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›Heinrich von Ofterdingen‹, das berühmteste Romanfragment der deutschen Literatur, stellt eine Verherrlichung der Poesie dar. Als grandioser Gegenentwurf zum gesellschaftlich orientierten Bildungsroman entführt Novalis’ Meisterwerk seinen Titelhelden auf der Suche nach der Blauen Blume, die zum Symbol der Romantik schlechthin wurde, in transzendente Sphären.
Entstanden 1799-1800, hat Novalis sein monumental angelegtes Prosawerk nicht vollendet. Es wurde posthum als Fragment veröffentlicht und bestätigte einmal mehr die Vorliebe der Romantiker für diese, zur Gattung erhobene Form der Literatur.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unerlässliche Begleitlektüre,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Erläuterungen und Dokumente zu Novalis: Heinrich von Ofterdingen (Taschenbuch)
Novalis hat in seinem bekanntesten Werk "Heinrich von Ofterdingen" eine Unzahl bekannter und auch weniger bekannter Symbole verwendet und macht viele Andeutungen, die dem Nicht-Fachmann nur selten einleuchtend erscheinen.Genau hier setzt die vorliegende Lektürehilfe an. Nah am Text werden alle verwendeten Symbole in Ihrem Zusammenhang eklärt - allen vorweg natürlich das Symbol romantischer Dichtung schlechthin - die "Blaue Blume". Aber auch viele andere hilfreiche Erläuterungen sind in diesem kleinen und preiswerten Bändchen versammelt. Auch eine Einordnung ins - wegen seinem frühen Ableben recht fragmentarischen - Gesamtwerk von Novalis fehlt nicht und gibt nützliche Anhaltspunkte. Rundum eine gelungene Sekundärliteratur, die das Verständnis des Werkes ganz ungemein erleichtert. Abgerundet wird der positive Gesamteindruck durch die zahlreichen weiterführenden Literaturhinweise, die ein vertiefendes Studium ermöglichen. Eigentlich gibt es kaum etwas, was an diesem Buch zu kritisieren wäre - daher auch die volle Sternenzahl. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aus dem Gemüt heraus leben!,
Von Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Heinrich von Ofterdingen (Taschenbuch)
Novalis, unser deutscher Frühromantiker hat ganz gezielt geschrieben. Für die Menschen des angehenden 19. Jahrhunderts schrieb er diesen Bildungsroman und er hat gleichzeitig damit Fichtes Auffassung von der alles beherrschenden Vernunft (!) widersprochen.Der Mensch sollte mehr aus dem "Gemüte" heraus, also aus dem Bauch, wie es heute heißt, handeln. Dadurch käme er der Wahrheit (Wirklichkeit!) näher. Der Dichter allein könne bei Betrachtung aller inneren und äußeren Dinge Geschichten schreiben und Verwobenes entwirren, meinte er. Novalis hat sich also gegen das seinerzeit schon anbrechende Egoistentum gewandt, das in Politik (Napoleon) und in der Literatur (Stendhal) Furore machte, bis heute. So betrachtet war er ein Warner. Er starb früh, war unsterblich in Sophie von Kühn verliebt, die er in ganz jungen Jahren schon verlor und suchte Trost, aber wie (!) in der Suche (Sucht?) nach dem wahren Leben. Diese Einstellung, verbrämt mit warmherzigem Christentum, hat ihn Hymnen an die Nacht schreiben lassen, immer wieder versteckte Erotik bei ihm entflammt und die Sehnsucht nach der sogenannten "blauen Blume der Romantik" als Symbol der Suche (wohl auch in bezug auf Erotik) beschrieben. Die Sprache ist natürlich nicht mehr zeitgemäß, wie sollte sie auch, aber gerade das macht den Reiz aus. Von Hardenberg, alias Novalis, ist der bedeutendste Vertreter der deutschen Frühromantik und er ist ein Lesegenuß für alle, die sich auf ihn einlassen. In diesem Bildungsroman "Heinrich von Ofterdingen" erzählt er nicht nur Märchen, er räumt z.B. auch auf mit der überzogenen Heldenvorstellung der Kreuzritter, und das allein ist schon etwas wert, meine ich. Nicht übel sind die eingestreuten Gedichte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Historischer Wert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Heinrich von Ofterdingen: Text und Kommentar (Suhrkamp BasisBibliothek) (Taschenbuch)
Novalis, mit bürgerlichen Namen Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (1772-1801), schuf seinen »Heinrich von Ofterdingen« als romantischen Gegenentwurf zu Goethes klassischen Bildungsroman »Wilhelm Meisters Lehrjahre«.Mehr als 200 Jahre nach dessen Erstveröffentlichung, ist die Lektüre des »Heinrich von Ofterdingen« heute zugegebenermaßen nicht immer eine Freude: Schwammige Formulierungen essentieller Textpasssagen, die Bruchstückhaftigkeit des Fragments, viele Abschweifungen und die Mehrdeutigkeit der zahlreichen Allegorien drücken die Lesefreude. Wenn man sich in dieses Werk von Novalis »hereinkämpft«, wird man zumindest durch manche poetische und tiefgreifende Abschnitte über Natur und Künstlerhandwerk entschädigt. Belohnt wird der Leser auch durch den ausführlichen Kommentar von Andrea Neuhaus zu dieser Ausgabe. Dieser Kommentar hilft nicht nur, manche schwierigen Passagen besser zu verstehen, sondern auch das Ofterdingen-Fragment historisch richtig einzuordnen. Interessant ist hierbei vor allem der Vergleich »Ofterdingen« und »Wilhelm Meister«, mit den unterschiedlichen Bildungs- bzw. Individualisierungsidealen (Romantik: Individualisierung ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Normen; Klassik: Ausgleich zwischen beiden Polen). Generationen romantischer Künstler hat Novalis mit seinem Werk bleibend beeinflusst. Schon allein um diese prägende Wirkung und die Anziehungskraft von Novalis Werk nachvollziehen zu können, lohnt sich die Lektüre dieses Buches. Jedoch kann der historische Wert des Buches seine erzählerischen Mängel nicht vollständig ausgleichen. Vier von fünf Sterne gibt es einzig wegen Andrea Neuhaus' wirklich gelungenen Kommentar zur vorliegenden Ausgabe aus der »Suhrkamp BasisBibliothek«. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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