Dust ist eine Kriegsspiel oder eine Konfliktsimulation. Es ist vergleichbar mit Risiko oder Axis & Allies, besticht aber durch zahlreiche eigene Ideen. Ziel des Spiels ist es durch Besetzen von strategischen Gebieten wie z.b. Energiequellen Siegpunkte zu sammeln. Insgesamt ist das Spiel ein sehr gutes abwechslunsgreiches Strategiespiel, dass aber trotzdem einen hohen Glücksfaktor besitzt.
Spielprinzip:
------------
Dust wird rundenweise gespielt, wobei jede Runde aus 3 Phasen besteht.
In der Initiativphase werden die sehr schön illustrierten Karten ausgespielt um die Spielreihenfolge zu bestimmen. Dabei sucht sich jeder Spieler eine Karte seiner Handkarten aus und legt sie verdeckt vor sich. Die Werte auf den Karten bestimmen die Spielerreihenfolge (der höchste Wert beginnt, danach der zweithöchste usw.).
Die Spielzugphase gliedert sich in 3 weitere Phasen die jeder Spieler nun ausführt. Dabei führt der Spieler mit dem höchsten Kartenwert zuerst diese 3 Phasen aus, dann der Spieler mit dem zweithöchsten Wert, usw. Die 3 Phasen sind:
Produktionsphase:
Anhand des Produktionswertes der Karte, der besetzten Produktionszentren, Energiequellen und Hauptstädte erhält der Spieler Produktionspunkte mit denen er Panzer, Jagdflugzeuge, Mechs, Bomber, U-Boote oder neue Spielkarten kaufen kann.
Bewegungsphase:
Anhand der Bewegungspunkte auf der ausgespielten Karte, bewegt der Spieler seine Einheiten. Dabei gelten für U-Boote und Bomber besondere Regeln, alle anderen Einheiten dürfen solange über eigene oder leere Gebiete ziehen bis dies nicht mehr geht. Sind alle Bewegungspunkte aufgebraucht, oder kann bzw. will der Spieler sich nicht mehr bewegen kommt es zur
Kampfphase:
Der Spieler kann so oft angreifen wie der Angriffswert seiner Karte angibt. Dabei darf er nur zu seiner Armee benachbarte Gebiete angreifen. Gekämpft wird mittels Würfel, die für jeden Würfel eine 1/3 Trefferchance haben. Jeder Einheitentyp hat dabei unterschiedliche Werte. So greift jeder Mech zwei Kampfwürfeln an, jeder Panzer nur mit einem. Außerdem hat jede Einheit noch einen Initiativwert, der bestimmt welcher Spieler angreifen darf. Bomber und U-Boote haben zudem Spezialangriffe. Außerdem kommen in der Kampfphase die meisten Spezialfähigkeiten der jeweiligen in der Initiativphase ausgespielten zur Geltung, wie z.b. die Raketentruppen die einem ermöglichen einen Würfelwurf nochmals zu wiederholen.
Nach dem jeder Spieler seinen Zug gemacht hat kommt dei letzte Phase jeder Spielrunde:
Siegpunktphase:
Jeder Spieler erhält für die besetzten Hauptstädte und Energiequellen Punkte, außerdem gibt es noch jeweils 3 Hoheiten die zusätzliche Punkte geben. Z.B. erhält der Spieler mit den meisten Produktionszentren die Produktionshoheit, der Spieler der die meisten Landgebiete besetzt hat die Landhoheit, die Seehoheit gibt es für die meisten Seegebiete.
Hat ein oder mehere Spieler eine Grenze an Punkten erreicht, gewinnt der/die Spieler mit den meisten Punkten.
Soviel zum Spielprinzip. Wie man an diesen Erläuterungen sehen kann sind die Spielregeln doch sehr umfangreich und komplex und es dauert eine Weile bis man die Spielregeln auf den über 21(!) Seiten beherscht. Außerdem gibt es noch sogenannte epische Regeln die sich von den premium Regeln hauptsächlich durch den Spielaufbau und der Punktevergabe unterscheiden. Durch die epischen Regeln soll das Spiel aber länger dauern.
Fazit:
-----
+ Spielerzahl von 2-6 Spielern: Das ist sehr gut skalierbar, obwohl die perfekte Spieleranzahl vermutlich bei 3 liegt, da dann die Verteilung der Spieler am besten ist und die Wartezeit geringer zwischen den Zügen ist.
+ Spieldauer 2-4 Stunden: Je nachdem wieviele Spieler spielen und welche Regelvariante gespielt wird dauert das Spiel so ziwschen 2-4 Stunden. Ist damit kein Spiel für Zwischendurch, aber man muss sich auch nicht das ganze Wochenende frei nehmen um zu spielen.
+ Spielfiguren: Reichlich viele Spielfiguren die sehr gut unterscheidbar sind und außerdem sehr stabil sind. Leider ist das Design und die Farbauswahl etwas gewöhnungsbedürftig.
+ Gute Spielanleitung, mit vielen hilfreichen Beispielen und Bildern.
- Die vielen Regeln überfordern Einsteiger schnell und machen Anfängerrunden etwas zäh.
- Doch sehr glücksabhängig, es werden Karten gezogen und viel gewürfelt. Das kann zu frustrierenden Momenten führen.
- Durch das Spielprinzip kann es sehr chaotisch werden, d.h. man kann zwischen 2 Runden sehr viel gewinnen und sehr viel verlieren. Ich perönlich finde das zwar spannend, kann aber verstehen wenn man das nicht so reizvoll findet. Man kann in dem Spiel aufgrund der vielen Einflüsse und Möglickhkeiten kaum 2 Runden vorraussehen und erst recht nicht lange Srategien verfolgen. Der Reiz liegt dann eher im unmittelbaren reagieren auf vorangegangene Ereignisse. Das finden manche Spieler nicht so toll.
Insgesamt:
---------
Ich finde das Spiel gut. Es ist eine gute Alternative zu Risiko und ähnlichen Spielen, erfindet diesen Spieltyp nicht neu, ergänzt ihn aber um viele nette und spannende Aspekte. Aufgrund des Glücksfaktors bleibt es zwar spannend, aber kann auch zu großem Frust führen. Die Aufmachung des Spiels (Spielpackung, Speilfiguren, Anleitung) sind absolut hochwertig. Die Spielfiguren sind etwas gewöhnungsbedürftig, sind aber von der Qualität her besonders gut. Insgesamt kann ich dieses Spiel jedem der Fan von Spielen wie Risiko und Axis and Allies ist empfehlen, und unbedingt eine Alternative haben möchte die etwas kurzfristiger und skalierbarer ist. Außerdem jedem dem so ein Spiel noch in der Sammlung fehlt.
Zu aller letzt:
--------------
Ich habe dem Spiel 1 Stern im Bereich pädagogisch wertvoll gegeben, da es eine Konfliktsimulation oder Kriegspiel ist und ich damit Kindern nichts wertvolles über das Leben beibringen möchte. Aber ich möchte eher damit zum Ausdruck bringen dass ich solche Spiele in so einer Kategorie i.A. nicht bewerten würde.