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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
HEAVY, 25. September 2009
Meine Messlatte lag ganz weit oben, gaaaanz weit oben! Warum?
Jochen Distelmeyers Ex-Combo Blumfeld hat sechs Alben heraus gebracht und ALLE sechs Alben gehören zu meinen absoluten Lieblingsscheiben. Kenne keine Band die so abwechslungsreich und ohne Kompromisse deutsche Musik gemacht hat und so alternativ. Zu einer Zeit wo jede zweite Band bei "L'etat et moi" abgekupfert hat, haben Blumfeld einen auf Münchener Freiheit gemacht, alle geschockt und hatten damit mehr Mittelfinger oben und waren alternativer als alles andere was sich damals alternativ schimpfte.
Egal, jetzt sind wir in der Gegenwart, Blumfeld Geschichte und Jochen schenkt uns 'HEAVY'.
Was mich stutzig machte war der Name des Produzents: Andreas Herbig. Hat der nicht auch Ich+Ich produziert und Culcha Candela? Nichts gegen diese Bands, aber passt das mit Jochen, hören wir jetzt Radiomucke?
Nein. Gleich der erste Track 'Regen' zeigt uns den Jochen 'Nackter als Nackt' (so hieß die Blumfeld DVD). Er singt, nur seine Stimme, keine Instrumente, Jochen solo und intim. Und danach gehts los!
Nach "Wohin mit dem Hass" und "Er" weiß man wo der Hammer hängt, Jochen ist da, geil wie eh und je und am rocken wie lange nicht mehr.
Die erste Single "Lass uns Liebe sein" erklingt und nach den beiden Rockern richtig richtig schön. Das 'Weil es Liebe ist'-Gefühl steigt in einem auf, mal will raus, Blumen riechen, in den blauen Himmel schauen und eine Frau mit nach Hause nehmen, ihr wisst was ich meine. Und dann kommt "bleiben oder gehen". Jochen gräbt die alten Morrisey/The Smiths/Bienenjäger-Wurzeln raus und trällert eine der schönsten Nummern die ich in den letzten 10 Jahren gehört habe. Für diese Nummer schonmal vielen Dank, die wird mich noch lange begleiten.
Die ersten fünf Songs waren sein Geld schon allemal wert, man gibt auch gerne mehr für eine CD aus wenn Qualität drauf ist, das nur mal nebenbei.
Bei "Hinter der Musik" rockt der Jochen wie schon seit alten Hamburger Schule Zeiten nicht mehr. Ein Hammer! Ich springe durch den Raum, reiße dabei das Kabel des Kopfhörers raus, stöpsel wieder alles ein und höre den Knaller nochmal vom Anfang. Danach ist "Nur mit dir" wieder eine Wohltat. Das ist wieder so ein Lied zum rausgehen, Blumen riechen, in den blauen Himmel schauen und um eine Frau mit nach Hause zu nehmen, ihr wisst schon.
"Hiob" erinnert mich an Monster Magnet oder so, schweinegeiles Brett, muss ich wegen des Textes noch ein paar mal hören, ich denke da gibts noch was zu entdecken. Wenn man in der Nähe von Jenfeld wohnt weiß man das nächste Lied sehr zu schätzen. Wieder eine dieser Nummern zum raus gehen, Blumen riechen, in den blauen Himmel schauen und um nach Jenfeld zu düsen um sich von dort eine Frau mir nach Hause zu nehmen... jaaaaa...:]
Für "Murmel" gehen mir dann allerdings die superlativen aus, eine Nummer die man sich selber anhören muss und auch im Kontext des Albums fast hypnotisch wirkt. Irgendwie zufrieden, irgendwie "Die Welt ist schön, ich lebe gern". Vielleicht habe ich es auch falsch verstanden, aber es fühlte sich so an.
Sechs Sterne von Fünf, für mein Album des Jahres!!!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Alles bleibt wie es ist, 17. Oktober 2009
Wer die Platten von Blumfeld gut findet, wird auch die Solo-CD von Jochen Distelmeyer mögen. Das sagt eigentlich alles. Denn wer erwartet hatte, dass sich an der Musik oder den Texten nach Auflösung der Band etwas ändern würde, ist hier eher enttäuscht. Für jedes Lied lässt sich ein Pendant aus dem Blumfeld-Katalog finden. Textlich und musikalisch. Die neue Band scheint die Sache aber ernsthaft anzugehen. Sie spielt merkwürdigerweise oft tighter und wirkt eingespielter als Blumfeld. Wenn man jetzt ganz böse ist, könnte man sagen, dass Distelmeyers Haltung eher beliebiger geworden ist. Manchmal klingt er so "kritisch" wie Lindenberg. Dann "freut sich an den kleinen Dingen" fast wie Herman van Veen. Luftballons. Na ja. Da waren die apfelmännischen Naturbetrachtungen radikaler. Nicht falsch verstehen: Es handelt sich um Qualitätsware aus dem Hause Distelmeyer. Aber mitreissende neue Ideen sucht man hier vergeblich.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
All das geht nur mit Dir..., 30. Dezember 2009
...singt Jochen Distelmeyer auf seiner neuen CD -Heavy-. Dieser Satz, übrigens in einem wunderbaren Song, trifft es auf den Punkt. Blumfeld ging nur mit Distelmeyer. Und Distelmeyer scheint nur mit Blumfeld zu gehen. Das ist die größte Stärke von -Heavy- und zugleich seine Schwäche. Nichts unterscheidet Distelmeyers erstes Soloalbum von den Vorgängern der 2007 aufgelösten Band Blumfeld. Logisch, dass alle Blumfeld-Fans begeistert sind, denn sie bekommen genau das, was sie erwartet haben. In -Heavy- lebt die Hamburger Band quasi weiter. Blumfeld, für mich waren sie immer die Yuppies oder Popper der Hamburger Schule, haben ein paar exquisite Alben abgeliefert. Vor allem hatte ihr Stil und Distelmeyers Stimme hohen Wiedererkennungswert. Auch wenn man bei Blumfeld, so wie jetzt bei Distelmeyer, in einem Protestsong eher davon ausgeht, dass keine Steine, sondern eher ein Desingnerstuhl geworfen wird, hat diese Musik eine Art philosophische Ader in die Liedermacherszene gebracht.
Distelmeyer beginnt -Heavy- mit dem Song -Regen-. Das ist tatsächlich das einzige Stück, das völlig neu konzipiert ist. Nur Distelmeyers Stimme, mehr nicht. Ein herrlicher Opener. In -Wohin mit dem Hass-, -Ich will mehr-, -Hiob- und -Pferde auf der Wiese- lässt Distelmeyer es krachen. Das ist Rock im Stil von Tocotronic und geht stark nach vorn. -Lass es Liebe sein-, die ausgekoppelte Single, erinnert mich total an ältere Blumfeld-Stücke; wunderschön, aber irgendwie schon mal gehört. Die, jedenfalls für mich, gelungensten Kompositionen auf -Heavy- sind: Das melancholische -Bleiben oder gehen- in dem Distelmeyer und ein Gitarrenriff sich genial begleiten. -Jenfeld Mädchen- ein radiotauglicher Song mit hohem Hitpotential. -Nur mit Dir-, das eine Melodie vorweist, die sofort ins Ohr geht und lange Zeit dort bleibt. -Murmel- ist textlich ein Volltreffer, der nebenbei von Distelmeyers Stimme und einer rockigen Leadgitarre lebt. In diesen Liedern ergänzen sich die Worte, die Akkorde und die Stimme von Jochen Distelmeyer zu genau diesem magischen Mix, der die besten Blumfeld Songs ausgemacht hat.
Mein Fazit: -Heavy- ist ein sehr gutes Debutalbum, das auf dem deutschen Musikmarkt weit oben rangiert. Distelmeyer macht genau das, was er kann, und wovon er sich Erfolg verspricht. Ich wäre auf ein bisschen mehr Experimentierfreude gespannt gewesen, aber wie schon erwähnt, Distelmeyer ist Blumfeld, und umgekehrt. Nichtsdestotrotz haben Songs wie -Murmel- oder -Jenfeld Mädchen- einen Zauber, dem ich mich nicht entziehen kann. Empfehlenswert!
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