Was mit "U.S.S. Nebraska" begann, wird im zweiten Teil der Trilogie nahtlos fortgesetzt. Christophe Bec bleibt seinem Stil mit verwaschenen Zeichnungen treu, die durch die passende Kolorierung von Homer Reyes betont werden. Dunkle Pastellfarben und von Schatten dominierte Katakomben tauchen das Innere des "Heiligtums" in ein beängstigendes Zwielicht. Die Statuen und Fresken scheinen Alter und Tod zu verströmen und ziehen den Leser in ihren Bann. An Bord der "Nebraska" dominieren hellere, aber blasse Töne. Das künstliche Neonlicht und die, in Schatten getauchte, Funkstation transportieren die Enge des U-Bootes und erschaffen eine klaustrophobische Umgebung.
Die Geschichte wird von Xavier Dorison zügig weitererzählt, bietet jedoch kaum Twists oder Überraschungen. Das die Probleme in technischer wie in gesundheitlicher Sicht an Bord der "Nebraska" zunehmen, war zu erwarten. Die Spannungen in der Besatzung steigern sich beständig, was sich am Ende in einer, bereits nach der Hälfte des Bandes absehbaren, Katastrophe entlädt. Auch die Erlebnisse des Beta-Teams unter Kommandant Hamish bieten, obgleich in gutem Setting erzählt, kaum Überraschungen. So erreichen sie ihr Ziel nicht ganz ohne Verluste und es ist für den Leser noch nicht ersichtlich, worin genau der Weg gipfeln wird. So endet "Der Weg in den Abgrund" dann auch mit zwei gut konstruierten Cliffhangern, die etliche Fragen offen lassen und den Spannungsbogen noch einmal anziehen.
Fazit:
Ein atmosphärischer zweiter Band, mit verwaschenen Zeichnungen und dunkler Kolorierung. Die Geschichte wird rasant weitererzählt und arbeitet auf ihren Höhepunkt zu. Lediglich das Fehlen jeglicher Überraschung für den Leser ist ein, wenn auch zu verschmerzender, Minuspunkt.
Vorschau/Leseprobe auf der Seite des Splitter-Verlags:
Splitter-Verlag