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Heimatkunde (deluxe Edition - 2 DVDs)

Martin Sonneborn , Martin Sonneborn , Andreas Coerper    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Martin Sonneborn
  • Regisseur(e): Martin Sonneborn, Andreas Coerper
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Studio: AV Visionen GmbH
  • Erscheinungstermin: 30. März 2009
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 91 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B001QU608Y
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 25.797 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

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Martin Sonneborn, ehemaliger Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic" und Parteichef von Die Partei, macht sich als Wandersmann auf den Weg, um 250 Kilometer lang um Berlin herum zu gehen und die ehemalige DDR kennenzulernen. Er macht Halt bei FKK-Fanatikern, lässt sich von einer Rentnerin in deren Gummipool einladen, entdeckt eine ehemalige NVA-Kaserne, die zum Asylantenheim umfunktioniert wurde, und lässt auch sonst keine Gelegenheit aus, alte Ressentiments gegen den "Osten" hoch kochen zu lassen.

Produktbeschreibungen

H - Heimatkunde

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Regisseur Andreas Coerper wollte der Frage nachgehen, ob sich achtzehn Jahre nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland neues Leben entwickelt habe. Dazu suchte er jemanden, der im dreißig Kilometer-Radius ums Berliner Stadtzentrum wandert und mit den Leuten spricht, die ihm begegnen. Er fand Martin Sonneborn, ehemals Titanic-Chefredakteur und für Krawallsatire bekannt (hat u.a. mit Bestechungsfaxen die Fußball-WM nach Deutschland gebracht).

Sonneborns Weg führt über eine alte Eisenbahnbrücke, wo ihm ein Nudist den Weg versperrt, in eine Siedlung aus Fertighäusern, wo er das einzige Prozent Ostdeutscher sucht, die dort leben sollen, und an einen Platz, an dem Hundekotbehälter eine NS-Gedenkstätte umsäumen. Er übernachtet in einer Wohnwagensiedlung, die nach der Wende aus dem heutigen Berlin-Mitte aufs Land verfrachtet wurde, erfährt von Jugendlichen in Berlin-Marzahn, dass die DDR "Krieg" gewesen sei, trifft einen Misanthropen, der eine Baumschule betreibt, einen entrückten Gottesanbeter im Wald und schließlich Chinesen, die sich in Potsdam aufgrund von Sprachschwierigkeiten suggerieren lassen, dass sie, haha, bereit seien, ganz Deutschland platt zu machen.

Was bei "Heimatkunde" zunächst auffällt, ist die feine Erzählstimme aus dem Off mit dem ironisch ausgefeilten Text, die das Geschehen kommentiert. Verschleppte, verzerrte Gitarrentöne und eine abwechslungsreiche Kameraführung schaffen eine äußerst angenehme Stimmung. Überhaupt bietet "Heimatkunde" herrlich trostlose Bilder von verrottenden ehemaligen Schweine-LPGs, bizarrem Brachland, traurigen Landschaften und eigenwilligen Siedlungsformen. Sonneborn beschränkt sich auf knappes Nachfragen und pointiertes Stichwortgeben, verzichtet weitgehend darauf, die Menschen bloßzustellen.

Nach dem Film stellte sich Sonneborn den Fragen des Publikums im Dresdner Filmtheater Schauburg. -- Was leider zu einer eher peinlichen Selbstdarstellung geriet, in der Sonneborn ungefragt sämtliche Uralt-Titanic-Witze über den Osten ausgrub und für seine Spaßpartei warb. Er präsentierte sich als fleischgewordene Attitüde, an der alles abprallt. Sympathisch geht anders. Dafür reichte er den Blumenstrauß, den er von den Veranstaltern bekam, einer stadtbekannten redseligen Rentnerin in der ersten Reihe weiter. So ging der Film noch weiter, irgendwie.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von J. Floehr
Martin Sonneborn, bekannt als angehender Bundeskanzler, Buchautor und Satire-Spezialist, war wandern. Im Auftrag von Dokumentarfilmer Andreas Coerper umwanderte er in "Heimatkunde" Berlin , stets auf der Suche nach Meinungen, Erinnerungen und Anekdötchen "von drüben". Sie stellen fest: die Mauer, sie existiert in den Köpfen noch. Und so trifft Sonneborn lauter Menschen, die größtenteils die Klischees bedienen, die sogar ich (als jemand, der nach dem Mauerfall geboren ist) gut kenne. Sie erzählen, dass drüben eben nicht alles schlecht war, Wessis meistens hochnäsig und arrogant auftreten und all sowas. Hihi.

Dazwischen macht er sich auf, historische Altbauten aus DDR-Zeiten zu besichtigen. Beispielsweise findet er eine ehemalige NVA-Kaserne, die nun als Asylantenwohnheim fungiert. Alles natürlich jederzeit unterlegt mit den ironischen Tönen des Off-Sprechers. "Üble Ossi-Hetze" titelte eine Berliner Zeitung zum Kinostart des Films, doch ganz so dramatisch ist es natürlich nicht. Als Satiriker weiß Sonneborn eben, was er den Leuten als Stichwortgeber zusprechen muss, um aus den Menschen das herauszukitzeln, was er hören will. Doch herablassend oder fies wird er dabei nie. Es sind die Menschen mit ihren Geschichten, die sich in gewisser Weise selbst bloßstellen; verstärkt wird dies durch clevere Kameraführung, Schnitte und Kommentare vom bereits erwähnten Off-Sprecher. Aber alles noch im Rahmen, finde ich.

Es wirkt im trostlosen Brandenburg alles so authentisch, dass ich mal vermuten möchte, dass sogar die zwei jugendlichen Mädchen, die Sonneborn nachts rauchend auf der Straße trifft und erzählen lässt, dass die "DDR war sowas wie Krieg" war, "echt" waren. So kommt der Film zum Fazit, dass wir wieder eine Mauer brauchen - und wenn es Chinesen sind, die an der Stelle der ehemaligen Mauer zwischen Ost und West eine Kopie der Chinesischen Mauer errichten. "Natürlich nur aus touristischen Gründen", so das Schlusswort. Da lacht das Satire-Herz und freut sich über eine launige Dokumentation, die zwar kein Meisterwerk ist, aber vor allem dank seiner süffisanten Alltagskomik durchaus gefällt.

Zumindest mir, als Wessi.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Im Osten nichts Neues 17. April 2009
Auch wenn man als Aussenstehener (Österreicher) glaubt, dass die Trennung nach 20 Jahren überwunden ist, wird man vom Film "Heimatkunde" eines Besseren belehrt.

Ich habe mir den Film mit meiner Frau (Frankfurt/Main) angeschaut und er hat uns gut gefallen. Er ist zwar sehr amüsant, aber an keiner Stelle bösartig.

Und bei manchen Geschichten von der Bonus-DVD haben wir uns gefragt, warum die es nicht in den Hauptfilm geschafft haben...
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