Daan van Kampenhout beginnt in seinem Vorwort mit der Aussage, dass es ihn nicht wundert, warum die
Stellvertreter beim Familienstellen die Gefühle der Personen spüren, die sie vertreten. Für Daan, der seit vielen
Jahren schamanische Arbeit praktiziert, ohne sich jedoch selbst als Schamanen zu bezeichnen, ist dieses
Phänomen mit dem Weltverständnis des Schamanismus durchaus zu erklären. Allerdings beschränkt er sich in
seinen Überlegungen auch auf das traditionelle" Familienstellen, bevor Bert Hellinger anfing, mit den
Bewegungen der Seele" zu arbeiten.
Im der Vorstellung des Schamanismus gibt es mehrere Parallelwelten, die miteinander symbolisch im
Weltenbaum verbunden sind. Die Wurzeln entsprechen der unteren Welt, der Stamm der mittleren Welt (in der
wir leben) und die Krone der oberen Welt. Diese Welten können in Trance durchwandert und die in ihnen
lebenden Geister" um Hilfe gebeten werden. Dem hermetischen Prinzip wie oben so unten" folgenden, können
Krankheit und Heilung in Parallelwelten entstehen und sich über die Grenzen hinweg auswirken. Im Gegensatz
zur schulmedizinischen (Psycho-)Therapie heilt der Schamane in der Erfahrung des Raumes" und nicht über die
Zeit und seine Erfolge treten meist plötzlich ein. Der Schamane ist nur Vermittler der Heilung, indem er
Hilfsgeister in den Parallelwelten mobilisiert und nicht der Heiler selbst. Im Schamanismus kommt Heilung also
von außen" durch Heilung des Kollektivs und weniger des Individuums. Weiter erfordern die Zeremonien des
Schamanen umfangreiche Vorbereitungen, für die er ein Geschenk der Familie des Betroffenen erhält. In der
Psychotherapie verabredet man eine Sitzung und bezahlt ein festgesetztes Honorar.
In den schamanischen Kulturen wird - ähnlich wie im Reiki - der Körper in mehreren Ebenen gesehen:
physischer, ätherischer, astraler und mentaler Körper. Was der Schamane Persönlichkeit" nennt, ist die
Bewusstheit dieser vier Körper. Die Seele" ist eine Vielfalt von Seelenanteilen, die den verschiedenen Aspekten
des Körpers und der Persönlichkeit zugeordnet werden für die es ebenfalls Hilfsgeister in den Parallelwelten gibt..
Auf dieser Basis stellt Daan van Kampenhout im Folgenden den Aufstellungsprozess im Detail dar, wobei er
immer wieder die Besonderheiten aus schamanischer Sicht erklärt und Praxisbeispiele einflicht. Auch werden
vom Autor mögliche Gefahren von Schamanismus und Familienstellen aufgezeigt. Hierbei geht es im
Wesentlichen um Vermeidung von Abhängigkeiten, Absicht des Klienten und Bewusstheit auf Seiten des
Aufstellungsleiters.
Abschließend gibt Herr van Kampenhout noch einige Beispiele für Rituale, wie sie im Aufstellungsprozess oder im
Anschluss daran leicht durchgeführt werden können. Z.B. Kraft der Ahnenreihe spüren, Fluß von Lebenskraft
oder Geben und Nehmen stärken und die Aufstellung der gesamten Ahnenfolge als Inneres Bild.