Kurzbeschreibung
Mit dieser Studie wird erstmalig das im Werk und im Briefcorpus, sowie die in Gesprächsaufzeichnungen und in Beschreibungen Dritter repräsentierte Wissen Heines zur Geschichte Frankreichs zusammengestellt und in seiner quellenmäßigen Herkunft bestimmt. Der zeitliche Rahmen dieser - eine wichtige Leerstelle der Heine-Forschung füllenden Arbeit - ist damit von der Völkerwanderungszeit bis zum Tod Napoleons 1821 gesteckt. Dieses Wissen wird vollständig erfasst und in Heines politisches Systemdenken eingeordnet. Die Herkunft von Heines Geschichtskenntnissen lässt sich in der schon während der Schul- und Universitätszeit einsetzenden Lektüre, in der oralen Tradition, in der deutsch- und französischsprachigen Dichtung, in der Revolutions- und Napoleon-Ikonographie und vor allem in der französischen Historiographie bestimmen. Von besonderem Wert ist, dass in der vorliegenden Arbeit erstmalig der Bereich der Französischen Revolution und die Zeit Napoleons in einem die verschiedenen Phasen, Ereignisse und Personen insgesamt erfassenden Bild dargestellt werden. Abgerundet wird die Arbeit mit der Vorstellung von zwei zentralen Vermittlern seiner Geschichtskenntnisse (Mme de Staël und Eduard Gans) und systematischen Überlegungen zu Heines Geschichtsbetrachtung.
Über den Autor
Christoph auf der Horst, geboren 1961, Studium der Germanistik, Philosophie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln und Clermont-Ferrand; Promotion in Düsseldorf über Heinrich Heine; Forschungsreferent der Medizinischen Fakultät und Lehrbeauftragter am Institut für Geschichte der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.