Man muss lange suchen, bis man Comic-Veröffentlichungen mit regionalen Bezug findet, umso schöner wenn diese dann wie der erste Teil von Hector Umbra auch noch ansonsten ein durchgehend hohes Level halten was Story und Gestaltung anbelangt. Der Handlungsort von "Fern von Osaka" ist Uli Oesterles Heimatstadt München, und jeder der mit den Lokalitäten der Stadt halbwegs vertraut ist, fühlt sich gleich in Hectors Welt zuhause. Der Rest wirds sofort von dem von starken Farben geprägten Stil von Oesterle fasziniert sein. Irgendwie schade, dass viele mixed-media-Comics (Kombiprodukt von Zeichnungen und digitalen Elementen) irgendwie als charakterlose Hochglanzprodukte daherkommen, doch hier ist alles anders: Oesterle beweist eine immense Stilsicherheit, und gerade dieser ist es zu verdanken, dass der doch reichlich krude plot sich so lässig fortentwickelt. Hector Umbra ist spannend, faszinierend, zu weilen witzig und einfach extrem sympathisch. Irgendwie ein Stück kreative, hochstylische, bajuwarische Qualität.