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Heinrich von Ofterdingen: Berlin 1802
 
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Heinrich von Ofterdingen: Berlin 1802 [Taschenbuch]

Novalis , Joseph Kiermeier-Debre
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Heinrich von Ofterdingen
OA 1802 Form Roman Epoche Romantik
Mit seiner reflexiven Struktur, in der sich Momente des Bildungsromans, symbolische Traumdarstellungen und Märchen ineinander spiegeln und die ein komplexes Beziehungsgefüge von Mythologie, Natur und Geschichte erkennen lassen, gehört Heinrich von Ofterdingen zu den bedeutendsten Werken der deutschen Romantik.
Entstehung: Der auf zwei Teile angelegte Roman um die Gestalt eines historisch nicht nachweisbaren Minnesängers stellt auf vielerlei Weise einen Gegenentwurf zu R Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre dar. So sehr Novalis die Formvollendung des Wilhelm Meister schätzte, so scharf kritisierte er gleichwohl dessen »bürgerliche und häusliche Geschichte«. Während er bei Goethe das Poetische im Alltäglichen aufgehen sah, konzipierte er selbst eine Transformation des Alltäglichen ins Märchenhafte. Als »Apotheose der Poesie« sollte sich diese vor allem im zweiten Teil des Heinrich von Ofterdingen ereignen, von dem jedoch nur einige Bruchstücke, Skizzen und Gedichte existieren.
Inhalt: Die im Hochmittelalter angesiedelte Handlung stellt den Prozess dar, in dem sich der etwa 20-jährige Heinrich zum Dichter entwickelt. Der erste Teil – Die Erwartung – beginnt mit dem berühmten Traum von der blauen Blume, in deren Kelch Heinrich ein weibliches Gesicht erblickt. Als Ahnung nimmt der Traum die Begegnung mit einer zunächst noch fremden Welt vorweg. In Begleitung von Kaufleuten wird er mit praktischen Lebensverhältnissen sowie mit Märchen und Erzählungen bekannt. Unterwegs begegnet er einem Bergmann, der ihn ins Erdinnere und damit auch ins Innere bzw. in die »fabelhafte Urzeit« der Natur führt. Von einem Einsiedler erhält Heinrich Aufschluss über die Kunst der Geschichtsschreibung, die kein bloßes Registrieren sei, sondern sich immer als deutende Gestaltung vollzieht. In Augsburg trifft Heinrich schließlich den Dichter Klingsohr und verliebt sich in dessen Tochter Mathilde, in deren Gesicht er das Antlitz aus dem Kelch der blauen Blume wieder erkennt. Ein weiterer Traum verkündet ihm Mathildes Tod, zugleich aber auch eine Wiederbegegnung und einen ewigen Bund. Der erste Teil endet mit Klingsohrs allegorischem Märchen, in dem die Kinder Eros (Liebe) und Fabel (Poesie) mit Hilfe von Ginnistan (Phantasie), dem Vater (Sinn), der Mutter (Herz), dem alten Helden und dessen Frau Sophia (Weisheit) das zu Eis erstarrte Reich Arcturs befreien, Arcturs Tochter Freya (Frieden) zur Herrschaft verhelfen und so ein neues Zeitalter herbeiführen.
Der zweite Teil – Die Erfüllung – beginnt mit einem Prolog der Astralis, einem geisterhaften Wesen, das aus der ersten Umarmung Heinrichs mit Mathilde hervorgegangen ist. In den Worten »die Welt wird Traum, der Traum wird Welt« kündigt sich der Übergang des Geschehens ins Märchenhafte an.
Aufbau: Die wechselseitigen Spiegelungen, durch die beispielsweise der Traum von der blauen Blume, das von den Kaufleuten erzählte Atlantis-Märchen, Heinrichs Begegnung mit Mathilde und Klingsohrs Märchen miteinander in Beziehung gesetzt werden, korrespondieren mit der frühromantischen Theorie einer sich selbst reflektierenden und dabei sich potenzierenden Darstellungsform. Klingsohrs Märchen, das die verschiedenen Motive des Romans auf neue Weise miteinander kombiniert, geht daher auch weit über eine Allegorie hinaus.
Wirkung: Die blaue Blume wurde zum Inbegriff der romantischen Sehnsucht und als solche schwärmerisch verehrt oder als Weltfremdheit verworfen. Eine eingehendere Rezeption des Romans erfolgte erst im 20. Jahrhundert, vor allem im Zuge des Symbolismus. D. G. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

›Heinrich von Ofterdingen‹, das berühmteste Romanfragment der deutschen Literatur, stellt eine Verherrlichung der Poesie dar. Als grandioser Gegenentwurf zum gesellschaftlich orientierten Bildungsroman entführt Novalis’ Meisterwerk seinen Titelhelden auf der Suche nach der Blauen Blume, die zum Symbol der Romantik schlechthin wurde, in transzendente Sphären.

Entstanden 1799-1800, hat Novalis sein monumental angelegtes Prosawerk nicht vollendet. Es wurde posthum als Fragment veröffentlicht und bestätigte einmal mehr die Vorliebe der Romantiker für diese, zur Gattung erhobene Form der Literatur.

Klappentext

»Der Jüngling lag unruhig auf seinem Lager, und gedachte des Fremden und seiner Erzählungen. "Nicht die Schätze sind es, die ein so unaussprechliches Verlangen in mir geweckt haben", sagte er zu sich selbst; "fern ab liegt mir alle Habsucht: aber die blaue Blume sehn ich mich zu erblicken. Sie liegt mir unaufhörlich im Sinn, und ich kann nichts anders dichten und denken ..."« -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, der unter dem Pseudoym Novalis schrieb, wurde am 2. Mai 1772 auf Schloss Oberwiederstedt geboren. Der gelernte Bergbauingenieur gilt als einer der bedeutendsten Literaten und Theoretiker der deutschen Frühromantik. Zusammen mit Friedrich Schlegel erhob er das Fragment zur spezifisch romantischen Kunstform und suchte die Vereinigung von Wissenschaft und Poesie in der »progressiven Universalpoesie«. Hochgerühmt sind seine Lyrik und das Romanfragment ›Heinrich von Ofterdingen‹. Von Hardenberg starb am 25. März 1801 in Weißenfels.

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