Paul Barz spürt in diesem Buch dem Leben des Welfen Heinrich des Löwe nach, der im 12. Jahrhundert nicht nur eine politische Größe, sondern auch der reichste Mann Europas war.
Heinrich der Löwe war allgemein als Herzog von Sachsen anerkannt und seit 1156 auch als Herzog von Bayern. Er gründete in der Nähe von Oberföhring München. Das Herzogtum Bayern betrachtete Heinrich stets nur als Nebenland. Mit der Gründung Münchens brachte der Welfenherzog die ertragreichste und wichtigste Salzhandelsstraße von Bad Reichenhall nach Augsburg unter seine Kontrolle.
Bereits 1157 hatte er im Zug seiner machpolitischen Pläne den Marktort Oberföhring des Bischofs von Freising zerstört und die dortigen Markt- und Zollrechte den Münchnern zuerkannt. Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte dieses gewaltsame Vorgehen des Welfen einem Schiedsspruch auf den Reichstag zu Augsburg am 14. Juni 1158 zugebilligt. Als Ausgleich für die Aufhebung der Markt- und Zollrechte Oberföhrings wird der Bischof von Freising mit einem Drittel an den Münz- und Zolleinnahmen des neu gegründeten München beteiligt.
In zweiter Ehe heiratete Heinrich der Löwe übrigens Mathilde, die zwölfjährige Tochter König Heinrichs II von England, einer der mächtigsten Herrscher in Europa.
Der in der Pfalz Dankwarderode ( Braunschweig) residierende Welfenherzog hatte seinen politischen Einfluss von Jahr zu Jahr vergrößert. Als Herzog von Sachsen anerkannt seit 1142, widmete er sich vor allem der Ausdehnung seines Herrschaftsgebietes im Norden und Osten.
1147 nahm Heinrich am Wendenkreuzzug teil, eroberte Mecklenburg und Vorpommern und förderte die Besiedlung und Christianisierung dieser Gebiete.Seit 1149 kämpfte er für die Wiedereinrichtung der Bistümer Oldenburg, Ratzeburg und Mecklenburg und beanspruchte das Recht der Bischofinvestitur für sich.
Mit der Neugründung Lübecks und zahlreichen Handelsverträgen unterstützte er den Ostseehandel.
Braunschweig ließ er zu einer fürstlichen Residenz ausbauen. Durch den Regierungsantritt König Friedrichs I. , der sich um den Ausgleich im Streit zwischen Welfen und Staufern bemühte, wuchs Heinrichs Einfluss weiter.
1176 überwarf er sich mit Kaiser Friedrich Barbarossa , als er dem Kaiser seine Hilfe gegen den Langobardenbund verweigerte. 1180 dann wurde er in einem land- und lehensrechtlichen Verfahren mit Acht und Oberacht belegt. Damals wurden seine Herzogtümer neu vergeben.
Nach anfänglichem Widerstand unterwarf er sich allerdings 1181 und ging nach England in die Verbannung. Obgleich er sich mit Heinrich VI. 1194 aussöhnte, blieb er jedoch auf den welfischen Eigenbesitz um Braunschweig beschränkt.
Dies alles wird im Buch sehr gut reflektiert, insbesondere wird ein gutes Bild der Zeit gezeichnet und Wert darauf gelegt die Persönlichkeit Heinrichs des Löwen subtil auszuloten.