Erster Eindruck: Muss die Autorin eigentlich immer und immer wieder bereits Gesagtes wiederholen, teils sogar wörtlich? Hält sie ihre Leser für so vergesslich, kann sie sich selbst nicht merken, was sie eine Seite zuvor bereits zum 20. Mal geschrieben hat, oder war sie nun mal auf eine bestimmte Seitenzahl für das Buch verbindlich festgelegt? Dieses Werk könnte mühelos auf ein Drittel oder weniger zusammengekürzt werden, wenn man nur die x-fachen Wiederholungen striche.
Zweiter Eindruck: Neben brauchbaren Informationen über den Gehalt verschiedener Tropenfrüchte an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen sowie deren Wirkung (die man weniger ideologisch belastet, dafür aber umfassender, fundierter und für weitaus mehr Früchte und Gemüse in seriöseren Werken nachlesen kann) findet sich ein kruder Mix aus penetranter Verkaufsförderung (für eigene Bücher, Reiki-Kurse und Tropenfrucht-Versandhändler), esoterischem Geschwurbel mit mehr oder weniger hohem Gesundheitsgefährdungs-Potenzial, merkwürdigen Schlussfolgerungen auf fragwürdiger Basis, falschen Behauptungen (z.B. "Mikrowellenherde produzieren ein Elektrosmog-Feld, selbst wenn sie ausgeschaltet sind") und Halbwahrheiten.
Nur ein Beispiel für den letzten Punkt, die Halbwahrheiten: Ja, es stimmt, das Papain der Papaya hat bemerkenswerte medizinische Wirkung. Das ist schon sehr lange bekannt. Aber die Autorin weiß doch hoffentlich auch, dass dieses Enzym sich fast ausschließlich in der unreifen Frucht findet, die üblicherweise eben nicht gegessen wird? Warum verschweigt sie dann, dass ein Großteil der interessanteren Heilwirkungen mit der Fruchtreife verschwindet und man sie sich daher durch Verzehr der Früchte gar nicht nutzbar machen kann?
Die Autorin versucht, den Eindruck von Wissenschaftlichkeit zu erwecken, fällt dabei aber aufgrund ihrer eigenen ideologischen Scheuklappen auf die Nase: So serviert sie dem Leser neben einigen wenigen wissenschaftlichen Studien mit Quellenangabe immer wieder "verschiedene", "mehrere", "viele" Studien (natürlich ohne Quellenangabe), über deren wissenschaftlichen Wert man nicht einmal rätseln muss. Des weiteren zitiert sie nur einschlägig bekannte Autoren gleicher Ideologie, verweist mit Vorliebe auf traditionelle Verwendung (die spätestens bei der allfälligen Erwähnung der Wirkung als Aphrodisiakum erkennen lässt, was diese so genannte Erfahrungsmedizin wirklich wert ist: in etwa genau so viel wie getrocknete Seepferdchen, Tigerpenisse und Bärengallenblasen) und zieht die Erwähnung/Verwendung bestimmter Früchte "bereits in der Antike" als "Beweis" für die heilkräftige Wirkung heran.
Ach ja: Mediziner, die ihre Zeit mit Forschung bezüglich Alzheimer, Parkinson, Altersdemenz etc. verschwenden, dürfen sich sinnvolleren Arbeiten zuwenden. Die Autorin kennt und benennt die Ursachen dieser Erkrankungen - es sind die freien Radikale, und die Vorbeugung ist ja soooo einfach. Na dann, Glaube versetzt bekanntlich Berge...