Boden durchschaut -- für jemanden, der ein "So isses!" dazwischenrufen will, ist diese CD ebenso ungeeignet wie für jemanden, der z.B. hinter der rabenschwarzen Nummer über das Frauenhaus Frauendiskriminierung argwöhnt.