Ich bin MP Fan der ersten Stunde und habe mich riesig gefreut, dass neue Album heute in meinen Händen halten zu dürfen.
Motorpsycho sind anders und eine grandiose Live-Band dazu. Ich denke viele Menschen, die hier nach Motorpsycho suchen, wissen worauf sie sich einlassen. Kein Album gleicht dem anderen und so ist es immer wieder eine Überraschung: Was kommt als nächstes? Das gilt für die Studio Veröffentlichungen sowie für die Live Konzerte. Man kann heute ein Konzert in Hamburch besuchen und ohne Bedenken am nächsten Abend nach Köln fahren. Man sieht 2 unterschiedliche Konzerte. Die Songauswahl wird kurz vor dem Konzert getroffen, also auch hier Abwechslung. Aber es geht ja nicht um die Live Konzerte sondern um das neue Album Heavy Metal Fruit. Aber eine letzte Anmerkung dazu: Wo hat man das heute noch, dass eine Band auf eine Vorband verzichtet und sich den Hintern 2-3 Std. abspielt.... und das um 20 Euro Eintrittspreis????
Vorab meine Bewertung: 5 Sterne für den brachialen Sound, der einen hohen Wiedererkennungswert der Live-Konzerte widerspiegelt. Es sind nur vereinzelt Hymnen (als Phrasen) zu erkennen und somit bleibt es den "Vortex Surfer" Fans eher verborgen.
1. Starhammer: Das Stück beginnt mit einem Intro, welches mich persönlich nicht so angesprochen hat, da es nur sehr leise zu vernehmen war. Aber die Spannung wurde durchaus erzeugt... Also schlussendlich alles richtig gemacht. Dann fängt alles mit einem Thema sehr brachial und unglaublich Basslastig an. Eine Melodie, die einen sofort in die Bahn geht. Dann ein Mittelteil mit sehr leisen und Echoeffekten aufbauender Spannung. Das ganze über Minuten ohne Gesang aber mit Roland Echo und das ganze dröhnt aus den Boxen, dass es Emotionen frei setzt. Zum Schluss zurück zum Thema und alles einmal mit noch mehr Druck. Super!
2. X-3 / The Getaway Special: Das Stück beginnt mit einem Up-Tempo Beat und typischer MP Basslinie. Bent singt das Stück in einer Art, wie ich es so noch nicht kannte. Als ich das Stück zum ersten Mal hörte dachte ich, hmmm ein schwaches Stück, aber dem ist nicht so. Es baut sich eine Spannung auf und vielleicht ist es der normale Beat, der das Stück etwas untypisch macht. Zur Mitte hin wird alles MP like "verschwemmt" in einer Soundwand und auf einmal: Jazz Sounds!!! Cleane Gitarren, abgefahrene Drums (Der Schlagzeuger ist eh nicht tot zu bekommen;-)) und Trompete (erinnert an Jaga Jazzist Horns). Das Stück plätschert so vor sich hin (im positiven Sinne - Gänsehaut pur)
3. The Bomb Proof Roll and Beyound - Im Grunde glaubt man, das Stück gehört zum Vorgänger. Eine schöne Melodie, heftig und Basslastig gespielt. Und da ist er: Snah singt die Hauptmelodie und Bent begleitet als starke zweite Stimme. Es folgt der Refrain und ein Wohlgefallen tut sich auf. Aber dann ist es auch schon vorbei. Die ersten werden hier weiterdrücken.- Einige sogar Panikartig!! Denn jetzt folgt ein Durcheinander von Sounds, Rückkopplungen, Echo und wildes rumgehaue. Man muss es mögen. Ich mag es (aber wen interessiert es)! Dann kommt plötzlich der Refrain zurück, und man "willkommt" ihn. Es ist wie eine Erlösung! Toll, wie die Jungs das umgesetzt haben!!!
4. Close Your Eyes - Es kehrt etwas Ruhe ein! In etwas schräger Art und Weise beginnt Bent in hoher Stimmlage bei Klavier und Soundpolster den Song zu performen. Es folgt eine bekannte MP Steigerung mit merkwürdigen Instrumentierungen. Dann die stimmliche Unterstützung von Snah..... Das wars dann auch schon.
5. W.B.A.T Hier fängt es gleich Jazzig an. Bent legt ein Bass Teppich vor, das Snah mit seiner urtypischen Art sich "drauflegen" kann. Die Steigerung grenzt in einem Rock Riff, welches an Kiss erinnert, nur nicht im 4/4 Takt. Hier werden Erinnerungen an "Mountain" geweckt (durch die 2 Stimmigen Gitarrenläufe und dem Midtempo).
6. Gullibles Travails (I-IV) - Nahtlos schließt sich das Finale an. Es beginnt meit einem lockeren Riff, welches sich sehr intensiv steigert. Der Bass erhält Oberhand, die Gitarre schwebt. Ein Stück für Snahs Gesang voller Schönheit und Harmonie. Der Mittelteil wird durch eine sehr schöne Gitarrenmelodie bereichert, die auch am Ende Einzug erhält. In der Mitte ein sehr ruhiger Teil mit Snah als Hauptsänger. Schön, wobei ich hier anmerken muss, Live könnte das schnell zum Fiasko werden, denn Snah verhaut gerne solche Stellen gerne, da er nicht so Stimmkräftig ist wie Bent. Aber wir sind bei der Platte und hier geht es dann wieder locker und rhythmisch zum Finale. Die Endmelodie versprüht positives und baut sehr viel Harmoniesucht auf! Toll! Ich habe die Platte mit großer Freude gehört und drücke gerne (immer wieder) auf Repeat;-)
Zu meiner Rezension: Klar, ich bin Motorpsycho Fan und meine Bewertung trägt dadurch alleine die positive Kennung, die viele Menschen teilen können, einige nicht verstehen werden, denn das Album ist streckenweise anstrengend, da nicht "Mainstream". Aber das ist OK so. Jedenfalls bewerte ich ein Album, welches ich selber gehört habe und nicht wie leider so viele hier etwas, was sie in einer Zeitschrift gelesen haben und dies mit Vorfreude äußern (nur um der erste zu sein?). Aber so lange das nicht mein Leben beeinflusst ist auch dies egal;-)