Der Autor hat Ossama bin Laden persönlich interviewt und getroffen, er hat in London, Afghanistan und Pakistan Kontakt mit den Anhängern des Gihad-Islams gehabt und der Leser bekommt auf diesem Weg viel mit von diesen Menschen. Leider ist Bergen nicht Islamwissenschaftler oder keiner der Sprachen, die bei al-Qaida gesprochen werden, mächtig. Er kompensiert dies aber durch Interviews mit Informaten und lokalen Journalisten, die sich wirklich gut auskennen. Ich denke, dieses Buch ist wirklich sehr lesenswert, durchweg gut recherchiert und kommt ohne platte Verschwörungstheorien aus. Ein Kritikpunkt habe ich gleichwohl doch: Bergen meint, dass die CIA Ossama bin Laden nicht während des Krieges der Mujahedin gegen die Sowjets unterstützt habe, sondern Ossama habe sein Geld von den Saudis und dem pakistanischen Geheimdienst ISI erhalten. Diese Darstellung gefällt sicherlich US-Politikern, die ihrem Volk ungern mitteilen möchten, dass al-Qaida aus einer großangelegten Anti-UdSSR-Aktion herangewachsen ist. Auf welchem Wege Bin Laden das Gehalt erhalten hat, ändert wenig an der Tatsache, dass US-Steuergelder massiv am Hindukusch verteilt wurden. Bin Laden hat solche Gelder sicherlich auch erhalten - so schmerzhaft diese Tatsache auch sein mag.