"Heilige Nacht" zeigt den Satiriker Ludwig Thoma von seiner originellsten Seite: In der bayrischen Mundart und reimendem Versmaß geschrieben, ist das Buch eine warmherzige und originelle Nacherzählung der biblischen Weihnachtsgeschichte. Wie das Original ist auch Thomas Interpretation eine Kritik an Herzlosigkeit und Gier; auf ihrem Weg treffen Maria und Joseph engstirnige Herbergsbesitzer und werden von freundlichen Handwerksburschen unterstützt - und am Schluss sind es nur die Armen, die das neugeborene Christuskind zu sehen bekommen.
Trotzdem bleibt diese Nachdichtung durchweg ironisch und ist 80 Jahren nach ihrer Ersterscheinung eine amüsante Lektüre mit Pointen, die auch heute noch funktionieren. Zwar ist der Text für nicht-Bayern deutlich schwieriger zu verstehen, aber dank der phonetischen Schreibweise ist es ein umso größeres Vergnügen, das Buch im Familienkreis vorzulesen.