--Besser geht's nicht!-- Aber das ist vielleicht nur eine Überreaktion nach Entzug. Nach einem Genrewechsel (Käp'tn Blaubär bis Ken Follett und drumrum) schaute ich nach Jahren doch wieder in den Taschenbuchkarussellen am Hauptbahnhof nach Sjöwall/Wahloo und Ellroy; und da waren sie wieder: die ganzen fertigen, außerhalb des Normalen stehenden Gestalten, deren Wesen und gezwungenermaßen illegales Handeln bis in kleinste Detail von James Ellroy nachgezeichnet (sprich ausgedacht) wird. Am Anfang stehen, wie immer, eine oder mehrere grauenhafte Gewalttaten, deren Sinn für unsereins Leser absolut unerklärlich scheint. Nach und nach entwirrt Ellroy das Knäuel aus alkohl- und drogenabhängigen Opfern, Rahmenpersonen und korruptem machtbesessenem Polizeiapparat (natürlich nicht weniger alkohol- und drogensüchtig). Wer Ridley Scotts Verfilmung James Ellroys Roman „L.A Confidential" im Kino gesehen hat, kann um so eher die im Buch herrschende heiße, staubige, versmogte und unterschwellig gewalttätige Atmosphäre des Los Angeles der Fünfziger-Jahre spüren. Für mich ist es im positiven Sinn unglaublich, mit welcher Phantasie (oder Sachkenntnis) Ellroy die Ausnahmezustände seiner Figuren erklärt. Am Ende sagt man: „logisch, daß das so kommen mußte!" und „komisch, daß trotz allem in der Welt so wenig passiert!" Ellroys Roman „Heimlich" reicht ohne weiteres an seine „schwarze Dahlie" heran. Der Klappentext ist ein Witz und läßt den geneigten aber neuen Leser das Taschenbuch schnell wieder wegstellen. Aber man muß wissen: James Ellroy schreibt nix schlechtes.