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Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück [Gebundene Ausgabe]

François Lelord , Ralf Pannowitsch
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (317 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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Welch merkwürdige Leseerfahrung: Wer glaubt, literarisch versiert, im gängigen Psychoschnack und Global-Player-Jargon geschult und gegen jede Art von Kitsch gefeit zu sein, wird von François Lelord handstreichartig in den Stand eines Kindes, das einem Märchen lauscht, zurückversetzt. Selbst die abgefeimteste Natur, die verhärtetste Seele, schmilzt dahin angesichts der unaffektierten Naivität, mit der Hectors ungläubig staunender Blick uns ein nachdenklich stimmendes Weltbild präsentiert.

Was den Psychiater am meisten auszeichnet, ist seine Fähigkeit, zuhören zu können, ein Umstand, der Hectors Praxis überquellen lässt vor dankbaren Patienten. In letzter Zeit jedoch bedrückt ihn mehr und mehr die Frage, warum er ständig Leute auf die Couch bekommt, die nach ihrer Lebens- und Karriereplanung eigentlich überglücklich sein müssten. Das Grübeln über dieses Problem macht ihn schließlich so schwermütig, dass er beinahe selbst zum seelischen Pflegefall wird. Er beschließt, zu verreisen. Irgendwo musste das Glück ja wohnen.

Die lange Tradition poetischer und sinnstiftender Erbauungsliteratur aus Frankreich (von de Saint-Exupéry bis zu Eric-Emanuel Schmitt), wird auf das Charmanteste weitergeführt. Die Fabel von Hector, der nach dem Ursprung des Glückes fahndet, führte in Frankreich monatelang die Bestsellerlisten an. Ob Hector in Hongkong mit der Prostituierten Ying Li das tut, "was die verliebten Leute miteinander tun", oder den traurigen Zustand seines Freundes Édouard beklagt, der zwischen den Mühlsteinen der New Economy zerrieben im Alkohol Zuflucht sucht, stets spiegeln sich im Blick des Andersreisenden menschliche Seelenwüsten, Krankheiten und die Auswüchse einer brutal wütenden Globalisierungssense und deren Opfer.

Keine Bange, Hector findet auch jede Menge Gegenbeispiele und mehrt eifrig die gelernten Glückslektionen, die er in seinem Notizbuch akribisch festhält. Hectors Reise zum Mittelpunkt der wirklich wichtigen Dinge dürfte im Herz des Lesers noch lange nachklingen. Ein liebevolles Buch-Cover und ein liebevoller Blick auf den Menschen. Anrührende und gelungene mentale Wiederbelebungsmaßnahme für verloren gegangenene Träume. --Ravi Unger

Pressestimmen

»Es ist eine bezaubernde, poetische Geschichte über Glück und den Sinn des Lebens.«, Voralberger Nachrichten, 20.08.2014

»Philosophisch, humorvoll, rührend und zum Nachdenken anregend zugleich.«, Märkische Allgemeine, 03.12.2013

»Die Bücher von Francois Lelord (Piper Verlag), beispielsweise „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“, setzen zeitgemäß fort, wo Exupéry aufhörte. Lelord ist psychologisch gut, (…).«, Profil (A), 02.02.2010

»Am Ende von ›Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück‹ ist jeder auf seine Weise glücklich.«, Brigitte, 30.07.2014

»Wenn man dieses Buch gelesen hat – ich schwöre es Ihnen – ist man glücklich.«, Elke Heidenreich

»Dieses Buch zu lesen, das macht auch glücklich.«, Neue Presse, 23.12.2013

»Hector entdeckt die Welt neu. Vorurteilsfrei, frei von Gedanken, die den Blick auf das Wesentliche vernebeln, etwas naiv.«, Blick am Abend (CH), 01.02.2011

Über den Autor und weitere Mitwirkende

François Lelord, geboren 1953, studierte Medizin und Psychologie und wurde Psychiater, schloss jedoch seine Praxis, um zu reisen und sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er lebt mit seiner Frau in Paris und Thailand. 2004 eroberte er sich mit seinem Bestseller »Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück« nicht nur in Deutschland ein Millionenpublikum. Vier weitere »Hector«-Bücher und zahlreiche andere Publikationen folgten, zuletzt der Roman »Die kleine Souvenirverkäuferin«.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Hector ist nicht zufrieden

Es war einmal ein junger Psychiater, der Hector hieß und mit sich nicht besonders zufrieden war.

Hector war unzufrieden, und doch sah er wie ein richtiger Psychiater aus: Er trug eine Brille mit kleinen runden Gläsern, die ihm einen intellektuellen Anstrich verlieh; er verstand es, den Leuten mit nachdenklicher Miene zuzuhören und dabei »Hmm ...« zu machen, ja er hatte sogar einen kleinen Schnurrbart, an dem er herumzwirbelte, wenn er sehr nachdachte.

Sein Sprechzimmer sah ebenfalls aus wie das eines richtigen Psychiaters: Es gab dort eine altertümliche Couch (ein Geschenk seiner Mutter, als er die Praxis eingerichtet hatte), Nachbildungen von ägyptischen oder hinduistischen Figuren und eine große Bibliothek voller Bücher, die schwer zu lesen waren, manche von ihnen so schwer, daß er sie gar nicht erst gelesen hatte.

Viele Leute wollten bei Hector einen Termin haben, nicht bloß, weil er wie ein richtiger Psychiater aussah, sondern weil er ein Geheimnis kannte, von dem alle guten Ärzte wissen und das man an der Universität nicht lernt: Er interessierte sich wirklich für seine Patienten.

Wenn die Leute zum ersten Mal einen Psychiater aufsuchen, sind sie oftmals ein wenig verlegen. Sie haben Angst, er könnte sie für verrückt halten, obgleich sie doch wissen, daß er solche Leute gewohnt ist. Oder manchmal fürchten sie auch, ihr Fall wäre in seinen Augen nicht schlimm genug, und er würde ihnen sagen, sie sollten sich anderswo behandeln lassen. Aber weil sie nun einmal den Termin ausgemacht haben und gekommen sind, entschließen sie sich doch, von ihren wunderlichen kleinen Manien zu erzählen, von den seltsamen Gedanken, die ihnen durch den Kopf gehen und die sie noch niemandem anvertraut haben, obwohl sie ihnen große Schmerzen bereiten, von den großen Ängsten oder den mächtigen Traurigkeiten, die ihnen ein gutes Leben unmöglich machen. Sie fürchten auch, nicht richtig erzählen zu können und den Arzt zu langweilen. Und man muß schon sagen, daß Psychiater manchmal gelangweilt oder ermüdet aussehen. Wenn man das nicht gewohnt ist, kann man sich sogar fragen, ob sie einem überhaupt zugehört haben.

Aber bei Hector war das fast nie so: Er schaute die Leute an, wenn sie ihre Geschichte erzählten, er nickte ermutigend, machte seine kleinen »Hmm«s und zwirbelte dabei den Schnurrbart, und manchmal sagte er sogar: »Warten Sie, erklären Sie mir das. Ich habe es nicht genau verstanden.« Außer an den Tagen, an denen Hector sehr müde war, spürten die Leute, daß er wirklich hinhörte und ihre Geschichten sogar interessant fand.

Und so kamen die Leute von neuem in seine Sprechstunde, machten viele Termine aus, reichten seinen Namen an Freunde weiter oder sprachen mit ihrem Hausarzt darüber, der andere Patienten an Hector überwies. Bald brachte Hector lange Tage damit zu, anderen Leuten zuzuhören, und er begann, eine Menge Steuern zu zahlen, selbst wenn er die Konsultationen nicht sehr teuer in Rechnung stellte. (Seine Mutter sagte ihm immer, er solle mehr Geld verlangen, aber ihm war das peinlich.)

Eine Konsultation kostete bei ihm beispielsweise weniger als bei Madame Irina, die eine ziemlich berühmte Hellseherin war. Übrigens hatte auch sie ihm geraten: »Doktor, Sie sollten Ihre Tarife anheben!«

»Na so was«, hatte Hector entgegnet, »das haben mir schon andere gesagt.«

»Ich spreche zu Ihnen wie eine Mutter; ich sehe, was gut für Sie wäre, Doktor.«

»Ja genau, wie steht es denn im Moment mit Ihrem Sehen?«

Dazu muß man erklären, daß Madame Irina in Hectors Sprechstunde gekommen war, weil es ihr nicht mehr gelang, in die Zukunft zu schauen. Sie hatte großen Kummer gehabt wegen eines Herrn, der sie verlassen hatte, und seither sah sie nicht mehr wirklich in die Zukunft.
Zwar schaffte sie es dennoch, pfiffig, wie sie war, ihren Kunden irgend etwas Interessantes zu erzählen, aber weil auch ein wenig Ehrgefühl in ihr steckte, verdroß es sie, nicht mehr so hellsehen zu können wie früher. Also gab ihr Hector Pillen für Leute, die allzu traurig sind, und sie begann wieder ein bißchen zu sehen.

Hector wußte nicht recht, was er davon halten sollte.

Er war nicht nur erfolgreich, weil er es verstand, den Leuten zuzuhören. Er kannte auch die Tricks und Kniffe seines Metiers.
Zunächst einmal wußte er, wie man eine Frage mit einer Frage beantwortet. Fragte ihn beispielsweise jemand »Glauben Sie, daß ich da wieder rauskommen kann, Herr Doktor?«, dann erwiderte er: »Was heißt für Sie wieder rauskommen?« Das zwang die Leute, über ihren Fall nachzudenken, und so half ihnen Hector, die Mittel zu finden, mit denen sie »wieder rauskamen«.

Dann wußte er auch gut über die Medikamente Bescheid. In der Psychiatrie ist das ziemlich einfach, weil es dort nur vier große Gruppen von Medikamenten gibt: Pillen, die man nimmt, wenn man zu traurig ist – die Antidepressiva –, Pillen, die man nimmt, wenn man zu viel Angst hat – die Anxiolytika –, Pillen, die man nimmt, wenn man wirklich zu bizarre Gedanken hat oder Stimmen hört – die Neuroleptika –, und dann Pillen, mit denen man die allzu hohen Höhen und die allzu tiefen Tiefen vermeidet – die Stimmungsstabilisierer. Nun ja, etwas komplizierter ist es schon, denn für jede Art von Medikamenten gibt es wenigstens ein Dutzend verschiedene Präparate mit komischen Namen, die sich eigens jemand ausgedacht hat, und der Psychiater muß jene Marke finden, die einem am besten zusagt. Mit den Medikamenten ist es ein bißchen wie mit Desserts: Es mag nicht jeder die gleichen.

Wo Medikamente nicht ausreichten oder die Leute ganz einfach keine benötigten, hatte Hector ein anderes Hilfsmittel, die Psychotherapie. Das ist ein kompliziertes Wort, aber es besagt einfach nur, daß man den Leuten hilft, indem man ihnen zuhört und mit ihnen spricht. Aber aufgepaßt: nicht so, wie man alle Tage miteinander redet, sondern nach einer speziellen Methode. Wie bei den Pillen gibt es auch bei den Psychotherapien verschiedene Arten. Manche wurden von Leuten erfunden, die schon lange tot sind. Hector hatte eine Psychotherapie erlernt, deren Erfinder noch lebten, obgleich auch sie schon ziemlich alt waren. Es war eine Methode, bei der sich der Psychiater mit seinen Patienten unterhielt, und auch das mochten die Leute, denn manchmal hatten sie schon Psychiater angetroffen, die so gut wie nicht mit ihnen sprachen, und daran hatten sie sich nicht gewöhnen können.

Bei Madame Irina hatte es Hector kaum mit der Psychotherapie versucht, denn sobald er ihr eine Frage stellen wollte, sagte sie: »Doktor, ich weiß schon, was Sie mich fragen wollen.«

Am schlimmsten war, daß sie häufig recht hatte (wenngleich nicht immer).

Mit den Kniffen seines Berufes, den Medikamenten, den Psychotherapien und seinem Geheimnis, sich wirklich für die Leute zu interessieren, war Hector also ein ziemlich guter Psychiater, was bedeutet, daß er zu den gleichen Ergebnissen gelangte wie ein guter Arzt, ein guter Herzspezialist beispielsweise: Manche seiner Patienten heilte er völlig; andere hielt er bei ordentlicher Gesundheit unter der Bedingung, daß sie jeden Tag ihre Pille einnahmen und von Zeit zu Zeit vorbeikamen, um mit ihm zu reden; einigen schließlich konnte er gerade mal helfen, ihre Krankheit zu ertragen, indem er versuchte, diese Krankheit so wenig schlimm werden zu lassen wie möglich.

Und trotzdem war Hector mit sich nicht zufrieden. Er war nicht zufrieden, weil er ganz deutlich sah, daß er die Leute nicht glücklich machen konnte.

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