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Die Erklärung des amerikanischen Präsidenten George W. Bush nach dem 11. September 2001, die USA müssten zusammen mit ihren Verbündeten einen »Kreuzzug« gegen den Terrorismus führen, löste, insbesondere in der arabischen Welt, Irritationen aus. Dies lässt offenbar werden, welch nachhaltiges Trauma die Kreuzzüge im kollektiven Gedächtnis der muslimischen Welt hinterlassen haben. Die Fassungslosigkeit und das Entsetzen der hochzivilisierten arabischen Welt angesichts der »barbarischen Invasoren« aus dem Abendland spiegelt sich in nahezu allen arabischen Chroniken und Berichten aus der Zeit zwischen 1096 und 1291 wider.
Sehr anschaulich, ausgewogen und kritisch schildert Amin Maalouf auf der Grundlage dieser Quellen die Geschichte der Kreuzzüge aus der Perspektive der »anderen Seite« und ermöglicht so einen neuen Blick auf den ersten entscheidenden Bruch in den Beziehungen zwischen der westlichen Welt und dem Orient, dessen Auswirkungen am 11. September 2001 so erschreckend deutlich wurden.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesenswert und spannend,
Rezension bezieht sich auf: Der Heilige Krieg der Barbaren: Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber (Taschenbuch)
Titel, Klappentexte und alle vorliegenden Rezensionen lassen harte Kritik am „Irrsinn der Kreuzzüge" erwarten. Waren es doch die barbarischen Christen, die zwischen 1096 und 1291 den friedlichen, hochkultivierten Orient überfielen und so die Saat für den bis heute dauernden Hass vieler Moslems gegen den Westen legten. Das entspricht dem politisch korrekten Mainstream-Denken unserer Zeit. In diesem Buch wird erst einmal großzügig übergangen, dass der Islam seit ca. 638 aggressive Eroberungs- und Bekehrungskriege gegen asiatische Völker, Byzanz und die spanischen Königreiche führte. Ende des 11. Jahrhunderts holte das christliche Europa jedoch zum Gegenschlag aus. „Reconquista" nannte man den Krieg im Westen, als „Kreuzzug" bezeichnete man die Offensive im Osten. Erst hier beginnt das Buch von Amin Maalouf. Wer nun eine anklagende Aufzählung christlicher Verbrechen im Orient erwartet, wird enttäuscht. Die Untaten werden genannt, die Erfolge aber auch respektvoll kommentiert. Sehr schnell konzentriert sich Maalouf detailreich auf die Analyse der islamischen Niederlagen. Vielschichtig zeigt er die Zerrissenheit der islamischen Völker auf, klagt Feigheit, Verrat und Schwäche ihrer Führer an. Er beleuchtet das gespannte Verhältnis zwischen Arabern und Türken (die sich bis heute nicht grün sind). Mit Staunen liest man, dass der Frankeneinfall ganz selbstverständlich als Versuch des Christentums gesehen wurde, zuvor vom Islam mit Gewalt eroberte Gebiete zurückzuholen. Geschickt entwirrt Maalouf seltsame Koalitionen, verwandtschaftliche Verbindungen und diplomatische Rochaden. Er zeigt auf, dass friedliche und respektvolle Koexistenz zwischen Moslems, Christen und Juden möglich war und ein Schwerpunkt der kriegerischen Auseinandersetzungen jener Zeit in den innerislamischen Machtkämpfen lag. Ob Amin Maalouf als libanesischer, in Paris lebender Christ die vorherrschende Meinung der heutigen Araber zu diesem Thema realitätsnah wiedergibt, bleibt trotzdem fraglich. Durch seine intensive Quellenarbeit eröffnet er dem Leser jedoch eine Vielzahl interessanter Informationen und Aspekte. Das Buch ist gut strukturiert, in sechs wichtige Zeitabschnitte aufgeteilt und spannend zu lesen. Die Übersetzung aus dem Französischen von Sigrid Kester ist geglückt. Das Buch ist weitgehend ordentlich redigiert, an ein paar Stellen werden jedoch arabische Namen verwechselt, man muss also beim Lesen mitdenken. Obwohl relativ frisch aufgelegt ist das Werk in alter Rechtschreibung gehalten, die Fehlerquote ist gering. Fazit: ein lesenswertes Buch.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dieses Buch eröffnet einen neuen Zugang zu den Kreuzzügen,
Von Stefan Huppertz (Freising, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber (Gebundene Ausgabe)
Die arabische Sicht wurde in der Kreuzzugsforschung bisher viel zu wenig gewürdigt. Dem Autor gelingt es die Sicht der vielen arabischen Chronisten anschaulich und unterhaltsam zu präsentieren und eröffnet damit dem geschichtlich interessierten Leser völlig neue Einblicke in die Ereignisse. Manches bisherige Urteil der Kreuzzugsforschung wird dadurch erneut in Frage gestellt. Das Buch eignet sich jedoch weniger für Leser, die sich davor nicht durch andere Bücher informiert haben. Es werden nur die ersten drei Kreuzzüge behandelt und leider werden die Quellen nicht erschlossen, was den wissenschaftlichen Wert des Buches etwas schmälert.Der Erkenntniswert des Buches ist aber ganz einmalig. Stefan Huppertz-Wild, Freising Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nur für Fachleute mit profundem Wissen,
Von B. Preuschoff "preuschoff" (Buchfeld) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber (Gebundene Ausgabe)
Zweifelsohne handelt es sich bei diesem Buch um eine hochinteressante Bearbeitung der Kreuzzüge, die in keiner Bibliothek eines historisch interessierten Lesers fehlen sollte. Vieles wird aus der Sicht der "Ungläubigen" deutlicher, was bislang nicht erklärbar war. Es sollte jedoch unbedingt darauf hingewiesen werden, daß es sich hierbei, trotz hie und da eingefügter netter Anekdoten, nicht um ein Buch zum 2-Seiten-vor-dem-Schlafengehen-Lesen handelt; viele Passagen bedürfen des mehrfachen Lesens, um sie vollends zu durchdringen. Vor allem jedoch setzt diese Buch eine gewisse Grundkenntnis der Thematik beim Leser voraus und entfaltet erst dann seinen vollen Reiz.
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