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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 07.10.2000
Die Originaltonaufnahme des "legendären" Vortrags über Heimat und Heimatlosigkeit nimmt Nils Röller zum Anlass, über den 1991 verunglückten Flusser zu schreiben. Besonders interessiert hat ihn, wie die eigene Migrationserfahrung und das Erlebnis verschiedener Sprachen den deutsch-Prager "Nomaden" zu Sprechen, Schreiben und Medien in ein besonderes Verhältnis gesetzt hat. So schrieb er beispielsweise öfters den gleichen Vortrag in verschiedenen Sprachen und beschäftigte sich eingehend mit den aus den Verschiedenheiten der Sprachen entstandenen Unterschieden; er fügte der werdenden Sprache Brasiliens wie andere Emigranten auch seine Worte in melodischer Mischung bei und wurde zum gesuchten Essayisten. Seine Medientheorie wurzelte in der Ethik, so Röller, der potenziell anti-autoritären Schnelligkeit und Verwandelbarkeit der Computer, die einem "Fremden" und Migranten weniger "Sitten der Heimat", also "Geheimniskrämerei", entgegensetzt als die Bodenständigkeit älterer Technologien. Und doch, so Röller, zeigt das Booklet zur CD, das seine Manuskripte "Häuser bauen", "Vom Zelten", "Vertreiben" und "Nationalsprache" reproduziert enthält, dass er sie an der guten alten Schreibmaschine schrieb, und in ihrem Takt. Die CD-Aufnahme zeigt, so Röller, wie "Schrift und Rede" bei Flusser in einer wechselseitigen Beziehung stehen.
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Pressestimmen
"Vilém Flusser besaß die seltene Gabe, Thesen zum technischen Fortschritt und zum Fremdenhaß miteinander zu verknüpfen. Sein legendärer Vortrag Heimat und Heimatlosigkeit, der jetzt auf CD erschienen ist, verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Medientechnik und der ethischen Frage nach dem Umgang mit dem anderen aus fremden Kulturen." (Telepolis)
"Wenn Flusser redet, geschieht Unvergleichliches: Kühne Theorie und gegen den Strich Gedachtes komprimiert sich zum rhetorischen Feuerwerk!" (SWR)