Wer, wie ich, mit dem ganzen Warhammer-Universium eigentlich nichts anfangen kann, sich aber dennnoch für gute Gesellschaftsspiele interessiert sollte noch nicht weiterklicken, sondern weiterlesen. Mit diesem ganzen Tabletopzeugs, dem Figuren anmalen, den Orcs, den Echsenmenschen, usw. hatte ich noch nie viel am Hut. Allein das ganze Geld, das man in die Figuren und die Farben stecken muss, hat mich immer davon abgehalten, aber auch generell hat mich nie irgendwas zu Warhammer gezogen. Daher bin ich froh berichten zu können, das das Kartenspiel Warhammer: Invasion auch komplett ohne Vorkenntnisse zu spielen und noch viel wichtiger auch zu genießen ist. Natürlich gibt einem alten Warhammerhaudegen das Spiel sicherlich noch mehr, aber auch ohne jemals irgendetwas über Warhammer gehört zu haben, findet man einen leichten Einstieg ins Spiel. Und wenn man einmal seine Vorurteile gegenüber dem Label Warhammer abgelegt hat, wird man auch tatsächlich mit einem klasse Spiel belohnt.
Worum geht's?
Warhammer Invasion ist ein Zwei-Personen Kartenspiel in dem jeder der Spieler eines von vier Völkern spielen kann: Das Imperium, das Chaos, die Orks und die Zwerge. Jede Rasse verfügt über eine eigene Hauptstadt, eigene Einheiten, Gebäude, Hilfen, Taktiken und Quest und spielt sich komplett unterschiedlich. Dabei ist das Spiel sehr Actionorientiert und dreht sich im wesentlichen um den Kampf. Von der ersten Runde an wird attackiert und verteidigt. Jede Fraktion besitzt eine Hauptstadt, die aus drei Bereichen besteht. Brennen zwei der drei Bereiche einer Hauptstadt wurde sie überrannt und der Spieler hat verloren.
Wie geht Warhammer: Invasion?
Das Zentrum des Spiels ist ein Minispieplan der die Hauptstadt repräsentiert, die in drei Bereiche unterteilt ist: Das Schlachtfeld, das Königreich, und die Questzone. Im Königreich werden Ressourcen gesammelt. die Questzone ist für das Nachziehen neuer Karten zuständig, und mit Einheiten auf dem Schlachtfeld kann die gegnerische Hauptstadt angegriffen werden. Einheiten müssen bezahlt werden, also ist es notwendig, das Königreich auszubauen. Man benötigt eine gewisse Auswahl an Karten, also ist es notwendig die Questzone auszubauen. Und natürlich muss man dem Gegner Schaden zufügen, also müssen Einheiten in die Questzone befehligt werden.
Fast jede Karte trägt ein Machtsymbol. stärkere Karten auch mehrere. Für jedes Machtsymbol in der Königreichszone bekommt man eine zusätzliche Ressource bei Rundenbeginn, für jedes Machtsymbol in der Questzone eine Karte, und jedes Machtsymbol auf einer Einheit auf dem Schlachtfeld kann man den gegnerischen Einheiten oder der Hauptstadt Schaden zufügen.
Zusäztlich kann man in jede Runde eine Karte von seiner Hand als Entwicklung in eine Zone spielen. Jede Zone hat 8 Trefferpunkte, jede Entwicklung erhöht die Trefferpunkte um eins.
Wie schon oben erwähnt, verliert ein Spieler, sobald zwei der drei Bereiche brennen, der Gegner der Zone also mehr Schaden zugefügt hat, als sie Trefferpunkte hat.
Was passiert wirklich?
Action von der ersten Runde an. Gerade am Anfang liegt meistens ein Bereich der eigenen Hauptstadt vollkommen frei und wird vom Gegner direkt angegriffen, so das man schnell den ersten Brennpunkt findet den man verteidigen muss, um nicht vom Gegner überrannt zu werden. Gleichzeitig muss man seine Hauptstadt aber ausbauen, um in späteren Zügen mehr Ressourcen anhäufen zu können, mehr Karten ziehen zu können und mit mehr Einheiten angreifen zu können. Man muss einen Mittelweg finden, den eigenen Angriff zu optimieren und gleichzeitig seine Stadt so abzusichern, dass man selbst gewonnen hat, bevor man vom Gegner überrannt wird. Taktikkarten, die das Kmapfgeschehen beeinflussen können, sind einem dabei oftmals eine große Hilfe.
Lohnt sich das ganze?
Dadurch dass sich die vier Völker sehr unterschiedlich spielen, ist der Wiederspielreiz sehr hoch. Selbst nach meinen bisher absolvierten zehn Partien kann ich noch nichts abschließendes zu Warhammer: Invasion sagen. Zu viel gibt es noch zu entdecken, für jedes Volk gibt es eigene Strategien und man muss auf jedes neue Volk als neuen Gegner anders reagieren. Kurz: Der Wiederspielreiz ist sehr groß und eine Langzeitmotivation absolut vorhanden.
LCG - Was ist das?
Warhammer: Invasion ist ein LCG, ein Living Card Game, also ein Spiel, das immer wieder durch Erweiterungs-Packs ausgebaut wird. Anders als bei Spielen wie Magic hingegen, wo man nie wusste, was man bekommt, und teilweise sehr viel Geld investieren musste, um an die begehrten Karten zu kommen, ist ein LCG ein Spiel bei dem jeder Spieler mit jedem Erweiterungspack das gleiche bekommt. Man kann sein Basisispiel also ausbauen, wenn man möchte, ohne übermäßig viel Geld investieren zu müssen.
Warhammer: Invasion ist dabei ein sogenanntes Core Pack, es enthält vier spielbare Völker und ist damit schon absolut spielbar und liefert Reiz für zahlreiche Partien.
Wem es dann zu langweilig wird, der kann sich mit den Erweiterungen versorgen.
Ich persönlich halte von diesen ganzen Spielen, bei denen man sich vor Spielbeginn erstmal sein Deck zusammenbauen muss, um sich dann zu messen, absolut gar nichts. Ich möchte die Karten, wie bei Dominion, aus der Box nehmen und direkt losspielen können. Dies ist bei Warhammer: Invasion möglich und daher kann ich für dieses Spiel nur eine klare Empfehlung aussprechen
Fazit
Warhammer: Invasion ist ein temporeiches, actiongeladenes Kartenspiel, bei dem die Armeen sehr schnell aufeinander prallen. Die Spieler haben zahlreiche Entscheidungen zu treffen und jede der vier Rassen des Core-Packs spielt sich anders und somit bietet das Spiel einen hohen Wiederspielreiz und das Gefühl, dass es immer noch mehr zu entdecken gibt. Es ist ein reines Zwei-Personenspiel und eher für Vielspieler geeignet, auch wenn die grandiose künstlerische Gestaltung der Karten und Spielbretter auch Wenigspieler auf das Spiel aufmerksam macht.