Produktinformation
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Vor zehn Jahren ist die Mauer gefallen und damit das Leben von Heidi M. (Katrin Saß) zusammengestürzt. Der gelernten Elektroinstallateurin und ihrem Mann Winnie (Kurt Naumann), einem renommierten Fotografen, ging es gut in der DDR. Mit dem neuen Staat kam für Heidi ein völlig neues Leben. Ihr Mann hat sie wegen einer Jüngeren verlassen, Arbeit konnte sie in ihrem Beruf nicht mehr finden. So musste sie noch einmal von vorne anfangen. Das ist ihr zum Teil auch gelungen. Mit einem kleinen Geschäft, einer Art Kiosk und Videothek, hat sie sich eine neue Existenz aufgebaut. Aber emotional steht sie immer noch vor dem Nichts. Als sie den sich nach einer Heimat sehnenden Flugzeugelektroniker Hans (Dominique Horwitz) kennen lernt, könnte etwas Neues beginnen. Doch genau davor hat Heidi Angst.
Michael Klier nähert sich seiner Heldin sehr vorsichtig und behutsam. Auch er hat nicht alle Antworten auf ihre Fragen und Probleme. Er zeigt nur ihre Unsicherheit und ihre Angst, er illustriert ihre Orientierungslosigkeit genauso wie ihr Ringen um eine Zukunft in leisen Bildern. Dabei lässt er Katrin Saß den größten nur erdenklichen Spielraum. Wie für ihre Figur bedeutete die Wiedervereinigung auch für die Schauspielerin einen radikalen, fast schon vernichtenden Einschnitt. Heidi M. ist ihre erste Hauptrolle in einem Film seit der Wende. Man spürt ihre Erfahrungen, ihre Enttäuschungen, aber auch ihre Hoffnung und ihren Willen, in jeder noch so kleinen Szene. So wahrhaftig wie ihre Heidi M. hat schon lange keine Figur mehr im deutschen Kino gewirkt. Insgesamt bemüht sich Michael Klier hier zwar etwas zu sehr um einen französischen Touch, aber selbst das vergisst man angesichts von Katrin Saß Natürlichkeit. Die Nuancen ihres Spiels und die Aufrichtigkeit ihres Porträts einer Frau ohne inneres Zentrum transzendieren alles andere. --Sascha Westphal
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