Dass dieses Buch von vielen Lesern verrissen werden würde, war abzusehen - das Thema ist ein Grund, die Herangehensweise ein anderer. Oder anders ausgedrückt: Wer sich in seinem Fundamentalismus bestätigt sehen will, sollte dieses Buch nicht einmal anfassen. Wer Kirche und Religion kritisch gegenüber steht und den Ton gängiger Kabarettisten wie Hagen Rether mag, kommt dagegen voll auf seine Kosten.
Die Autoren verpacken ihre durch und durch gut recherchierte und argumentierte Kritik in eine äußerst unterhaltsame Form, wodurch ihnen eine größere Leserschaft sicher ist als mit einem staubtrockenen Essay - oft genug geben die gut gesetzten Pointen Anlass zum lauten Auflachen. Alle Häme, die sie dafür kassieren, ist haltlos: Die Urheber betonen ausdrücklich, dass jeder glauben soll, was er will, so lange er damit anderen Menschen keinen Schaden zufügt - und die Geschichte des Glaubens und der Religionen ist schließlich voll davon, egal ob Glaubenskrieg oder die Zeugen Jehovas und andere Glaubengemeinschaften, die auch heute noch penetrant versuchen, per Hausbesuch die armen Heiden zu bekehren. Widersprüche in den Auslegungen der Bibel wie auch innerhalb des Buches aller Bücher werden aufgezeigt, zahlreiche Kirchenkritiker kommen zu Worte. Sicherlich vertritt dieses Buch eine klare Position - und es ist klar, dass gerade bei einer solchen Thematik alle jene, die sie nicht vertreten, die Autoren dafür am liebsten in die Hölle jagen würden. Pech aber auch, dass die Autoren nicht an solchen Hokuspokus glauben. Für Atheisten wie mich war dies defintiv eines der gelungensten Bücher der letzten Monate.