Dieses kleine Bändchen ist es wert erneut aufgelegt zu werden!
Dr. med. Franz-Anselm Graf von Ingelheim und Ingo Swoboda sind die Verfasser.
Das Nachwort hat Prof. Dr. med. Klaus Jung geschrieben.
Der Inhalt wird Weinfreunde begeistern und Gegner der edlen Tropfen zumindest nachdenklich stimmen.
Die Autoren klären über Gehalt und Wirkung des Weines auf und benennen die Indikationsfelder dieses Getränkes.
Gleich zu Beginn kann man sich in die " Kleine Geschichte des Weines als Medizin " vertiefen und erfährt, dass der Wein seit Jahrhunderten eine Sonderstellung unter den alkoholischen Getränken einnimmt.
In Gegenden, in denen Wein getrunken wird, gibt es auch stets Rezepte und Praktiken, den Wein als Medizin oder anstelle einer Arznei zu verwenden.
Schon die ägyptische Medizin kannte Hunderte von Rezepten, die Wein als Grundlage beinhalteten. Die Mixturen wurden gegen Schmerzen, Verstopfung, Magen-, Darm- und Lebererkrankungen sowie zur äußerlichen Anwendung von Rheuma, Schwellungen und zur Wundbehandlung verwendet.
Die Griechen stellten dann die Therapie mit Wein auf wissenschaftliche Grundlagen. Hippokrates und seine Schüler nutzen das Getränk als fiebersenkendes und stärkendes Mittel und verordneten es sogar bei Kopfschmerzen. (Welche Menge Wein musste ein Patient wohl trinken, bis er seine Kopfschmerzen nicht mehr spürte? Musste er ins Koma fallen?).
Auch römische Ärzte behandelten ihre Patienten mit Wein. Zur damaligen Zeit galt Wein als einziges Antiseptikum gegen Wundinfektion.
Caesar wies auf seinen Feldzügen den Soldaten täglich eine bestimmte Menge Wein zu, damit sie sich gegen Typhus, Paratyphus, Ruhr und Cholera schützen konnten, auch Napoleon verordnete auf Feldzügen Wein aus medizinischen Erwägungen.
Im Mittelalter wurde das Getränk als Volksheilmittel gegen Seuchen und Epidemien eingesetzt und in den Folgejahrhunderten zeigen Statistiken, dass Hospitäler mehr als nur großzügig den Wein zur Stärkung ihrer Patienten einsetzten.
Dieses Buch ist dennoch keine Aufforderung zum hemmungslosen Weingenuss, sondern lehrt den verantwortungsvollen Umgang mit dem edlen Getränk.
Was ist das richtige Maß? Wer darf Wein trinken?
Diese und andere Fragen werden dezidiert beantwortet, bevor man über die positive Auswirkung eines regelmäßigen Weinkonsums aufgeklärt wird.
So dient der Wein u.a. als Durchblutungsförderer, er ökonomisiert die Herzarbeit, setzt die Plättchenaggregation herab und steigert den koronaren Blutfluss, der Calcium-Stoffwechsel wird angeregt , wodurch die Knochendichte ansteigt, das Immunsystem wird gestärkt und die Wundheilung gefördert. Wein wirkt sich positiv auf das Hormonsystem aus, Gifte werden vermehrt über den Harnfluss ausgeschieden, der Altersprozess wird herabgesetzt und das Krebsrisiko wird verringert, um nur einige der positiven Wirkungen eines regelmäßigen Weingenusses zu nennen.
Man wird über die Weininhaltsstoffe aufgeklärt und in diesem Zusammenhang auch über die im Wein enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente.
Wie Wein auf die Organsysteme wirkt, bleibt dem Leser auch nicht verborgen. Gerade das Herz-Kreislaufsystem frohlockt, wenn man sich ein Gläschen gönnt. Ein mäßiger, aber regelmäßiger Weingenuss kann das Risiko eines Herzinfarktes um 50% senken.
Auch verbessert der Wein die Hirndurchblutung.
Die Indikationsfelder für Wein werden alphabetisch aufgeführt.
Alte Menschen, die drei bis vier Gläser Wein am Tag trinken, leiden seltener an geistiger Schwäche oder Alzheimer-Krankheit, schreibt Dr. Graf von Ingelheim. Wer in seinem Leben früh damit beginnt einen Schoppen zu trinken, wird ihn demnach auch noch mit 90 Jahren bewusst genießen können.
Eine erfreuliche Lektüre nicht nur für Freunde eines guten Stöffchens.
Empfehlenswert.