Heinrich Bölls Roman erschien 1971. Darin beschreibt ein um Sachlichkeit und Objektivität bemühter '"Verf.'" rückblickend die Lebensgeschichte der Helene Maria Pfeiffer (Leni), geborene Gruyten, von 1922 bis 1970. Der '"Verf."' befragt noch lebende Kontaktpersonen, Randfiguren, Zeitzeugen, Verantwortliche. Daraus ergibt sich ein weit gefächertes Panoptikum als Abbild gesellschaftlicher und menschlicher Lebens-, Denk- und Verhaltensweisen.
Böll lässt pointierte politische und philosophische Nebensätze in die Berichte des '"Verf."' einfließen, die auch heute noch aktuell sind. Auch wenn die Vorzeichen sich umgedreht haben mögen. So lästerte der damalige Ministerpräsident Bayerns Franz-Josef Strauß über die Gelder, die sein rückständiges Land von NRW bekam. Insgesamt liegt Bölls Augenmerk auf den Vorteilnehmern und Manipulatoren geschichtlicher Entwicklungen.
Der Aufbau des Romans, des Berichts des '"Verf."' ist recht komplex und durch die zahlreichen auftretenden Personen nicht immer leicht durchschaubar. Die verschiedenen Blickwinkel der Protagonisten zeichnen ein differenziertes und zugleich verwirrendes Bild, das einen eigenen Blick auf 50 Jahre schicksalhafter deutscher Geschichte gewährt.