Das Video ist ein Unboxing-Video, sprich ich zeige einfach was in der Box ist, gebe eine Übersicht über die Spielmaterialien, die restlichen Infos und Kommentare gibt es dann hier im geschriebenen Teil, wobei natürlich vieles auch schon im Kontext an der passenden Stelle im Video erwähnt wird, aber 10 Minuten Zeit sind letztlich viel zu wenig um alles zu diesem Spiel zu sagen was es zu sagen gibt.
=== Die Welt von Dust ===
Dust spielt in einer alternativen Zweiter Weltkrieg-Realität. Man befindet sich irgendwo Ende der 40er Jahre. Operation Walküre war ein Erfolg, Hitler ist tot, doch der zweite Weltkrieg ging nicht zu Ende. Ein geheimnisvolles neues Material ermöglichte den Bau neuer Superwaffen und Kampfmaschinen, so dass kein Ende in Sicht ist. Die Welt hat sich aufgespalten in drei (im Spiel spielbare) Fraktionen, die Achsenmächte, die Alliierten und die Sinosovjetische Republik. Nicht nur die Entdeckung des neuen Materials hat den Lauf der Geschichte verändert. Es gibt auch Gerüchte über Besuch von Wesen von einer anderen Welt und den Deutschen werden okkulte Praktiken unterstellt, man munkelt ihre Toten kehren als Zombies wieder zurück.
Ich persönlich mag dieses Szenario. Auch wenn das Thema Zweiter Weltkrieg an sich schon ausgelutscht ist, finde ich es sehr gut, dass es einfach in einer alternativen Realität spielt, so dass man noch neue Ideen und Elemente in dieses Szenario mit einbringen kann und sich die Designer ideenmäßig austoben können. Man darf gespannt sein, um welche Elemente Dust noch erweitert wird, das System ist ja noch sehr jung.
=== Was ist Dust Tactics für ein Spiel? ===
Bei Dust Tactics handelt es sich um ein Miniaturen-Tabletop-Brettspiel. Es ist benutzt Figuren die man normalerweise in Tabletops verwendet, liefert allerdings eher klassische Brettspielregeln. Es gibt verschiedene Einheiten: Fahrzeuge bzw. Walker, Squads (also verschiedene Miniaturen die zusammen eine Einheit bilden) und Helden, die in der Regel mächtige Sonderfähigkeiten haben.
Das Basisspiel kommt mit einer Minikampange daher, die aus sechs Szenarien besteht. In dieser Kampange geht es um eine Brücke, die erobert bzw. gehalten werden muss. Mit verschiedenen Erweiterungen bekommt man neue Kampagnen dazu. Wenn man möchte kann man aber auch einfach so eine Skrimish-Gefecht ausspielen, entweder bis zum letzten Mann, oder über eine bestimmte Rundenzahl, oder man denkt sich eigene Missionen aus.
=== Spieldauer ===
Sehr angenehm an Dust Tactics ist die Spieldauer. Der Spielaufbau ist in ca. fünf Minuten erledigt, eine Partie dauert dann zwischen 20-45 Minuten, so dass man zumindest die Einstiegskampange locker an einem Abend durchspielen kann, wenn man möchte. Das finde ich persönlich sehr angenehm, gerade im Vergleich zu richtigen Table Top Spielen, die mitunter Stunden dauern können. Auch das Spielgefühl an sich wird durch die kurze Spieldauer unterstützt. Ein Sturm auf eine Brücke war nunmal keine Sache von Stunden. Die Einheiten stürmen nach vorne, versuchen sich eine Lücke in die Verteidigung zu schießen, da heißt es Handeln und sich nicht stundenlang irgendwo einmauern in der Hoffnung bloß nicht getroffen zu werden.
=== Regeln ===
Da die Spieldauer recht kurz ist können die Regeln auch nicht kompliziert sein mag man denken - und man hat auch im Grunde recht. Wenn man eine Einheit aktiviert hat man zwei der folgenden Aktionen zur Verfügung
- Bewegung
- Angriff
- Fähigkeit
- Dauerfeuer (verbraucht beide Aktionen)
- Nichtstun
Die Bewegungsregeln sind sehr einfach, das nutzen von Fähigkeiten ebenfalls, Dauerfeuer heißt einfach, dass man schon gut steht und nichts macht außer schießen und Fehlwürfe einmal neuwürfeln darf. Selbst die Ermittlung der Sichtlinie ist sehr einfach, das einzige, wo man vlt. zwei, dreimal nachschlagen muss sind die Deckungsregeln. Wann gibt mir was wo Deckung, wie wirken sich Fahrzeuge aus, wie Ecken, wie Gebäude, wie Kisten und wie Panzersperren. Aber auch hier sind die Regeln an sich relativ intuitiv und nach ein paar Partien wird man auch dort nichts mehr nachschlagen müssen. Die Einheiten verfügen jeweils über spezielle Eigenschaften die auf ihrer Übersichtskarte angegeben sind, auch hier muss man in den ersten ein, zwei Partien nachschlagen, was diese Eigenschaften genauen bedeuten, danach hat man#s drin.
Ich habe schon einige andere Miniaturenspiele gespielt und muss sagen, dass die Regeln für Dust Tactics wirklich eher kurz und übersichtlich sind. Etwas was ich persönlich sehr gut finde, denn andere Spiele dieser Art habe ich ein, zweimal gespielt, wenn ich es dann aber ein paar Wochen später wieder aus dem Regal holen wollte, haben mich die oft umfangreichen Regeln in die man sich weider hätte hineinarbeiten müssen abgeschreckt. Bei Dust Tactics dürfte dies eher kein Problem werden.
=== Strategische Tiefe ===
Hier sollte man einen Blick auf den Namen des Spiels werfen: Dust TACTICS. Sprich es handelt sich bei Dust um kein ausuferndes Strategiespiel, bei dem man ewig überlegen sollte, sondern um ein schnelles, intuitves, taktisches Scharmützel-Spiel. Man entwickelt vor Spielbeginn grob einen Plan und schaut dann was passiert. Die meisten Einheiten überleben nicht lange. Ein Treffer und sie sind weg. In manchen Kommentaren zu dem Spiel habe ich gelesen, dass es als nervig empfunden wurde, dass derjenige der sich zuerst aus der Deckung wagt auch zuerst Treffer hinnehmen muss und dass dies dazu führt, dass man sich einfach nur einigelt. Dafür sind die Szenarien bzw. Kampagnen sehr nützlich, da man hier ein bestimmtes Ziel erreichen muss, und sich daher früher oder später aus der Deckung wagen muss. Letztlich gilt es dabei das Gelände und die Verteilung der Einheiten des Gegners optimal auszunutzen und dann eben noch gut zu würfeln, wobei man dank der Deckungsregeln dass reine Würfelglück etwas ausgleichen kann. Wenn man in Deckung befindet kann man, je nachdem wie gut die Deckung ist im Idealfall alle Treffer des Gegners negieren - wer einfach so offen im Feld steht hat da natürlich das Nachsehen.
=== Deckung ===
Es gibt zwei Arten von Deckung: Weiche und Harte. Häuserecken, Munitionskisten oder das Kämpfen in Gebäuden geben einem weiche Deckung. Liegen innerhalb der Sichtlinie mehrere Elemente die einem weiche Deckung geben erhält man harte Deckung bzw. Panzersperren liefern ebenfalls harte Deckung. Befindet man sich in Deckung würfelt man pro Treffer des Gegners selbst einen Würfel. In Weicher Deckung hat man eine 33% Chance den Treffer zu negieren, bei harter Deckung sind es 66%. Ich habe wenig bis keine Erfahrung mit anderen richtigen Table Tops, aus anderen Miniaturspielen die ich kenne, kenne ich so etwas nicht und ich finde es ist eine gelungene Mechanik um das Glück etwas aus dem Spiel zu nehmen, wobei die Würfelwürfe natürlich dennoch einen ennorm hohen Anteil haben
=== Das beste aus zwei Welten: Dust Tactics & Dust Warfare ===
Dust Warfare ist der Name des Dust Table Tops. Das ist aber kein neues Spiel sondern lediglich eine Möglichkeit aus seinem Dust Tactics Brettspiel mit einem neuen Regelwerk namens Warfare ein richtiges Tabletopspiel zu machen. Dieses benutzt dann keine Spielfelder mehr, sondern hat richtige Reichweiten, andere Bewegungsregeln und viele andere Elemente die man aus Tabletops kennt. Man kann sich richtiges Gelände basteln oder aus anderen Spielen verwenden usw. Nur die Einheiten der Grundbox bieten sicher etwas wenig Ausgangsmaterial für epische Warfare Schlachten, wer aber angefangen hat, Dust Tactics zu erweitern und bereits neue Einheiten besitzt, hat auf jeden Fall eine gute Grundlage.
Wenn man z.B. einen Freund hat und jeder eine Fraktion sammelt und zusammenstellt hat man eine verhältnismäßig kostengünstige Möglichkeit sich eine Miniaturenarmee zusammenzustellen.
Obwohl ich mit Tabletops bisher gar nichts am Hut hatte könnte diese Variante für mich durchaus der Einstieg in die Tabletopwelt werden...
=== Erweiterungen ===
Die Regeln dieser Edition umfassen alle Regeln für alle bisher erschienen Einheiten. Daher werden einige Dinge erwähnt, die nur mit dem Core-Set keine Rolle spielen. Daher bekommt man schon eine Ahnung, was einem dieses Spiel noch alles bieten kann und was für ein Potential da noch drin steckt. Die Missionen im Grundspiel erlauben Armeen von einer Größe bis zu 130 Punkten. Sämtliche Einheiten einer Fraktion des Grundspiels ergeben addiert noch nicht mal 130 Punkte, so dass man nur mit dem Grundspiel wenig Variation hat. Möchte man da mehr ausprobieren und sich neue individuelle Armeen zusammenstellen führt kein Weg an Erweiterungen vorbei, zumal es auch schön ist, mehr als nur die Brückenkampagne zur Verfügung zu haben, aber das ist etwas, was bei allen Spielen dieser Art so ist, auch bei Battlelore wird niemand, der es ausgiebig gespielt hat, auf Dauer nur mit dem Grundset glücklich gewesen sein.
Ich hoffe nur dass etwaige Erweiterungen Dust Tactics nicht unnötig komplizierter machen, denn gerade die Einfachheit ist eine große Stärke des Spiels.
=== Miniaturen ===
Ich bin auf diesem Gebiet leider kein Experte. Ein paar Miniaturen seht ihr ja in dem Video. Es sind Standard 28mm Miniaturen, die Fahrzeuge sind natürlich entsprechend größer.
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