Aus der Amazon.at-Redaktion
Armin Thurnher ist Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung
Falter. Stadtzeitung ist vielleicht etwas zu kurz gegriffen: Denn neben Stadtprogramm und Ausgehtipps bringt diese Wochenzeitung gescheite und aufklärerische Artikel zu Begebenheiten und Zustand des österreichischen Alltags. Und eben Armin Thurnhers Leitartikel.
Thurnher schreibt jedoch nicht nur Falters Leitartikel und Beiträge für diverse deutschsprachige Zeitungen, er schreibt auch pointierte Texte, die österreichische Einzelheiten anschaulich analysieren: Heimniederlage heißt der neueste Streich.
Für dessen Vorgänger, Das Trauma, ein Leben - Österreichische Einzelheiten erhielt Thurnher, neben ausgezeichneten Rezensionen, den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch des Jahres (1999). Diesmal schreibt er zur dramatischen Entwicklung in Österreichs Innenpolitik. Er beginnt mit dem "Schock im Oktober" und fährt chronologisch fort, über das Ende einer Ära, über die Fehler der Sozialdemokratie, über die so genannten Sanktionen bis zur Wende und ihren Auswirkungen.
Seine scharfsinnigen Beobachtungen und Schlüsse erlauben auch dem mit österreichischen Verhältnissen Unvertrauten, sich Einblick und Erkenntnisse anzueignen. Manchmal mokant, aber niemals larmoyant, führt uns Thurnher den austriakischen Zustand vor. Fragt etwa, wie es kommt, dass es im sechstreichsten Land der Erde den Leuten zwar ziemlich gut geht, sie aber dauernd schlecht gelaunt sind. Heimniederlage, meint er, das trifft den Kern nicht schlecht. Nach dem 0:9 in Valencia (Fußball) ein 1:14 (nach Bildung der Blauschwarzen Koalition) durch die Mitgliedstaaten der EU.
Thurnhers Buch ist in seiner Unaufgeregtheit, in seiner engagierten Schreibe und mit Detailgenauigkeit eine Lektüre, die sich jeder zur Pflicht machen sollte, der schon immer eine brauchbare Bestandsaufnahme mit Lesegenuss gesucht hat. --G. Rosso
Pressestimmen
"Thurnher schreibt in 'Heimniederlage' wie bereits zuvor in 'Das Trauma, ein Leben' weit über die unmittelbare billige Aktualität hinaus, und er gebietet dafür über Kenntnisse, Durchblicke und über ein historisches Wissen und Gewissen, die sein Röntgenbild Österreichs zu literarischem, d.h. bleibendem, zumindest lange vorhaltendem Aufklärungswert erheben. (...) Das größte schriftstellerische Verdienst Thurnhers besteht in seinem überzeugenden Versuch, die latent faschistoide Grundwelle herauszupräparieren, die Österreich fakitisch seit 1938 durchzieht, die weder durch den Untergang des Dritten Reiches noch durch die alliierte Besatzungszeit und schon gar nicht im Laufe der Jahrzehnte, in denen sich Sozial- und Christdemokraten die Macht feindbrüderlich geteilt haben, ausgemerzt werden konnte." Michael Raus, Neues Deutschland, 31.03.01
"Der brillante österreichische Essayist Armin Thurnher bilanziert in seinem neuen Buch ebenso klar wie richtig: Haiders FPÖ profitiert von den Schwächen des Landes - dem Mangel an ziviler Öffentlichkeit, dem Mangel an Mut in der politischen Klasse und dem Magel an intellektueller Redlichkeit." Robert Misik, die tageszeitung, 12.09.00 "Armin Thurnher, Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung 'Falter', hat ein wichtiges Buch zur rechten Zeit geschrieben. (...) Der Autor legt das politische Psychogramm seines Landes vor. (...) Aber das Buch handelt nicht nur von Österreich. An dem Widerspruch seines Landes entfaltet der Autor große Themen, die das künftige Europa und seine Demokratien beschäftigen werden." Warnfried Dettling, Die Zeit, 21.09.00 "Als Mitbegründer und Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung 'Falter' kennt Thurnher nicht nur tout Österreich, er hat auch ein Gespür für die untergründigen Trends und Stimmungen im Land." Günther Jacob, konkret, 01.10.00 "Den Gemütszustand österreichischer Intellektueller kann man sich derzeit gar nicht kompliziert genug vorstellen. (...) In einer solchen Lage braucht, wer psychisch gesund überleben will, Gelassenheit, Durchblick, und eine Not-Ration Sarkasmus. Einer, der über diese Eigenschaften in großem Maße verfügt, ist der Journalist und Schriftsteller Armin Thurnher, der nun als österreichische Momentaufnahme den Band 'Heimniederlage' vorgelegt hat. (...) Wie es im einzelnen zu dem Debakel gekommen ist, das können wenige Berichterstatter so hinreißend beschreiben wie Armin Thurnher." Herbert Riehl-Heyse, Süddeutsche Zeitung, 15.01.01