| ||||||||||||
Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Zehn Jahre später ist Milla Boone nur noch ein Name für die Öffentlichkeit, privat hat die junge Frau ihren Mädchennamen Edge wieder angenommen. Ihre Ehe hatte die Tragödie nur etwa ein Jahr überdauert. David konnte nicht damit fertig werden, dass Millas einziger Lebensinhalt darin bestand, ihr Baby zurückzubekommen, und ihren Ehemann nicht mehr wahrnahm. Obwohl er eine neue Familie gegründet hat, unterstützt er seine Ex-Frau weiterhin finanziell. Milla baute die Organisation Finders auf und nutzt so ihren seit der Entführung hohen Bekanntheitsgrad aus, um von El Paso aus nach Vermissten zu suchen.
Durch einen anonymen Hinweis hat sie nun erstmals eine heiße Spur über den Verbleib ihres Kindes. Die Fährte führt sie zurück nach Mexiko, wo sie bei einer nächtlichen Überwachung den Mann wieder sieht, dem sie damals beim Überfall das Auge ausgekratzt hat. Als sie sich aus ihrem Versteck stürzen will, kommt ihr ein mysteriöser Fremder in die Quere, der sie schachmatt setzt. Bei ihren weiteren Ermittlungen taucht dieser Mann, Diaz, wieder auf. Mit seiner Hilfe kommt Milla ihrem Ziel immer näher, den Babyschmugglerring von damals auffliegen zu lassen. Eine Jagd durch Mexiko und quer durch die USA folgt. Obwohl sie dadurch in immer größere Gefahr gerät, lässt sie sich von nichts und niemandem von ihrem Weg abbringen. Denn die Hoffnung, ihren Sohn wieder zu finden, kann sie nicht aufgeben. Der Gedanke, dass Justin schon lange tot sein könnte, ist für Milla einfach unvorstellbar.
Dass Linda Howard ein wunderbares Erzähltalent besitzt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Mit ihrem jüngsten Roman beweist sie nun, dass sie dies auch auf ein ernstes Thema anwenden kann. Milla hatte den Angriff zwar physisch überlebt, ein richtiges Leben führt sie seitdem aber nicht mehr. Ihre Ehe und die meisten zwischenmenschlichen Kontakte, selbst zu ihrer Familie, sind zerbrochen. Ihre Umwelt kennt sie nur noch als Galionsfigur ihrer Organisation, ein Privatleben ist nicht mehr vorhanden. Milla existiert lediglich, und selbst das ausschließlich aus einem Grund: die Suche nach ihrem Kind. Erst als Diaz in ihr Leben tritt, regen sich wieder längst vergessene Gefühle in ihr.
Millas Verzweiflung und ihre Entschlossenheit werden in einer solchen Intensität beschrieben, dass der Leser einfach mit der Mutter mitempfinden muss. Die Spannung ist anfangs noch gemächlich, steigert sich dann aber zu einem fulminanten Finale. Wichtiger, als die Schurken zu schnappen, ist aber diesmal die Frage, ob es für Milla noch einen glücklichen Ausgang geben wird. Denn was ist alle Rache wert, wenn der Kampf am Ende doch verloren geht?
Der Roman bewegt die Leser vielleicht auch deshalb sehr, weil er so ehrlich wirkt. Dies wird u.a. in der Beschreibung des Ex-Manns deutlich. Ein Zusammenleben wurde unmöglich, da beide auf so unterschiedliche Weise auf den Verlust reagierten. Milla und David wurden beide Opfer, das Klischee des schuftigen Gatten bleibt aus. Auch die behutsame Annäherung an Diaz wirkt nie fehl am Platz, und gerade das leise Knistern zwischen den Protagonisten ist schön beschrieben.
Heiße Spur ist ein ergreifendes Buch, das nachdenklich macht und den Leser lange nicht los lässt. Die Autorin schreibt so eindringlich über das sensible Thema, dass es niemanden kalt lassen kann.
Doch "Heiße Spur" hat mich absolut nicht enttäuscht. Ich habe alle Romane von Linda Howard gelesen, die bisher in Deutschland erschienen sind und kann ganz sicher sagen, dass "Heiße Spur" eines ihrer Besten ist.
Gerade für Frauen stellt schon das Thema des Romans einen absoluten Albtraum dar: das eigene Kind gestohlen zu bekommen und jahrelang nicht zu wissen, was mit hm geschehen ist. Daher kann man sich auch sehr gut in Milla hinein fühlen, auch wenn einem die Situation nicht aus eigener Erfahrung bekannt ist.
Es ist natürlich ein heikles Thema und anfangs war ich auch skeptisch, wie die Autorin dies wohl aufgreifen würde. Doch Linda Howard schafft eine wirklich glaubwürdige und gelungene Darstellung, die zu keiner Zeit ins kitschige abrutscht.
Die Liebesgeschichte bei dieser Konstellation ist heikel. Auch James Diaz schleppt Altlasten aus seiner Vergangenheit mit sich herum und tut sich schwer, anderen Menschen zu vertrauen. Dennoch markiert die Liebe für beide einen Neuanfang, einen Ausbruch aus den Fesseln der Vergangenheit, die den Leser berühren und absolut nachvollziehbar sind.
Milla Edge stellt eine normale Frau dar, deren Leben durch einen schweren Schicksalsschlag aus den Fugen gerät, und nicht zuletzt stellt sie einen Menschen dar, der durch diese Umstände an Grenzen getrieben wird, von denen er selbst nie geglaubt hätte, dass er sie aushalten kann.
"Heiße Spur" ist das tiefschürfendste Buch von Linda Howard, doch auch ihre anderen Romane sind spannend und beinhalten schöne Liebesgeschichten.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|