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Hymnen an die Nacht / Heinrich von Ofterdingen. ( Goldmann Klassiker mit Erläuterungen). [Broschiert]

Novalis
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Kurzbeschreibung

1. August 1981
Novalis' Gedichte sind tiefe und lichte Zeugnisse einer Geisteserotik. Denn an nichts litt dieser Dichter mehr als an der Vorstellung, "getrennt" zu sein, der Vereinigung entfremdet. Getrennt von der kindlichen, früh verstorbenen Geliebten Sophie von Kühn. Vereinigt mit dem Geist der Verstorbenen. Entfremdet durch kritische Einsicht in die "wahren Verhältnisse". Seine "Hymnen an die Nacht" sind Gesänge an die Nachtbraut. Seine "inneren Sayten" hatte Novalis in die Nacht gestellt wie die Äolsharfe in den Wind. Und was erklang? Wehmut und Hoffnung auf eine Brautnacht mit der Nachtbraut, die das Ich der "Hymnen" in der Gestalt eines "unerschöpflichen Traumes" vollzieht.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Goldmann; Auflage: N.-A. (1. August 1981)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442075726
  • ISBN-13: 978-3442075720
  • Größe und/oder Gewicht: 17,5 x 11,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 800.623 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buchrückseite

»Berauscht von Entzücken und doch jedes Eindrucks bewußt, schwamm er gemach dem leuchtenden Strome nach, der aus dem Becken in den Felsen hineinfloß. Eine Art von süßem Schlummer befiel ihn, in welchem er unbeschreibliche Begebenheiten träumte, und woraus ihn eine andere Erleuchtung weckte. Er fand sich auf einem weichen Rasen am Rande einer Quelle, die in die Luft hinausquoll und sich darin zu verzehren schien. Dunkelblaue Felsen mit bunten Adern erhoben sich in einiger Entfernung; das Tageslicht [,] das ihn umgab, war heller und milder als das gewöhnliche, der Himmel war schwarzblau und völlig rein. Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die zunächst an der Quelle stand, und ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstlichste Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stengel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blüthenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte. «

Novalis

Heinrich von Ofterdingen


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5.0 von 5 Sternen Richtigstellung! 22. September 2011
Von Caliban TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
Auf die "Hymnen an die Nacht" in der Kindle-Version gehe ich hier aus zwei Gründen ein: wegen des selten unkundigen Verrisses von Herrn Seeger auf dieser Seite, der niemand entmutigen sollte, und wegen eben dieser Kindle-Ausgabe.

Zunächst zum Novalis-Verriss: Jedem Rezensenten ist selbstverständlich sein eigener lyrischer Geschmack konzediert; nicht aber Ahnungslosigkeit in der Sache beim Verfassen einer Rezension. Die "Hymnen an die Nacht" sind entgegen einem hartnäckigen Vorurteil gerade keine unmittelbare Reaktion auf den tragischen Tod der Verlobten von Novalis, Sophie von Kühn. Wer sie deshalb als Erlebnislyrik liest, wählt schon im Ansatz den falschen Weg zum Verständnis. Zwar stimmen einige kürzere Passagen in autobiographischen Skizzen von Novalis, die unmittelbar im Anschluss an das tragische Ereignis entstanden sind und Selbsttötungsabsichten bekunden, mit wenigen Zeilen des späteren Werks überein. Dieses ist jedoch Jahre nach dem Tod der Sophie von Kühn zu einer Zeit entstanden, in der Novalis bereits wieder mit einer anderen Frau verlobt war und deshalb keinen irgendwie gearteten Grabgesang anstimmen musste. Nachlesen kann dies der Interessierte etwa in der beindruckend kommentierten Werkausgabe Werke. Ist dieses Missverständnis einmal ausgeräumt, sollte man als Leser tief durchatmen und den unnachahmlich intensiven hohen Ton sowie die selten verdichtete Inspiriertheit dieser Werke in sich einsaugen. Sie stehen in einer Reihe mit den besten Werken Hölderlins und des Duineser Elegien. Begehen Sie vielleicht nicht den Fehler, alle Hymnen in einem Durchgang lesen zu wollen, sondern starten Sie bei der zweiten und lesen Sie diese mehrmals intensiv oder - ich wage es kaum zu sagen - lernen Sie sie vielleicht auswendig. Spätestens dann bedürfen Sie keiner dürftigen Kommentierung durch mich und wissen auch den Verriss einzuordnen.

Die Kindle-Ausgabe schließt an die spätere Athenäums-Ausgabe an, in der rhythmisierte Prosatexte und Gedichteinschübe einander abwechseln. In der älteren Version war die rhythmisierte Prosa ganz in Gedichtzeilen gesetzt, was dem Texteindruck jedoch aus Sicht von Novalis schadete (vgl. auch dazu Schulz). Was ist zu dieser Ausgabe sonst noch zu bemerken: zunächst einmal einen herzlichen Dank, dass sie für 0, 0 Euro herunterzuladen ist. Sie ist auf meinem Gerät mittlerweile neben den ebenfalls kostenlosen Gedichten Goethes und Hölderlins abgespeichert und wie diese jederzeit zur Hand und überall dabei! Gibt es eine bessere Kaufempfehlung für ein elektronisches Lesegerät, wenn man bedenkt, wie viele sonstige Klassiker zum Nulltarif zu haben sind?
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Udo Kaube
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Novalis ist der Feingeist der deutschen Literatur schlechthin.
Sein schmales Werk umweht, ebenso wie sein Leben, ein geheimnisvoller Zauber, der auch im Laufe der Jahrhunderte nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.
"Hymnen an die Nacht" ist mystische deutsche Romantik in seiner reinsten und schönsten Form.
In einer fast musisch zarten Sprache beschwört er Bilder herauf, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen und bei labilen Lesern durchaus eine morbide Todessehnsucht auslösen können.
Dennoch, allein für dieses Werk gebührt seinem bleichen Dichter unsterblicher Ruhm !
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0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen der Erinnerung moosiges Denkmal 30. Oktober 2007
Von helmut seeger TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Am Anfang klingen die Hymnen an die Nacht noch wie eine Homer-Parodie: "der herrliche Fremdling mit den sinnvollen Augen, ..., den zartgeschlossenen, tonreichen Lippen". Dann geht es abwärts: Abwärts wende ich mich zu der heiligen, unaussprechlichen, geheimnisvollen Nacht." Dann wird die Nacht gar personalisiert: "Hast du auch ein Gefallen an uns, dunkle Nacht?" Ich bin mir nicht sicher.
Der erste Teil der Hymnen besteht im Übrigen nicht aus Versen, sondern aus lyrischer Kurzprosa, was das Lesen nicht unbedingt vergnüglicher macht. Der Dichter hat es darin ersichtlich mit der Vergangenheit, fabuliert er doch über das "muntre Licht": "Du lockst mich von der Erinnerung moosigem Denkmal nicht."
Und dann natürlich der Tod. "Etwas Bess'res als den Tod find'st du überall", wussten die Bremer Stadtmusikanten. Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg wusste das noch nicht. Dass das Leben des Dichters aufgrund der diversen Erkrankungen und Erlebnisse streckenweise wohl eine Quälerei gewesen ist, ist unbestritten, aber das befreit ihn nicht von der Verantwortung für seine Verse.
"Welchen Genuss bietet dein Leben, die aufwögen des Todes Entzückungen?"
Man könnte jetzt hier aufhören und sagen "Macht Novalis-Lesungen in Altenheimen, wo diese Lyrik vielleicht Trost spenden könnte, aber so todeszugewandt sind heute kaum mehr die Pflegefälle.
Ich rate von der Lektüre ernsthaft ab, auch wenn den Dichter hier und da noch letzte Zuckungen an Lebenslust anfallen: "Sauge gewaltig, Geliebter, mich an / Dass ich entschlummern / Und lieben kann." Dann geht's aber weiter: "Ich fühle des Todes verjüngende Flut / Zu Balsam und Äther verjünget mein Blut." Gottlob hat die Physik ja enthüllt, dass es keinen Äther gibt.
Übel wird das Werk da, wo sich der Freiherr als Historiker versucht: "Ein alter Riese trug die selige Welt. Fest unter Bergen lagen die Ursöhne der Mutter Erde. Ohnmächtig in ihrer zerstörenden Wuth gegen das neue herrliche Göttergeschlecht und dessen Verwandten, die fröhlichen Menschen." Wo der Mann sowas her hat?
Die "Hymnen" werden auch nicht durch die christliche Fundierung im zweiten Teil gerettet - hier hat erkennbar der pietistische Vater einen wahrnehmbaren Einfluss ausgeübt. Das Problem ist eher, dass nicht die Lebensorientierung des Christentums im Mittelpunkt steht, sondern die vorherige Erlösung durch den Tod.
Und so ist der vielleicht schönste, weil leicht satirisch wirkende Vers dieses Bandes programmatisch: "Zerbrochen war die Woge des Genusses / Am Felsen des unendlichen Verdrusses."
Oder auch der folgende: "Zur Hochzeit ruft der Tod / Die Lampen brennen helle / Die Jungfraun sind zur Stelle / Um Öl herrscht keine Noth." Ich muss zugeben, dass ich beim ersten Lesen herzhaft lachen musste, aber beim wiederholten Lesen bleibt einem das Lachen doch vor Ärger im Halse stecken.
Bis zu diesem Moment könnte man das ganze bei gutem Willen vielleicht sogar noch als christlich fundamental durchgehen lassen, und einem leidenden Dichter vergönnen, auch alle anderen an seiner Todessehnsucht teilhaben zu lassen.
Aber am Ende wird es dann schlicht zuviel: "O einsam steht / und tief betrübt / wer heiß und fromm / die Vorzeit liebt."
Zu Recht, meines Erachtens. Aber Novalis setzt noch einen drauf: "Die Vorzeit wo noch blütenreich / Uralte Stämme prangten,
Und Kinder für das Himmelreich / Nach Qual und Tod verlangten."
Ich will's mal so sagen: Würde Novalis heute bei Domian anrufen, würde es unter einer halben Stunde Gespräch mit der Psychologin im Hintergrund sicher nicht abgehen.
Fazit: Ich will dem Freiherrn hier nicht mal das lyrische Talent absprechen, seine Lyrik ist stellenweise dicht und auch atmosphärisch, wenn er sich auch nicht ganz vom antiquierten Sprachgebrauch freimachen kann, aber den Inhalt, der da transportiert wird, also das Madigmachen des Lebens, nämlich des "einzigen Luxus hier unten", wie es der ebenfalls lange Jahre erkrankte Georges Brassens formulierte, sollte man beim besten Willen nicht befördern.
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