Kurzbeschreibung
Seit zwei Jahren hat die katholische Kirche die Akten aus dem Geheimarchiv freigegeben, die die Beziehung des Vatikans zum Nationalsozialismus in der Zeit zwischen 1923 und 1939 dokumentieren. Die Autoren haben als erste Nichtkatholiken das Material gesichtet und werfen ein neues Licht auf das problematische Verhältnis.
Pius XI. (1922–1939) und Pius XII. (1939–1958) standen unter dem Generalverdacht, zu den Verbrechen der Nazis und zu dem europaweiten Judenmord geschwiegen zu haben. Der geheimnisumwobene Vatikan hat nun die Archive geöffnet. Jetzt wird klar, wie religiös-politischer Machterhalt der Weltkirche und ihr entschiedener Antibolschewismus ihr diplomatisches Handeln bestimmten. Auf der anderen Seite standen seelsorgerische Motive und das Bemühen, Schlimmeres zu verhindern. Noch nie wurde diese Doppelgesichtigkeit der katholischen Kirche gegenüber dem NS-Regime so deutlich belegt.
Unter Mitarbeit von Francesca Piombo
Über den Autor
Gerhard Besier, geboren 1947, Theologe, Psychologe und Historiker, war von 1987 bis 2003 Professor an der Kirchlichen Hochschule Berlin und an der Universität Heidelberg. Seit 2003 ist er Direktor des Hannah-Arendt-Insituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. Bei DVA erschien von ihm 2004 »Der Heilige Stuhl« und »Hitler-Deutschland. Die Faszination des Totalitären«.