Die erste angenehme Überraschung bevor man die CD in den Player legt, ist das beigelegte Heft mit detaillierten und aufschlussreichen Ausführungen zur Werks- und Entstehungsgeschichte und zur Aufführungspraxis.
Dann das Werk selbst. Zuerst wieder ein formaler Aspekt: die Produktion ist technisch sehr gut gelungen. Das Klangverhältnis Orchester - Chor ist ausgewogen. Bei Berlioz ja eine heikle Angelegenheit, da Instumentalstimmen und vox humana ihre je eigene
musikdramatische Funktion haben. Die Solisten fügen sich auch vom Stimmcharakter in das Gesamtkunstwerk ein. Sehr sehr schön gelungen.
Die Messe selbst steckt voller Überraschungen. Berlioz schon in seinen Anfängen ganz bei sich selbst und "at his best". Ich finde, dieses Frühwerk, das einzige erhaltene, da er die anderen ja verbrannte, muss man kennen, um die späteren in ihrer genialen Weiterentwicklung und Raffinnesse zu verstehen. Ganz abgesehen vom spirituellen Charakter der Komposition; da sucht und findet eine Künstlerseele den Ausdruck für ihre religiösen Eindrücke und die Muse - oder wenn man will der heilige, inspirierende Geist Gottes - begleitet, führt und manifestiert dies in wunderbarer Musik. Aber dies sind allzu subjektive Eindrücke und Empfindungen. Wer Ohren hat wird hören. Fazit: Wer die Musik Berlioz liebt, für den oder die ist diese Produktion und dieses Werk ein "Muss".