Anfänglich befasst sich das Buch mit allgemeinen und einführenden Themen wie die Entwicklung und den Stellenwert der Phytotherapie, pharmazeutische Qualität und Anforderungen an die Ausgangsdroge, Herstellungsverfahren, allgemeines zu Pflanzeninhaltsstoffen, die Zubereitung und Verordnung von Heilpflanzen und enthält eine ausführliche Tabelle mit günstigen Sammelzeiten der häufigsten Arzneipflanzen. Danach folgen sehr ausführlich die Portraits von insgesamt über 300 Arzneipflanzen, jeweils mit der Aufzählung weiterer Namen der Pflanze, allgemeinen Angaben zum Standort und historischen Hintergründen, Dosierung (mit separaten Dosierungsangaben für Kinder), Inhaltsstoffe und Wirkungen, Indikationen, Nebenwirkungen, Kontraindikationen sowie Darreichungsformen und Zubereitungen; jede Pflanzen ist auf einem guten Foto abgebildet. Spannend sind auch die bei einigen Pflanzen gemachten Angaben zur Mythologie, Signatur und Volksheilkunde; so erfährt man z.B., dass ein weiterer Name von Augentrost "Gewitterblume" war, weil man glaubte, dass der Blitz dort einschlug, wo man die abgepflückte Pflanze aufbewahrte, dass unter Linden nach altem Glauben die Wahrheit zutage kommt, dass man aufgehängte Büschel von getrocknetem Baldrian als Indikator für sich nähernde Hexen benutzte, oder dass aus grüner Eidechse und getrocknetem Liebstöckel ein Pulver gebrannt wurde, mit dem sich angeblich alle Schlösser öffnen ließen. Diese Zusatzinformationen lockern das Buch auf - ohne unglaubwürdig zu werden. Die nachfolgenden Kapitel 4-15 befassen sich mit Krankheitsbildern, übersichtlich farbig nach Organsystemen untergliedert, z.B. Erkrankungen des Magens, der Atemwege, Kreislauf- u. Gefäßerkrankungen, psychosomatische und neurologische Erkrankungen und Erkrankungen der Haut. Die verschiedenen Krankheitsbilder selbst werden ebenfalls erläutert und Ursachen und Symptome aufgezeigt. In jedem Kapitel findet man spezielle Wirk(stoff)gruppen und Arzneipflanzen für die jeweiligen Krankeitsbilder sowie Rezepturen für Tees und andere pflanzliche Zubereitungen und Hinweise auf unterstützende/ergänzende Maßnahmen. Kapitel 15 befasst sich speziell mit Immunstimulanzien und Adaptogenen (Mittel gegen Stress und Belastungssituationen). Im Anhang finden sich dann u.a. noch eine ausführliche Indikationsliste. Das Buch ist mit knapp 990 Seiten sehr umfangreich und ein echter "Brocken", es ist dabei aber sehr übersichtlich gestaltet und enthält eine Fülle an Informationen und Rezepturen sowie anderen hilfreichen Erläuterungen. Wer sich für Phytotherapie interessiert und diese anwenden möchte, findet hier ein sehr wertvolles, fachlich ausgereiftes Nachschlagewerk, das dabei auch noch sehr ansprechend gestaltet ist. Ansonsten kann ich mich dem vorherigen Rezensenten Wabizumai nur anschließen.