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Hegels Phänomenologie des Geistes: Ein kooperativer Kommentar zu einem Schlüsselwerk der Moderne (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
 
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Hegels Phänomenologie des Geistes: Ein kooperativer Kommentar zu einem Schlüsselwerk der Moderne (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Wolfgang Welsch , Klaus Vieweg
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Vor 200 Jahren erschien Hegels Phänomenologie des Geistes, die zu einem Schlüsseltext der modernen Philosophie wurde. Der Band würdigt den Gang der Phänomenologie des Geistes in seiner Gesamtheit und legt einen kooperativen Kommentar dieses Jahrtausendwerkes vor mit dem Ziel, Hegels Entdeckungsreise ins Wissen in ihren entscheidenden Wegstrecken nachzuzeichnen und ihre Bedeutung für die zeitgenössische Philosophie herauszuarbeiten. Die Beiträge international ausgewiesener Hegel-Experten widmen sich dem Gang der Argumentation in der Phänomenologie, umspannen aber auch das gesamte Spektrum des Hegelschen Denkens im Lichte aktueller philosophischer Debatten. Entstanden ist ein umfassender Kommentarband, der insbesondere für Studierende ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Erschließung dieses Werks und der Philosophie Hegels darstellt. Mit Beiträgen u. a. von Hans Friedrich Fulda, Axel Honneth, John McDowell, Terry Pinkard, Robert Pippin und Ludwig Siep.

Über den Autor

Wolfgang Welsch ist Professor für Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Suhrkamp Verlag ist zuletzt von ihm erschienen: Vernunft. Die zeitgenössische Vernunftkritik und das Konzept der transversalen Vernunft (stw 1238);  /P>

Klaus Vieweg ist Hochschuldozent für klassische deutsche Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ebendort.


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Also man liest ja viel über die Lese-Erfahrungen mit der Phänomenologie des Geistes von Hegel. Die meisten beklagen sich, dass es sehr schwierig sei (was stimmt), andere äußern den Verdacht, es sei schlichter Unsinn, den Hegel da an den Mann (und die Frau) zu bringen versucht hätte. Wenn das kein Unsinn ist, so ist es jedoch ziemlich unwahrscheinlich; immerhin gibt es viele (auch Universitätslehrer von Rang wie der große Hegel-Kenner H.G. Gadamer), die (vielleicht) nach einiger Anstrengung sich einbilden, ein bisschen was davon begriffen zu haben.
Heidegger bemerkte mal scherzhaft, es könne sicherlich, richtig betrieben, einiges für die Schärfe des Denkens bei der Lektüre herausspringen (um dann berechtigterweise die schwer zu unterschätzende Wichtigkeit der Hegelschen Philosophie zu betonen).
Nun, in dem hier in Rede stehenden (dicken) Buch finden sich einige Besprechungen zur Phänomenologie; u.zw. anhand der von Hegel selbst vorgegebenen Orientierung der Einteilung in der Phänomenologie; die Bewusstseinskapitel werden nacheinander durchgesprochen, dann das Selbstbewusstseinskapitel, das unglückliche Bewusstsein usf.; alle, die hier veröffentlichen sind ausgewiesene Hegel-Fachleute. Wer eine Wort-für-Wort Übersetzung erwartet, wird enttäuscht. Erst einmal sollte man so viel wie möglich selber im Original versuchen, dann diesen Kommentar in zweiter Linie als Interpretationshilfe, und in erster Linie als Ergänzung lesen.
Da findet sich z.B. zum Selbstbewusstsein ein hochgradiger Aufsatz von Axel Honneth (Leiter des Instituts für Sozialforschung Frankfurt), den man gar nicht genug würdigen kann; er versucht einen Brückenschlag zur heutigen Gesellschaftstheorie. Noch ein Wort zur Wort-für-Wort-Übersetzung (was viele sich bestimmt wünschen): Das wäre m.E. nicht sinnvoll: man würde nicht mehr Hegel lesen. Ein interessantes Projekt, das sich sicher lohnen würde, wäre, ein "Langenscheidt", Hegel-Mensch, Mensch-Hegel.
Dann hört vielleicht endlich das Gejammer auf...
Alles in allem eine sehr interessante und lohnenswerte Lektüre zur Hegel-Forschung, die -wie Einstein wollte-, es so einfach macht wie möglich - aber nicht einfacher.
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Von R. K.
Von Amazon bestätigter Kauf
Vieweg und Welsch geben diesen "kooperativen Kommentar" zum 200-jährigen Erscheinen der PG von Hegel heraus. Zahlreiche Autoren reihen sich mit ihren Beiträgen entlang der Werkstruktur ein, angefangen bei der Gesamtkonzeption über die Abschnitte Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Vernunft, Geist, Religion und das absolute Wissen. Ein Ausblick schließt den Band nach fast 700 Seiten. In der Tiefe sind einige Texte herausragend, andere tangieren Hegel nur oberflächlich und wieder andere setzen ihn und seine Phänomenologie ins Verhältnis zu anderen Klassikern (wie Wittgenstein...). Sehr interessant ist Försters "Hegels Entdeckungsreisen". Er kommentiert die Entstehung und den Aufbau der PG. So spekulativ, so spektakulär ist hierbei der Hegelsche Versuch das Selbstbewusstsein in seiner Bewegung aus der sinnlichen Gewissheit, der Wahrnehmung, der "Kraft" und des Verstandes usf. herauszuarbeiten, hin zum unglücklichen Bewusstsein, zu dem Hegel schreibt: "Das unglückliche Selbstbewusstsein entäußerte sich seiner Selbständigkeit und rang sein Fürsichseyn zum Dinge heraus. Es kehrte dadurch aus dem Selbstbewusstsein in das Bewusstsein zurück [!], d.h. in das Bewusstsein, für welches der Gegenstand ein Sein, ein Ding ist; aber dies, was Ding ist, ist das Selbstbewusstsein; es ist also die Einheit des Ich und des Sein, die KATEGORIE." Ohashi bestätigt dies in seinem Beitrag "Die Tragweite des Sinnlichen": "Dagegen bedeutet das Selbstbewusstsein bei Hegel, dass die Erfahrung des Bewusstseins mit seinem Gegenstand am Ende die Erfahrung des Bewusstseins mit sich selbst ist." Wir müssen in dieser rein deskriptiven Wiedergabe schon aber auch wertend hinzugeben, dass Hegel dies unter gewissen Aprioris von statten gehen lässt. Aber wie wird sich das Selbstbewusstsein seiner selbst bewusst? Quante zitiert Hegel an der richtigen Stelle in seinem Text "Die Vernunft unvernünftig aufgefasst": "Damit ist die Grundstruktur der Vernunft erreicht, die nach Hegel darin besteht, dass das Selbstbewusstsein sich nun 'seiner selbst als der Realtität gewiss' ist." Sieps Beitrag "Moralischer und sittlicher Geist in Hegels Phänomenologie" befasst sich mit der Ethik des Werkes. Er meint, Hegels Geistbegriff "soll die unbedingt geltenden, objektiven Sitten ebenso umfassen wie das Recht des Individuums, jede Wahrheitsthese und jede Norm der Prüfung seiner eigenen Vernunft und seines Gewissens zu unterwerfen." Er gewinnt Hegel ab, dass zur Souveränität des Gewissens ein Bewusstsein gehört, "dass an dem subjektiven Imperativ der Handlung kein Zweifel möglich ist. Die Unbedingtheit einer in der traditionalen Sittlichkeit göttlich gebotenen Handlung wird in der Moderne in das GEWISSEN selber verlegt." Zum nous, also (profan ausgedrückt) zu dem menschlichen Vermögen etwas geistig zu erfassen, meint Siep, dass dieser schon in der plotinischen Vostellung das System der notwendigen Ideen in sich enthält und dieser auch für Hegel gilt: "Daher ist auch das individuelle Verwirklichen des Guten letztlich nur ein Explizitmachen der in der Wirklichkeit schon enthaltenen Zweck- und Güterordnung." Schlösser ("Handlung, Sprache, Geist") geht der PG sprachphilosophisch auf den Grund: "In der Sprache, so Hegel weiter, ist sein 'Dasein eine Gegenständlichkeit, welche seine wahre Natur an ihr hat.'" Einer der Aufsätze nähert sich Hegel auch sprechakttheoretisch. Hinzu kommen viele andere Texte, die den Jubiläumskommentar zu einem Lesevergnügen machen, das den Horizont vor dem Hintergrund jenes tiefsinnigen Schlüsseltextes der Philosophie in angemessen würdiger Weise erweitert.
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