"Hector & Hector" ist nicht das erste Buch von Francois Lelord, sondern schon der vierte Band der Hector-Reihe. Das Besondere dieses Buches: dieses Mal erfährt der Leser die Welt nicht durch Hector, sondern durch dessen Sohn Petit Hector.
Hector, der von allen nur Petit Hector genannt wird, sieht seinen Vater regelmäßig Eintragungen in ein kleines Notizbuch machen und nimmt sich genau das Gleiche vor. Er möchte zukünftig das, was er über das Leben lernt, in diesem Büchlein vermerken. Nach und nach steigt der Leser in die Welt Petit Hectors' ein, die Welt eines Neunjährigen, der mehrere Leben hat: ein Schulleben, ein Elternleben, ein Freundeleben und bald auch ein Leben mit Amandine, für die Petit Hector besondere Gefühle hat. Doch zunächst stellt Hector fest, dass er mit seinen Eltern richtiges Glück gehabt hat, er hat den stärksten Papa und die hübscheste Maman der Welt. Iim Laufe des Buches lernt Petit Hector aber auch die negativen Seiten des Lebens kennen: den Tod, die Verschiedenheit, Schmerzen und etliches mehr. Über seine Erfahrungen schreibt er sehr oft abends in sein Notizbuch ein paar Sätze, die das zusammenfassen, was er über die Geheimnisse des Lebens gelernt hat.
Die Welt aus den Augen des kleinen Hector zu sehen macht sehr viel Spaß und regt manchmal auch zum Nachdenken an. Es ist schön, mal wieder aus den Augen eines Kindes zu sehen, auch wenn für Hector viele Sachen noch nicht begreifbar sind. Jedoch kann "Hector & Hector" nicht an die drei vorangegangenen Hector-Romane anschließen. Zu einfach sind die Gedanken, die Francois Lelord hier vermittelt, nicht so tief philosophisch wie in den anderen Büchern, was ich sehr schade finde, da ich diese Bücher liebe. Wer trotzdem neugierig auf den vierten Hector-Band ist, soll diesen ruhig lesen, da er eine angenehme Literatur ist und vereinzelt Weishalten enthält, die sogar den erwachsenen Leser ins Grübeln bringen.