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Das Buch erzählt die exemplarische Geschichte des Studenten Ulrich, der vom unpolitischen Frauenheld zum politischen Aktivisten mutiert. Ulrich dringt im Laufe des Romans immer tiefer in die 68er-Szene ein und steht schließlich beinahe im Zentrum der Ereignisse. Er druchläuft gleichsam alles Stationen einer typischen Sozialisation dieser Generation: Anti-Springerdemos, SDS, Universitätskrawalle, Wohngemeinschaft, sexuelle Befreiung, Konflikt mit der Vätergeneration, Vietnam-Krieg, Terrorismus, Straßentheater, Basisarbeit in der Fabrik.
Im letzten Teil des Buches geht es schon um das (vorläufige?) Scheitern der Bewegung. Nachdem die großen Träume fürs erste zerplatzt sind, entscheidet Ulrich sich dafür, den Beruf des Grundschullehrers zu ergreifen. Der Marsch durch die Institutionen hat begonnen.
Die wichtigste Figur neben Ulrich ist der intellektuelle Studentenführer Petersen, der ein bißchen an Rudi Dutschke erinnert. Petersen ist aber nicht nur ein glänzender Theoretiker, sondern auch ein zuverlässiger und solidarischer Freund. Trotzdem kommen Ulrich und Petersen einander menschlich nicht wirklich nahe.
Die Figur des Ulrich eignet sich sehr gut als Identifikationsfigur für den Leser, weil er anfangs eher ein unpolitischer Außenstehender ist. Ulrich und mit ihm der Leser durchleben gleichsam eine 68er-Schlüsselszene nach der anderen. Die Atmospäre dieser Zeit wird in diesen Szenen so pointiert und authentisch eingefangen, daß eine Sogwirkung entsteht, der der Leser sich kaum entziehen kann. Man hat am Ende das Gefühl, dabeigewesen zu sein.
Dieses Buch kann man durch keine Dokumentation und kein Sachbuch über die 68er-Bewegung ersetzen. Es war eine Zeit großer Ideale, aber auch großer Irrtümer. Was bleibt?
Ulrich Greiner schrieb in der FAZ über „Heißer Sommer": „(...) Timm hat mit diesem sympathisch-ehrlichen Roman über die Studentenbewegung recht, es war so, wie er sagt."
Ich weiß nicht, ob der Roman „Heißer Sommer" tatsächlich ehrlich ist. Ich war schließlich nicht dabei. Er wirkt jedenfalls, so weit ich das beurteilen kann, sehr authentisch und ist in sich durchaus schlüssig. Sympathisch ist der Roman in jedem Sinne.
Timm hat eine Erzählperspektive gewählt, die dem Leser Ullrichs Gedanken nahe bringt. Fast wirkt es so, als ob man plötzlich selber Ullrich ist und nicht nur an seinen Gedanken, Erlebnissen, an seiner Entwicklung teilnimmt. Manchmal habe ich mich über Ullrich geärgert und dann wieder über andere. Ullrichs Geschichte hat mich berührt. Ich konnte den Roman einfach nicht zur Seite legen. Ich wollte wissen, was mit Ullrich und seinen Freunden passiert.
Meiner Meinung nach geht es jedoch nicht nur um die Studentenrevolution und die Auswirkungen, die sie auf Ullrich ausübt. Es geht ebenfalls um eine Art Freundschaft, zwischen dem SDS-Mitglied Petersen und Ullrich. Eigentlich werden fast alle literarischen Figuren in dem Roman „Heißer Sommer" bei dem Vornamen benannt. Petersens Vornamen kennt man nicht. Obwohl sich Ullrich sogar eine zeitlang von Petersen distanziert, ist er wichtig für Ullrich. Die Geschichte von Ullrich und Petersen, diese zarte Freundschaft, die eigentlich gar keine ist, die ist einfach nur rührend. Die menschlichen Beziehungen spielen in Timms Roman eine wichtige Rolle. Daher ist dieser Roman nicht einfach nur ein Bericht über die Studentenrevolte, sondern ein Roman über den Protagonisten Ullrich. Es geht um seine Entwicklung, um seine Gedanken, um seine Freunde, um seine Feinde, um seine Familie, um seine Erlebnisse und um seine Geschichte von 1967-1969.
Uwe Timms Roman „Heißer Sommer" ist packend, spannend, rührend, interessant und ich gehe einfach mal stark davon aus, dass es ein ehrlicher Roman ist.
Zwar irritieren die gelegentlichen Rückblenden des Autors, da diese nicht ausdrücklich gekennzeichnet sind, jedoch fällt es bereits nach kurzem Einlesen ziemlich leicht zusammenhängende Handlungen zu verstehen, nachdem man sich an den einfach zu verstehenden Schreibstil Uwe Timms gewöhnt hat, zumal dieser aufgrund der Einbringung seiner eigenen Erfahrungen Drehbuchqualitäten besitzt.
Zuerst möchten wir erwähnen, dass wir dieses Buch in der Schule als Lektüre gelesen haben, denn von selbst... Lesen Sie weiter...
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