Das Spiel macht schon ein wenig neugierig, wenn man es so auspackt. In der Spielschachtel findet man kein Spielbrett, keine Figuren, sondern Pfannen (richtige kleine Pfannen, keine Pappfpannen), Gewürzflaschen, kleine Gasherde (die sind allerdings aus Pappe), und dann aber doch noch ein paar Spielmaterialien, die an ein normales Spiel erinnern, z.B. Kochlöffel, Sterne, Gerichte und Crepes. Worum es geht scheint also ganz klar zu sein: Wir sollen Chefköche werden, Sterne verdienen, und köstliche Gerichte zu bereiten. Auf den Punkt gegart und perfekt gewürzt. Doch wie wird da ein Spiel draus?
Zunächst gibt es Gerichte in fünf verschiedenen Schwierigkeitsstufen, durch unterschiedliche Farben symbolisiert. Jeder stellt seinen Herd vor sich, stellt eine Pfanne drauf, bekommt eine Ablage für fertige Gerichte, man wählt sich ein Gericht aus, legt es in die Pfanne, stellt den Herd auf Null, nimmt sich eine Kaffeetasse, stellt die Gewürzflaschen in die Mitte, platziert die Sterne auf dem Tisch, gibt dem ersten Spieler die drei Kochlöffel und platziert die Spüle in der Tischmitte direkt neben dem Müll.
Dann gehts los. Jeder hat drei Aktionen, die durch die Kochlöffel symbolisiert werden. Jedes Gericht hat einen idealen Temperaturbereich, in dem es zubereitet wird. Kalte Gerichte müssen auf Stufe Null zu bereitet werden, Crepes können von 0 - 6 alles vertragen, und manche brauchen Werte zwischen 3 - 4. Möchte man als den Herd auf die richtige Temperatur bringen, würfelt man einfach. Dabei kann man die Werte 1, 2 und drei Würfeln, außerdem kann man noch eine Kaffeetasse erwürfeln, oder eine 1-3 so das man sich den Wert selbst aussuchen darf und schließlich gibt es auch noch eine Würfelseite, die jeden Herd um eine Temperaturstufe ansteigen lässt. Das kann fatal sein, falls ein anderer Koch sein Gericht gerade auf der idealen Temperatur hat. Verlässt man den Idealbereich nämlich und lässt den Herd zu heiß werden, ist das Gericht verbrannt, und muss in den Müll entsorgt werden, sobald der Spieler dran ist.
Außerdem kann man die Gerichte noch würzen. Die meisten Speisen muss man sogar würzen. Wie man sie zu würzen hat, steht auf dem Gericht selbst, welches vor einem in der Pfanne liegt. Möchte man würzen nimmt sich ein Gewürzglas, darf es vor dem Öffnen nach belieben schütteln, und muss es dann ein einer konstanten Bewegung vertikal einmal über die Pfanne schütten. Dabei können dann unterschiedlich viele Gewürze in die Pfanne fallen, aber auch Salz, von dem sich in jedem Gewürzfläschchen füfn Stück befinden. Hier ist Vorsicht angesagt, wenn man ein Gericht mit drei Salz verwürzt, kommen die Gewürze in den Abwasch und das Gericht in den Müll. Aber auch bei den normalen Gewürzen gilt: Sobald man drei Gewürzsteine in der Pfanne hat, ist es verwürzt und damit ungenießbar und wird entsorgt. Das entsorgen bringt keine Strafpunkte mit sich, allerdings hat man Zeit verloren, in der die anderen Chefköche leckere Speisen zubereitet haben können.
Würzt man ein Gericht übrigens perfekt, hat also kein Gewürz zu viel in der Pfanne, und hat man es dann noch auf der richtigen Temperatur, so ist dies wahrlich eine Meisterleistung und der Koch wird mit einem Stern belohnt. Hat man zu einem Zeitpunkt des Spiels drei Sterne gesammelt ist man in der Tat der Chefkoch und hat automatisch gewonnen, egal wieviele Punkte die Gerichte wert waren.
Da war da noch was? Genau die Kaffeetassen. Kochen ist ein hartes Geschäft, und da gönnt man sich während seines Zuges doch gerne mal eine Pause, bei der man keinen Kochlöffel abgeben muss. Hier darf man seine erwürfelten Kaffeetassen einsetzen. Da kann man beispielsweise nochmal drei zusätzliche Züge ausführen, oder aber acuh mal etwas interaktiver und gemeiner sein und beim Konkurrenten einfach mal nachwürzen. Verwürzt man bedauerlicherweise sein Gericht, ist es wertlos und wird entsorgt. Außerdem kann man noch Pfannen tauschen. Das ist natürlich toll, wenn ein anderes Gericht viele Punkte gibt und fast fertig ist. Die Lorbeeren von anderen ernten ist nunmal die einfachste und schnellste Möglichkeit zu Ruhm und Ansehen zu kommen. Außerdem ärgert es die anderen Köche .
Wer gerade einen Crepes zubereitet, ist vor solchen diebischen Kochkonkurrenten zum Glück geschützt. Crepes bereiten sich auch etwas anders zu, als die anderen Gerichte. Sie vertragen eine Temperaturspanne zwischen 0 - 7. Man würfelt vor seinem Zug einmal und stellt den Herd entsprechend hoch. Dann hat man zwei Versuche, um den Crepes einmal in der Pfanne zu wenden. Natürlich ohne etwas anderes als den Griff der Pfanne zu berühren, sprich durch schwenken der Pfanne, hochwerfen des Crepes und wieder auffangen des Crepes. Das bringt immerhin fünf Punkte mit sich (das "beste" Gericht gibt sechs), ist jedoch auch ziemlich schwierig. Im Endeffekt eine Glückssache. Wobei geübte Spieler sicher hier im Vorteil sind.
Und sobald ein Spieler dann fünf Gerichte zubereitet hat, oder aber Chefkoch geworden ist, ist das Spiel vorbei. In letzterem Fall steht der Sieger sofort fest, im zweiten Fall werden die Punkte gezählt und somit der Chefkoch ermittelt.
Fazit:
Wer die Beschreibung gelesen hat, weiß ganz klar: Hier handelt es sich um kein anspruchsvolles Spiel, keins dass einen länger beschäftigt, sondern einfach um einen einfachen No-Brainer, der prima als Familienspiel für jung und alt geeignet ist.Für Vielspieler ist es ncihts, was einen auf Dauer reizen wird, Kinder könnten allerdings sehr begeistert von diesem Spiel sein. Es ist nett zu spielen, besticht vor durch die Aufmachung und vor allem das Material (die Pfannen sind toll, und die Herde auch). In Anbetrachts des Materials ist das Spiel noch nicht einmal wirklich teuer. Gerade das Würzen könnte in einigen Runden etwas problematisch werden. Wann hat man noch eine durchgehnde, geradlinige Bewegung, und wann ist es zu abgehackt, und gezielt. Hier sollte man auf jeden Fall nicht versuchen auf Teufel komm raus Sterne zu erreichen und einfach drauf los würfeln. Wirklich kontrollieren kann man das Würzen eh nicht, manchmal verhaken sich die Gewürze auch, und es kommt gar keins raus, so dass man eine Aktion verschwendet hat. Hier sollte wirklich zugunsten des Spielspasses darauf verzichten, zu gezielt und bedächtigt vorgehen. Das Spiel ist auf jeden Fall eine Abwechslung vom normalen Spielealltag. Ich würde nicht sagen, dass es zwingend in jede Sammlung gehört, und das man etwas verpasst hat, wenn man es noch nicht gesielt hat, aber es ist eine lustige Alternative, und wenn man mal die Möglichkeit hat, das Spiel auszuprobieren, sollte man diese auf jeden Fall nutzen.