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Stattdessen liefert Mayer ein Album, dessen Klangfarbe und Titel allen Skeptikern einen sanften, ironischen Rüffel verpasst. Alles wird von subtil angelegtem, anspruchsvollem Pop-Jazz durchzogen. Dies ist im Wesentlichen Jack Joseph Puig, dem Produzenten von Sheryl Crow, No Doubt und Jellyfish zu verdanken. Mayers rauchige Stimme wirkt jetzt wie eine abgeklärte, widersprüchliche und deutlich weniger gekünstelte Wiedergeburt von Michael Franks. Aber wie er hier Pop-Hooks und die Botschaft seiner Texte verbindet, deren Obsessionen von starken, selbstkritischen Tönen gemildert werden, das sollte ganz eindeutig eine Menge Zuhörer anlocken. Dies geht von dem klagenden "Clarity", der flotten Single "Bigger Than My Body" und dem bluesigen "Come Back To Bed" bis hin zu dem bedächtigen, melodisch reichen "Daughters" und dem antimaterialistischen Text von "Something's Missing". --Jerry McCulley
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Deutlich cooler, mit Dog Tags, Army-Hose, E-Gitarre und in Schwarz/Weiß, präsentiert sich Mayer auf dem Cover seiner neuen CD. Von Patriotismus ist auf dem Album glücklicherweise nichts zu hören. Dafür gibt es zehn neue Songs, na ja neun und "Something's Missing". "Zu wenig!" mag jetzt manch einer denken, aber Mayer hat sich wohl gedacht "Nicht in der Menge sondern in der Länge liegt die Kraft" und deshalb bleiben nur zwei Titel unter der vier-Minuten-Grenze und vier bewegen sich sogar jenseits der 5 Minuten. Klingt alles sehr "live", sehr "On The Road". Im Schnitt ist "Heavier Things" deutlich breiter als das Debut-Album "Room For Squares". Es gibt mehr von allem, mehr vom Song, mehr Instrumente, mehr Hall auf Mayers Stimme. Ein höheres Produktions-Budget verleitet natürlich auch zu teurem Schnick-Schnack, wie zum Beispiel dazu hier oder da mal ein paar Bläser einzubauen, ob's nun passt oder nicht, wie etwa bei "Come Back To Bed".
Prinzipiell geht es beim neuen Album mehr um Sound und weniger um Melodien. Mayer walzt die schönen Ideen leider etwas zu lange aus. Anstatt den Song sinnvoll zu schließen, bekommen wir oft noch mehrere Male den Chorus angeboten.
An das alte Album erinnert eigentlich nur noch "Daughters", ein Song bei dem Mayer schicht mit Akustik-Gitarre und Percussion auskommt und damit sicherlich all denjenigen genüge tut, die "Inside Wants Out" (EP) ins Herz geschlossen haben.
Das Booklet erweißt sich als ein hilfreicher Leitfaden zu der beliebten Frage "Was will uns der Dichter damit sagen". Grundstimmung, Soli, Themen, Intention und sogar Tonart wurden sorgfältig kategorisiert. Wer lieber selbst interpretiert, hat trotzdem noch genug zu tun, denn Mayer hat sich diesmal stellenweise etwas komplexer ausgedrückt als bisher.
Scheint als wäre John Mayer durch sein üppiges Touren nicht nur menschlich sondern auch musikalisch gereift. Wenn man endlich ein Stück nicht mehr erst im Studio auf Gitarre, Bass und Drums arrangiert, sondern gleich bei der Entstehung eines Songs mit sehr guten Musikern zusammenarbeitet, dann klingt das halt nicht nach Wohnzimmer, sondern nach Bühne und wer Mayer einmal Live erlebt hat weiß das es ihm hauptsächlich darum geht.
Alles in Allem ist "Heavier Things" ein sehr gut produziertes Album, in das man sich erst etwas einhören muß, weil es nicht ganz so eingängig ist wie der Vorgänger, aber wahrscheinlich auch noch länger daheim gespielt wird, weil man nicht so schnell den "Kenn ich schon"-Effekt hat.
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