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München kann so hässlich sein. Eine graue Stadt, eine einschüchternde Stadt, Betonburgen, die drohende Schatten über den Wanderer werfen. Die Schatten sind gefährlich, ihnen entspringen in Uli Oesterles Comic "Hector Umbra" Monstren des Unterbewussten: zutiefst böse Maden in kryptofaschistischer Hierarchie, die sich daran machen, die Welt zu beherrschen. Oder zumindest Schwabing. Oesterle verbindet die eindeutige Struktur der Ligne Claire mit der überbordenden Entgrenzung japanischer Horrorcomics; zwar wird hier eine Abenteuergeschichte von der rätselhaften Exposition bis zum halbwegs befriedigenden Happy End erzählt. Weil die Bösewichter aber aus tiefen Schichten der eigenen Persönlichkeit stammen, gibt es kein Innen, kein Außen mehr, bis auch die Panels verschwimmen, überflutet werden von Schatten, vom Schwarz. Zwischendurch gibt es noch eine traurigschöne Liebesgeschichte, eine Miliz gewaltbereiter Zeugen Jehovas, einen Kurzbesuch im Hades und einen Rave auf der Grenze zum Irrsinn, der die Frauenkirche partiell zum Einsturz bringt. Kurz: Meisterwerk. (fis)
Pressestimmen
"Originelle Texte, präzise gezeichnete Panels und herrlich komponierte Farbseiten katapultieren Uli Oesterle und seinen Roman in den Comic-Himmel." (Focus)
Kurzbeschreibung
HECTOR UMBRA ist ein Loblied auf die Freundschaft und ein groß angelegter Comic über Liebe, Wahnsinn und Tod. Die düsteren, zuweilen obskuren Szenen, die reale Münchner Lokalitäten einschließen, die stilsichere starke Farbgebung und eine faszinierende Morbidität machen das nun endlich komplett vorliegende Werk zu einer grafisch und erzähltechnisch ganz besonderen Produktion. Hector, der Held der Geschichte, kämpft sich, auf der Suche nach seinem Freund Osaka, durch unheimliche Begebenheiten und den Münchner Untergrund, bis im großen Finale schließlich die Frauenkirche in Schutt und Asche gelegt wird. Während seiner atemberaubenden Jagd tritt eine Gabe zu Tage, die sein Leben lang in ihm schlummerte: Hector ist in der Lage, Dinge zu sehen, die niemand sonst sehen kann. Seine Odyssee führt Hector in Rückblenden durch Fragmente seiner Kindheit und den unwirtlichen Münchner Untergrund, wo sich fiese Dämonen unter dem Namen N.I.U. organisiert haben - und einen finsteren Plan verfolgen...