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Heimat Mensch: Was uns alle verbindet
 
 
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Heimat Mensch: Was uns alle verbindet [Gebundene Ausgabe]

Christoph Antweiler
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 268 Seiten
  • Verlag: Murmann Verlag; Auflage: 1 (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867740674
  • ISBN-13: 978-3867740678
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 168.304 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christoph Antweiler
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Christoph Antweiler erklärt brillant, wie sich die Welt als universelle Heimat begreifen lässt. Für Manager und Unternehmer, die sich in fremden Ländern zurechtfinden müssen, ist das Buch eine Fundgrube, weil es interkulturelles Trockentraining im Seminar ersetzt. Vergnüglich geschrieben. (Handelsblatt)

Christoph Antweiler erklärt, was uns Menschen verbindet. In unserer anomischen neoliberalen Welt herrscht die Meinung vor, dass man ohne Rechtsnormen und Werte auskommen könne - die Ethnologie zeigt hingegen auf, dass der Mensch gut daran tut, sie zu setzen. (Süddeutsche Zeitung)

Christoph Antweiler fördert - empirisch abgestützt - verblüffende Erkenntnisse zutage. In leicht zugänglichen, anschaulichen Passagen - doch fern des von ihm verabscheuten Ethno-Pops mit dessen Heile-Welt-Utopien - vermittelt er die anthropologische Gewissheit: Wir sind uns näher, als wir denken - und nur deswegen konnte so etwas wie die Globalisierung überhaupt entstehen. (Deutschlandradio Kultur)

Kurzbeschreibung

Warum gibt es keinen öffentlichen Sex? Wieso hat jeder Mensch ein Heimatgefühl? Wann finden Menschen einander schön? Welche Wörter kommen in allen Kulturen vor? Warum sitzen wir, wie wir sitzen? 4000 indigene Völker, rund 7000 Sprachen, Tausende von Kulturen gibt es auf unserem Planeten Menschen, so unter schiedlich wie nur denkbar. Jeder davon ist einzigartig, und doch hat er vieles mit anderen gemeinsam. Neben dem, was uns trennt, gibt es ein überraschend großes Fundament, das die Kulturen verbindet. Der viel zitierte »Clash of Civilizations« stellt sich aus Antweilers Sicht als eine von großer Unkenntnis geprägte Verengung des Blickwinkels dar. In Wahrheit ver bindet uns mehr als uns trennt. HEIMAT MENSCH ist ein wunderbar zu lesendes und höchst erstaunliches Buch über uns alle.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ruediger Vaas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Was uns alle verbindet", beschreibt Christoph Antweiler. Der Ethnologe und Professor für Südostasienwissenschaft an der Universität Bonn forscht schon lange über die sogenannten Universalien - Aspekte in Sprache, Denken, Fühlen und Verhalten, die bei allen Unterschieden der Kulturen "anthropologische Konstanten" und somit allen Menschen gemeinsam sind.

"Jede Kultur ist einzigartig - und wie alle anderen", spitzt er es zu und spricht, etwas missverständlich, von der Heimat Mensch. Diese These wird anhand vieler plastischer Beispiele gut nachvollziehbar begründet. In dem bewusst sehr populär gehalten Buch geht das freilich nur in einiger Kürze (wer es genauer wissen will, kann sich anhand der kommentierten Bibliographie weiter informieren, aber auch Antweilers ausführlicherer Monographie Was ist den Menschen gemeinsam?: Über Kultur und Kulturen).

Es werden zahlreiche Themen angesprochen: etwa Macht, Sitzordnung und Körpersprache, nackte Tatsachen (Sex und Moral), In- und Out-Groups, überall verständliche Emotionen, Kunst, Gewaltverherrlichung und Konfliktvermeidung, Spiel und Sport, Initiationsriten und Romanzen.

Dass hier viele menschliche Universalien vorkommen, ist teils überraschend, teils eher vertraut. Dass diese Universalien auch zu Problemen zwischen den Völkern führen, ist eine Tatsache, gegen die man besser angehen kann, wenn man die anthropologischen Hintergründe kennt. Wie man dies wertet, ist zunächst kein Gegenstand der Wissenschaft. Das umstrittenste Beispiel dazu ist neben der Fremdenfreindlichkeit sicherlich die Religiosität. Denn auch diese hat biologische Grundlagen: Gott, Gene und Gehirn: Warum Glaube nützt - Die Evolution der Religiosität.

Entgegen anderer Auffassungen argumentiert Antweiler auch dafür, dass die verschiedenen Einzelsprachen mit ihren teils drastisch differierenden Grammatiken und Wortschätzen nicht zu völlig verschiedenen und womöglich unübersetzbaren Weltsichten führen. "Sprache tönt das Denken, mehr nicht". Ähnliches, besonders am Beispiel der Indianersprachen, wurde sehr ausführlich bereits hier behandelt: Spurensuche im Indianerland. Exkursionen in die Neue Welt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nur wer das Verbindende kennt, kann die Differenz verstehen. Es ist ein altes philosophisches und psychologisches Problem: Was macht den Unterschied aus? Christoph Antweiler zeigt nicht nur auf,warum wir Unterschiede zwischen Ethnien verstärken (sozialpsychologische Perspektive)- vor allem bietet er einen profunden und spannenden Überblick über menschliche Universalien. Erfreulich: Wissenschaft wird gut lesbar und verständlich präsentiert
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die wenigen Ethnologen, die ich persönlich kenne, saßen während ihres Studiums meist auf Heizkörpern statt auf Stühlen, weil dieses Studium plötzlich so boomte. Zwar hat nicht zuletzt der Arbeitsmarkt dafür gesorgt, dass Zuspätkommende wieder einen Platz im Vorlesungssaal finden, aber was früher schlicht Völkerkunde hieß und sich lange Zeit mit eher exotischen Kulturen beschäftigte, zieht gerade wegen seiner Wandlung und Ausdehnung des Forschungsgebietes noch immer viele Studierende an. Und wie das Beispiel der jungen Ethnologin von den Seychellen zeigt, werden unsere Verhaltensweisen und kulturellen Eigenarten nun ebenfalls zum Objekt.

Da ich mich während des Germanistikstudiums intensiv mit der Sprachwissenschaft beschäftigte, sind mir viele der in diesem Buch aufgezeigten Irrtümer bestens bekannt. Einige vertrat ich sogar ebenso inbrünstig wie die wissenschaftlichen Größen, die sie in die Welt setzten. Und so war ich eben bis vor wenigen Jahre der Meinung, die Hopi-Indianer hätten keinen Zeitbegriff und glaubten nicht an einen linearen Zeitstrahl. Ich erzählte anderen, die Eskimos hätten über achtzig Begriffe für Schnee, die romantische Liebe sei eine Erfindung des späten Mittelalters, der Mensch sei grundsätzlich gut und irgendwo auf dieser Welt gäbe es Stämme, die wegen ihrer Isolation fast alles richtig machen und uns als Vorbild dienen könnten. Wer sich solche Bilder bestätigen lassen will, wird von Christoph Antweiler bitter enttäuscht sein.

Freuen dürfen sich hingegen all jene Leser, die an spannenden Wissenschaftsberichten interessiert sind und entdecken wollen, was allen Menschen auf dieser Welt gemeinsam ist. Das ist in gewissen Bereichen zwar weniger, als wir uns erhoffen, aber immer noch genug, um die Gattung Mensch auch in einer globalisierten Welt überleben zu lassen. Um das Verbindende der verschiedenen Kulturen herauszuarbeiten, muss sich zum Glück auch Christoph Antweiler mit den Unterschieden auseinandersetzen. Denn so merkwürdig und exotisch der kreolischen Frau von den Seychellen die Vorbereitungen auf den religiösen Initiationsritus Konfirmation vorkommen muss, so fremd und interessant finden wir es, wenn Eipo-Männer ihre Penisse in Köcher stecken, die fast einen Meter lang sein können. Christoph Antweiler weist mit seinen Beispielen und Einblicken in seine Arbeitsweise immer wieder klar darauf hin, dass unsere Vorstellungen ethnologischer Feldforschung allzu romantisch sind. Wer sich dieser Wissenschaft verschreibt und es heute zu etwas bringen will, muss nebst Neugier, einer guten Beobachtungsgabe und Offenheit auch viel Geduld mitbringen, Daten zusammentragen und voreilige Schlüsse vermeiden. Irrtümer, die sich hartnäckig halten, basieren nämlich auf Arbeitsweisen, die bei Ethnologen der Gegenwart nur noch Kopfschütteln auslösen. Schade, dass der Autor der Entstehung von Wissenschaftsmythen kein eigenes Kapitel gewidmet hat. Und bedauert habe ich auch, dass nebst kommentierten Büchertipps kein Literaturverzeichnis traditioneller Art im Anhang zu finden ist. Denn gerade bei Autoren, die mit ihren Werken wesentlich dazu beitrugen, wissenschaftliche Irrtümer zu entlarven, hätte ich jeweils gerne Quellenangaben. Gewünscht hätte ich mir zudem, ein Sachregister oder ein Inhaltsverzeichnis, aus dem die besprochenen Gemeinsamkeiten klarer hervorgehen würden.

Mein Fazit: Ein Buch, das ich trotz einiger editorischer Schwachstellen mit Überzeugung weiterempfehle. Denn es gibt einen guten Einblick in die Arbeitsweise von Ethnologen des 21. Jahrhunderts, räumt mit hartnäckigen Irrtümern auf und ist für Laien ohne Probleme verständlich, meist sogar unterhaltsam und auf jeden Fall interessant.
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