Bitte schaut Euch noch einmal kurz das Cover, den Titel und die Beschreibung des Inhalts an, damit Ihr meine Rezension besser verstehen könnt. Danke!
Klingt doch gut oder? Was würdet Ihr bei so einer Beschreibung erwarten? Denkt bitte einmal kurz darüber nach, bevor Ihr weiterlest. Schaut Euch auch noch einmal Titel und Cover an. Fertig?
Gut .. also .. puh, was soll ich zu diesem Buch jetzt schildern. Joanne Fedler will in diesem Buch ihren Weg beschreiben, wie sie Gewicht verloren hat. Und ja, es kommen tatsächlich auch Sätze vor, in denen es wirklich ums abnehmen geht. Der Anfang des Buches ist noch recht witzig und locker gehalten und beginnt mit ihrem Weg zu einer Diätberaterin, die sie liebevoll Stabheuschrecke nennt. Bis dahin fand ich das Buch auch sehr amüsant, denn die Autorin hat einen sehr netten, lockeren Schreibstil.
Tja, und dann verändert sich das Buch .. und das wirklich direkt nach ein paar Seiten. So und nun erzähl ich Euch mal, worum es tatsächlich geht.
Joanne, ihr Mann und ihre beiden Kinder sind aufgrund der Verhältnisse im Land gezwungen, auszuwandern. Sie verlassen ihr Heimatland Afrika und wandern nach Australien aus. Sehr große Teile des Buches handeln davon, was Joanne alles zurück lassen mußte, was sie vermißt, was in Australien so viel schlechter, anders und ungewohnter ist als in Afrika. Sie vermißt ihre Familie, ihre Freunde und eigentlich alles. Aber das ist jetzt nur noch selten in einem amüsanten Ton geschrieben. Mehr und mehr verfällt das Buch in einen klagenden Ton. Die Autorin ist unzufrieden, nörgelt und daß sie ihren Mann damit nicht zur Weißglut bringt, ist für mich ein großes Rätsel.
Weitere große Teile des Buches beschreiben die Auswanderung ihres Urgroßvaters und Vaters von Amerika nach Afrika. Und immer und immer wieder werden die Gebräuche des Judentums erläutert. Was sie wann, wie essen und mit wem und daß sie so allein sind, weil ihre Familie in Afrika ist.
Und immer wieder wird auch erwähnt, warum die Autorin so viel ißt, weil immer wieder Gegebenheiten aus ihrer Kindheit dazu führten, Sätze ihrer Mutter oder Großmutter. Aber das ist auch fast schon der einzige Bezug noch über lange Strecken in dem Buch, der mit dem Abnehmen zu tun hat.
Zum Ende hin ändert sich das Buch nochmal ein bißchen, aber das konnte das Buch dann auch nicht mehr besser machen (für mich).
Ernsthaft - hätte man mir den Inhalt direkt so angegeben, also daß es eigentlich um ein Stück Leben der Autorin und ihren Kampf geht, sich in einem neuen Land zurecht zu finden. Daß das Buch den Glauben einer Familie näher bringen will. Daß es Geschichten über die Vergangenheit sind über verschiedene Familienangehörige und ihre Auswanderungen, hätte ich das Buch mit ganz anderen Augen gelesen.
So erwartete ich ein lockeres, amüsantes Buch, das sich mit den Problemen des Abnehmens beschäft und das war es für mich überhaupt nicht.
Der englische Titel des Buches heißt übrigens "when hungry, eat" und bringt eigentlich viel mehr nahe, daß die Autorin zwar hungrig ist, aber daß es hierbei eigentlich gar nicht ums Essen geht, sondern mehr um eine Art Lebenshunger, geschürt durch ihre Unzufriedenheit.
Ich weiß nicht, ob ich zu engstirnig bin, daß ich einfach nicht so schnell vom erwarteten auf das erlebte umstellen konnte. Ich habe zu dem Buch schon sehr gute Rezensionen gelesen, die das Buch sehr hoch bewertet haben. Und da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich Geschmäcker sind.
Das einzige, was mir in dem Buch wirklich ausnahmslos gut gefiel waren die kleinen Zitate und Weisheiten zu Beginn eines jeden Kapitels. Ich mag solche Sprüche einfach sehr gern.