Kurzbeschreibung
Die Ausstellung zum 800. Todestag Heinrichs des Löwen hat unseren Blick auf das 12. Jahrhundert gelenkt. Der Welfe, zuerst politischer Partner, dann Gegner des Kaisers Friedrich Barbarossa, prägte vor allem die norddeutsche Geschichte. Es ist die Geschichte von Fürsten und Rittern, der Gründung von Städten, von Slawen und Sachsen, vom Tempelschatz der Ranen, den Grenzkriegen und dem Kleinkrieg im Lande. Von Reliquien und neuen Kirchen. Spuren und Zeugnisse finden sich allenthalben in den Stammlanden des Fürsten, um die Residenz Braunschweig, in Lüneburg und Lübeck, am Unterlauf der Elbe, vom Mittelgebirge bis zur Ostsee. Die Persönlichkeit des Herzogs, in dessen Auftrag das teuerste Buch der Welt entstanden ist, wird auf dem Hintergrund der mittelalterlichen Lebenswelt gewürdigt. Minnelieder, Pilgerreise und Festbankett, Untreue und eine erstaunlich junge Braut. Entdeckungsreisen in die faszinierende Welt des Hochmittelalters.
Der Verlag über das Buch
Zum Geleit Das Jahr 1995 stand in Braunschweig unter dem Zeichen des Löwen. Anlaß war das 800. Todesjahr des Herzogs von Sachsen und Bayern, genannt Heinrich der Löwe. Den festlichen Rahmen für die historische Rückerinnerung bildete eine aufwendig gestaltete Ausstellung. Neben der hohen Besucherzahl, kann als besonders erfreulich gelten, daß Einzelpersonen und Gruppen aus allen Teilen Deutschlands bei dieser Präsentation begrüßt werden konnten. Zur Vorbereitung und als Einstimmung auf das Ausstellungsereignis erschien in der Braunschweiger Zeitung über mehrere Monate hinweg eine Artikelfolge von Robert Slawski, die unter dem Begriff der Historischen Reportagen bekannt geworden ist.
Schon während des laufenden Abdruckes wurde vielfach der Wunsch geäußert, diese Sammlung von kurzen populärwissenschaftlichen Aufätzen auch in Buchform zur Verfügung zu haben. Für eine Realisierung ergaben sich jedoch betr¨achtliche Hindernisse, wie mir der Autor berichtete. Ich selbst hatte damals mein Ingenieurs-Studium gerade erfolgreich beendet, der Einstieg in den Beruf zeichnete sich ab. Andererseits fiel es mir schwer, zu verstehen, daß diese bemerkenswerte Artikelserie keinen Verleger und mithin auch keine Buchform finden sollte. Letztlich blieb nur, einen eigenen Verlag zu gründen, um die Historischen Reportagen herauszugeben. Mit Erfolg, da in kürzester Zeit eine zweite Auflage erforderlich wurde. Und es ist hinzuzufügen, daß bis heute im Zelter-Verlag eine ganze Reihe von Titeln zwischen Belletristik und Sachbuch nachgefolgt sind.
Die erste und zweite Auflage des Buches über Heinrich den Löwen standen unter dem Zwang, rasch zu handeln. Und insofern mußte auf eine Ausstattung mit Abbildungen weitgehend verzichtet werden. In der nun vorliegenden 3. Auflage ist dieses Manko endlich behoben. Angesichts der fortdauernden Debatte um die neue Rechtschreibung bewahrt die Ortographie jedoch die alte Form, wie auch am Textbestand nichts Wesentliches geändert werden mußte. Wer die Historischen Reportagen aufmerksam liest, wird feststellen, daß sich die Grundfragen nach dem Zusammenleben der Menschen innerhalb ihres Kulturkreises und an den Berührungspunkten mit anderen Kulturen durch die Zeiten hindurchpausen. Daneben ist viel von der Faszination jenes 12. Jahrhunderts bis heute geblieben. In diesem Sinne wünsche ich den Leserinnen und Lesern dieser neuen Ausgabe ein beträchtliches Maß an Freude und Erkenntnis. Björn Zelter