David Roberts war ein Autodidakt, der sich erst sehr spät ein Kunst- und Malereistudium leisten konnte. Er war ein berühmter Vedutenmaler, der nicht nur viele Ansichten seiner schottischen Heimat schuf, sondern in sehr vielen Reisen erst innerhalb Europas, dann aber auch auf Nordafrika übergreifend in einer Zeit kurz vor dem Aufkommen der Fotografie über sehr detailreiche und aussagekräftige Zeichnungen seinen Zeitgenossen (die es sich leisten konnten natürlich) ferne Länder in ihren wesentlichen Bauwerken nahebrachte.
Diese vom Karl Müller-Verlag herausgegebene 2-bändige Ausgabe ist ein Reprint der auf einer sehr sorgfältig vorbereiteten Ägypten- und anschließenden Heiliges Land-Reise angefertigten Notizen und Bilder, wobei es sich um Lithografien aus anderer Hand nach den Originalzeichnungen Roberts' handelte. Es war die bis dahin gründlichste und ausführlichste Darstellung der Niltempel wie auch der Stätten der frühen Christenheit.
Die Herausgeber haben dem Betrachter heutige Fotos (wo es möglich war, denn viele Monumente sind leider inzwischen bereits verloren) der Ansichten und Kommentare zu den Bauwerken beigefügt. Außerdem waren sie bemüht, eine zeitliche Reihenfolge anhand des von der Tochter des Künstlers herausgegebenen Tagebuches hinzubekommen. Insgesamt ist dabei ein sehr schönes Werk entstanden, das auch kulturgeschichtlich sehr interessant ist, indem z.B. der rasche Verfall von Monumenten wiedergegeben ist, die der Künstler in der Mitte des 19. Jhdt. noch koloriert und von detailreicher Oberfläche vorgefunden und aufs Papier gebannt hatte, jedoch heute bereits stark erodiert erscheinen. (30.12.04)