Aus der Amazon.de Redaktion
Peter ist jetzt kein schüchternes und Ziegen hütendes Landkind mehr, sondern ein frecher Junge aus Amerika, Dete eine gestresste Modedesignerin aus der Berliner Friedrichstraße und Clara keine behinderte Millionärstochter aus Frankfurt, sondern die mit materiellen Gütern überhäufte und allein gelassene schwierige Tochter von Tante Dete. Immerhin der Großvater, gespielt von Paolo Villagio, der in Italien Kultstatus genießt, wohnt immer noch einsam auf der Alm, und schafft es, durch Heidi seine Verbitterung zu überwinden.
Entgegen den Trickfilmklassikern beginnt hier die Geschichte etwas früher: Wir sehen Heidi am Anfang glücklich mit ihrer Mutter und erleben mit, wie sie sie durch ein Unwetter verliert und plötzlich allein auf der Welt ist. Erst wird sie auf Großvaters Alm geschickt. Als sie endlich sein Herz erobert hat, wird sie wieder von ihm weggerissen und muss mit Clara in Berlin klarkommen, bis es dann doch noch ein Happyend gibt.
Wer die Leichtigkeit, den Charme und den Optimismus der alten Heidi-Filme und der Bücher erwartet, wird hier enttäuscht. Die Grundstimmung der Neuverfilmung ist melodramatisch, mit einem guten Schuss unromantischen Realismus und richtet seinen Fokus auf die Probleme der Figuren. Deshalb nichts für Kinder unter sechs Jahren, auch wenn der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben wurde. Schöner wäre es gewesen, wenn es, wie bei den Kästner-Remakes, auch bei Heidi gelungen wäre, den Charme der Urvorlage beizubehalten. --Daphne Großmann
Video Jakob Kurzinhalt
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Blickpunkt: Film
Sonnenüberflutete Berge, grasgrüne Weiden und glückliche Ziegen - damit verbindet man landläufig jene Welt, in der das kleine Waisenkind Heidi stets frohgemut das eine oder andere (harmlose) Abenteuer erlebt. Doch wer im neuen Millennium bestehen will, der muss seine Stoffe der heutigen Zeit anpassen, vor allem, wenn sie - wie Spyris Roman - bereits 120 Jahre auf dem Buckel haben. Und dieses 'Facelifting' hat Markus Imboden betrieben. Der Schweizer Filmemacher, sowohl im Fernsehen (Episoden von 'Die Fahnder' und 'Bella Block') als auch im Kino ('Frau Rettich, die Czerni und ich') aktiv, präsentiert seine Titelfigur - tatkräftig unterstützt vom Autoren-Team Jasmine Hoch und Martin Hennig - als modernes Girl, das genau weiß, was es will. Und diese Energie wird Heidi (Newcomerin Cornelia Gröschel) auch brauchen. Denn als sie nach dem Bergtod des Vaters auch noch die geliebte Mutter bei einem Unfall verliert, ist die Vollwaise ganz auf sich allein gestellt. Nicht ganz, denn nach dem Willen ihrer Tante Dete (Marianne Denicourt), die in Berlin als Modedesignerin arbeitet, soll sich Heidis mürrischer Großvater, genannt 'Alpöhi' (Paolo Villaggio), der hoch in den Bergen in einer Hütte haust, um das Kind kümmern. Erst kommen die beiden gar nicht miteinander aus. Doch als das Eis gebrochen ist und Heidi in Ingenieurssohn Peter Geissler (Aaron Arens) einen guten Freund sowie in den Ziegen Max und Moritz zwei wunderbare Spielkameraden findet, blüht das Mädchen richtig auf. Leider nur für kurze Zeit. Denn Tante Dete beschließt, ihre Nichte mit nach Berlin zu nehmen. Dort soll Heidi mit ihrer etwa gleichaltrigen Cousine Clara (Nadine Fano) aufwachsen. In der Großstadt überfordert, von der Tante vernachlässigt und von Clara, einem hochgradig zickigen Teenager, gepiesackt und gedemütigt, will Heidi nur noch eines - zurück nach Hause in die geliebten Schweizer Berge...
Ob E-Mail oder Handy, zeitgemäße Popmusik und Klamotten, alleinerziehende Karrierefrauen oder verzogene Einzelkinder - 'Heidi', der Film, erweist sich in allen Bereichen auf der Höhe der Zeit. Dabei hat Imboden versucht, an der Grundstimmung des Kinderkultbuchs so wenig wie möglich zu ändern. Dass dies größtenteils auch gelang, ist ein Verdienst des Schauspiel-Nachwuchses um Cornelia Gröschel, die aus 400 Bewerberinnen für die Titelrolle ausgesucht wurde, aber auch der alten Hasen wie dem 70-jährigen Leinwandveteranen Paolo Villaggio, der in einem der originellsten Momente des Films, der Duschszene, nicht ohne Stolz seinen mächtigen Bauch zu Markte trägt. Dass 'Heidi' darüber hinaus auch noch sehr gefühlvoll heikle Themen wie Trennung, Trauer und Verlust anspricht, unterscheidet das Werk wohltuend von vergleichbaren Produktionen, die sich voll und ganz dem Entertainment verschrieben haben. Damit hat Kinderfilm-Spezialist MFA nach 'Pettersson und Findus', der im letzten Jahr über eine Million Besucher ziehen konnte, erneut einen Trumpf im Ärmel, der bei entsprechendem Engagement erneut an der Kinokasse stechen sollte. lasso.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Leider hält all dies nur kurze Zeit. Denn die allein erziehende Tante Dete beschließt, ihre Nichte mit nach Berlin zu nehmen. Dort soll Heidi mit ihrer Cousine Clara aufwachsen. In der Großstadt überfordert, von der Tante vernachlässigt und von Clara, einem zickigen Teenager, gepiesackt und gedemütigt, will Heidi nur noch eines - zurück nach Hause in die geliebten Schweizer Berge...