Vor mir liegt ein sehr hübsch gestaltetes Aufklärungsbuch. Nicole Baily verrät ihren Lesern die angeblich heißesten Sexgeheimnisse und untergliedert ihr Buch in: Verführung, Vorspiel, Orgasmus, Abenteuer. Das Buch ist reich bebildert und visualisiert sexuelle Handlungen aller Art.
Die Autorin erklärt zunächst unbedarften Frauen die Geheimnisse des Flirtens und auch wie offensichtlich eher prüde Frauen ihre Lust auf Sex mittels bestimmter Maßnahmen potenzieren können. Dabei frage ich mich allerdings, was eine prüde Frau dazu veranlassen könnte, solche Maßnahmen zu ergreifen.
Ein wenig stört mich das Liebdienerische, wenn es darum geht, sein männliches Sexobjekt anzutörnen. Zu den angeführten Handlungsmustern würde ich Frauen eher nicht raten. Es macht sie klein und hat nichts mit gegenseitiger Hingabe zu tun.
Empfehlungen wie jene, das sexuelle Selbst kennenzulernen, sind lobenswert, auch die anderen Geheimnisse des sexuellen Selbstbewusstseins sind nicht an den Haaren herbeigezogen.Verunsicherte Frauen sollten sich in diese Geheimnisse vertiefen und lernen, gelöst und stolz auf ihren nackten Körper zu sein, auch wenn die Maße nicht den Idealmaßen entsprechen.
Witzig fand ich das Kapitel gekonnt ausziehen. Sofern nicht nur die Frau als Stripperin im Liebensspiel fungiert, ist das sicher eine amüsante Einlage im ehelichen oder außerehelichen Sexalltag. Natürlich muss sich dererlei spontan entwickeln, aber es schadet nicht, wenn man weiß, wie man es gekonnt macht.
Amüsiert hat mich das Kapitel "Trainieren sie ihre Ausdruckskraft" Ich zitiere:" Küss mich, zuerst nur zart mit den Lippen, dann tief und leidenschaftlich. Schieb dabei deine Hand unter meinen Rock und berühr`mich über dem Höschen. Steck deine Finger hinein und streichele mit den Fingerspitzen über meine Klitoris." (Zitat: S. 35) . Ich stelle mir vor, wie Frauen solche Sätze im Kreise ihrer Freundinnen spaßeshalber auswendig lernen, wohl wissend, dass man Männern immer alles ganz genau erklären muß, bevor sie begreifen, was sie tun sollen. :-))
Sprach- und fantasiebegabte Frauen können in Zeiten von Telefonsex dann Sätze wie die oben genannten variieren:-))
Gute erklärt wird die erotische Massage, die als Vorspiel dienen soll. Es werden auch einige Aphrodisiaka genannt, die soweit o.k. sind, obgleich mir schon zu Ohren kam, dass wenig robuste Männer nach 30 Austern den Geist aufgaben.
Anschließend werden alle Sexualpunkte näher erklärt und wie man diese gegenseitig sinnvoll stimuliert. Erogene Zonen kommen zur Sprache und auch Tantratechniken, die ich als besonders interessant erachte, weil sie ein innigeres Sexerlebnis versprechen.
Oralsex wird im Rahmen des Sexspiels ebenfalls thematisiert, bevor auf verschiedene Möglichkeiten den Orgasmus zu erreichen, näher eingegangen wird. Schön, dass die Autorin hervorhebt, dass Frauen, die masturbieren, sexuell selbstbewusster sind, größere Befriedigung erlangen und leichter zum Orgasmus mit dem Partner kommen, weil sie ihren Körper besser kennen, (vgl.: S. 85). Das sehe ich auch so.
Die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren, halte ich auch für sinnvoll, weil hierdurch die Orgasmen intensiver werden, (Näheres dazu S. 94).
Das Kapitel "Abenteuer" fand ich eher untauglich, weil die Beispiele dort dem Sex die Spontanität nehmen.
Was mir an diesem Buch missfällt: das teilweise empfohlene liebdienerische Verhalten der Frauen. Verschiedene Beispiele halte ich für bedenklich, was das Selbstwertgefühl von Frauen anbelangt. Deshalb nur 3 Sterne.