Wirklich, dieses Buch ist absolut nicht zu empfehlen, weder für Urlauber in Tansania noch für zukünftige Volunteers.
Ich selbst bin seit drei Wochen als Volunteer in Tansania, und Heikes Bericht erweckt leider einen völlig falschen Eindruck von Land und Leuten. Hätte ich dieses Buch vor meiner Ausreise gelesen und nicht erst nach zwei Wochen Tansania, so hätte ich mir das mit meiner Ausreise nochmal überlegt - allerdings völlig grundlos.
Dieser Bericht ist mehr eine Ansammlung von Beschwerden, geschrieben von einer sehr naiv und verwöhnt wirkenden jungen Frau. Das Buch beinhaltet lediglich Blogeinträge, gespickt mit ein paar Tagebucheinträgen, die nur für Verwirrung sorgen weil sie meist komplett andere Dinge erzählen als fast zeitgleich entstandene Blogbeiträge.
Grundsätzlich werden fast alle Menschen im Land (die von Anfang an pauschalisiert werden als "Afrikaner") schlecht gemacht, mit Ausnahme einiger Zanzibaris, mit denen Heike fast jeden Abend kräftig feiern geht. Nicht zu vergessen ihre Stammbar, in der sie scheinbar immer ist und grundsätzlich nur von Alkohol lebt. Fällt dann mal der Strom aus (was durchaus normal ist), wird sich direkt beschwert, weil der Kühlschrank nicht mehr geht und der Ventilator im Zimmer auch nicht, weswegen Heike nachts nicht schlafen kann - die Möglichkeit, sich einfach von Anfang an an die Temperaturen zu gewöhnen (ohne Ventilator), hat Heike scheinbar gar nicht in Betracht gezogen (schließlich ging sie ja scheinbar davon aus, dass Stromausfälle nicht an der Tagesordnung wären und generell alles wie in Deutschland sei).
Ganz besonders gerne beschwert sich Heike über die "ungebildeten, frechen und ständig bettelnden" Kinder des Landes (natürlich auch pauschalisiert), die sie ständig um Bonbons anbetteln würden - was natürlich absolut nicht verständlich ist, nachdem Heike zu Anfang all ihre Süßigkeiten an Kinder verschenkte. Ständig als "mzungu" (Weißer) bezeichnet zu werden ging Heike ebenfalls auf die Nerven - doch statt das ganze mit Humor zu nehmen und zu probieren, sich zu integrieren um in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden, schottet Heike sich ab und ist fast ausschließlich mit Weißen unterwegs - egal wo und egal in welcher Situation. Somit ist ihr Blick auch sehr "europäisch" - alles und jedes wird mit Deutschland verglichen, und ist mal etwas nicht ganz so wie Heike es möchte, muss sie sich darüber erstmal eine halbe Seite lang auslassen.
Und sind dann ihre Mitbewohner weg, traut sie sich nicht mehr vor die Tür, weil zwei Männer dort herumlungern, die Tage vorher eine Freundin überfallen haben - und natürlich gibt es auf Zanzibar keine Polizei, der man den Vorfall melden könnte, wenn man die Täter sogar identifizieren kann.
Über Heikes Arbeit erfährt man recht wenig, da kaum Platz für Beschreibungen vor lauter Beschwerden bleibt - schließlich gibt es keinen vernünftigen Computer für sie und so kann sie nicht arbeiten - und statt sich eine andere, dauerhafte und sinnvolle Beschäftigung zu suchen geht Heike in ihre Stammbar zum feiern - was auch sonst.
Aber, "das ist eben Afrika" - laut Heike. Wer wirklich etwas über Afrika und Land und Leute erfahren möchte, der sollte nicht zu diesem Buch greifen - außer er möchte in nicht sonderlich gut lesbaren Texten über Durchfallerkrankungen, Beziehungen der Autorin und Unwahrheiten über Afrika erfahren.
Und wer das Buch schon gelesen hat: Nicht abschrecken lassen! Tansania kann auch ganz anders sein, wenn man wirklich probiert hier zu leben und sich zu integrieren! :)