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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich schönes, fast meditatives Filmereignis, 2. April 2003
Ich weiß noch genau, wie ich mich fühlte als ich den Film im Kino gesehen habe und der Abspann lief. Sprachlos und tief berührt, so saß ich da. Hätte mich jemand in diesem Moment nach meiner Meinung zum Gesehenen gefragt; keine angemessenen Worte für die schlichten und überwältigend schönen Bilder des Films hätte ich finden können. Im Film geht es um Philippa (Cate Blanchett), die nachdem sie wieder und wieder erfolglos die Polizei auf den Rauchgiftdealer aufmerksam gemacht hat, der auch für den Tod ihres Mannes verantwortlich war, das Gesetz in die eigene Hand nimmt. Sie versucht, den Gangsterboss durch eine Sprengladung zu töten doch dabei kommt es zu einem tragischen Unglück. Nicht das geplante Ziel, sondern Unschuldige verlieren ihr Leben. Die zweifelsohne beeindruckendste Szene des Films ist jene, als Philippa mit dieser Tatsache konfrontiert wird. Die fantastische Cate Blanchett spielt diese Szene so eindrucksvoll, so ergreifend, dass selbst der hartgesottenste Zuschauer ihre seelischen Qualen am eigenen Leib spüren kann. Es geht gar nicht anders, mit dieser Mörderin muss der Zuschauer Mitleid empfinden. Ebenso ergeht es dem Polizisten Filippo (Giovanni Ribisi), mehr noch, er verliebt sich in die schöne Attentäterin. Es gelingt ihm, sie dazu zu überreden, sich bei der Flucht helfen zu lassen. Doch eine Aufgabe muss noch erledigt werden. Nachdem ich Winterschläfer, Lola rennt, Der Krieger und die Kaiserin und diesen Film gesehen habe, bin ich zu der Überzeugung gelangt, das gerade Tykwers größter Erfolg Lola rennt sein untypischster Film ist. Mit Heaven ist ihm ein ruhiger, fast poetischer Film gelungen, eine Ode an die Kraft der Liebe. Dabei rutscht er nie ins kitschige oder sentimentale ab. Kameramann Frank Griebe findet grandiose Bilder für die Geschichte, wobei mich besonders die tollen Luftaufnahmen der Stadt (Turin?) beeindruckt haben. Und natürlich die Aufnahmen in der Toskana während der Flucht der beiden - kein Werbefilm könnte besser sein. Kongenial ergänzt wird das ganze durch fast hypnotische Klänge, besonders die des finnischen Musikers Arvo Pärt, einem der erklärten Lieblingskomponisten Tom Tykwers. Wenn man den Film sieht und hört, weiß man warum: so passend und harmonisch haben Ton und Bild sich selten ergänzt. Auf DVD wird dieser Film mit seinem umfangreichen Bonusmaterial (vor allem der Kommentar von Tykwer ist hochinteressant) sich auch für jene lohnen, die den Film nicht im Kino gesehen haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nur die Liebe zählt, oder: Warum wir eine fünffache Mörderin sympathisch finden, 25. Mai 2009
Die in Turin arbeitende Englischlehrerin Philippa hat es satt immer nur zuzusehen, wie mehr und mehr Kinder ihrer Schule mit Drogen in Kontakt kommen. Sie weiß wer dahinter steckt, denn dieser Pate hat bereits ihren Mann auf dem Gewissen. Nachdem sie sich oft genug mit ihrem Wissen bei der Polizei gemeldet hat und nichts geschehen ist, beschließt sie zur Selbstjustiz zu greifen und bastelt eine Bombe. Der Zuschauer glaubt gerne, dass Philippa nur Gutes im Sinn hatte und sieht, wie sie unschuldige Opfer ihres Attentats vermeiden will. Doch das gelingt nicht. Statt des Paten sterben zwei kleine Kinder, deren Vater und eine Putzfrau. Beim ersten Verhör verliebt sich ein junger Polizist, der ganz zufällig Filippo heißt und auch noch an Philippas Geburtstag das Licht der Welt erblickte, in die Attentäterin. Was danach geschieht ist zwar möglich, aber doch ziemlich unwahrscheinlich. Dass der plötzlich unsterblich Verliebte seine Zukunft wegwirft, kann man ja vielleicht noch akzeptieren, aber dass dessen Vater, der selbst ein hoher Polizeibeamter ist, sich in dieses Abenteuer unterstützend einlässt, nachdem er beiden den Liebesschwur abnahm, ist dann doch etwas zu viel des Guten. Ich musste mich nach dem etwas abrupten Ende dieses Films erst einmal etwas sammeln, weil der Streifen doch reichlich verwirrend ist. Vielleicht wollte der leider zu früh verstorbene Drehbuchautor in den beiden geplanten Fortsetzungen die Ereignisse aus einer anderen Perspektive zeigen, denn diese Filme sollten "Hölle" und "Fegefeuer" heißen. Für die Mutter der beiden getöteten Kinder, die auch noch ihren Mann durch Philippa verlor, sieht die Sache nämlich ganz anders aus. Warum vergessen wir eigentlich, wenn wir die ergreifende Liebe zwischen den Philippa und Filippo sehen, die schrecklichen Folgen dieses Attentats? Und sind wir plötzlich Anhänger der Selbstjustiz, wenn es sich um Drogenbosse handelt? Fazit. Der Film erzählt eine merkwürdige Liebesgeschichte so ergreifend, dass man fast vergisst, was hier eigentlich wirklich geschehen sein soll. Wenn man etwas aus diesem Film lernen kann, dann, dass wir über unsere Emotionen leicht manipulierbar sind oder, dass wir bei jeder Geschichte auch einmal die Perspektive wechseln sollten. Wären wir nämlich mit den Getöteten verwandt, dann sähe die Sache plötzlich ganz anders aus. Oder?
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
einfach ein schöner Film ;-), 8. August 2005
Eins vorab: ich mag Tykwer Filme. Und an dessen Qualität hat sich auch in diesem Film nichts geändert. Es ist eine kunstvolle Art, Charaktere, ihre Handlungen und die Motivation derer darzustellen, welcher sich Tykwer bedient. Kurz ein paar Worte zur Story: Philippa möchte sich für den Tod ihres Mannes rächen und platziert eine Bombe im Büro des Drogenbosses, welcher die Schuld daran trägt. Leider geht die Bombe einen anderen Weg und tötet unschuldige Menschen. Philippa wird verhaftet und trifft auf Filippo. Dieser verliebt sich unsterblich in sie und beide fliehen. Die Geschichte an sich finde ich nicht besonders neu und ergreifend, erstaunlich ist, was man daraus machen kann. Mit 2 wundervollen Schauspielern wie Blanchett und Ribisi, mit einer hervorragend schweren musikalischen Untermalung, einem perfekten Schnitt sowie einer exzellenten Kameraführung und sehr jeweils passenden Ausleuchtung der Szenen. Die Triebfedern beider sind simpel. Sie möchte Rache. Er liebt sie. Tykwer zeigt wie sich beide näher kommen, ohne jemals ins Klischeehafte zu verfallen. Das Ende ist etwas surreal, aber damit kann man umgehen, wenn einem der Film vorher gefallen hat. Ärgerlich ist, dass man die deutschen Untertitel bei der englischen Originaltonspur nicht abschalten kann. Aber etwa 50% des Filmes werden sowieso in Italienisch gesprochen, so dass dies nicht wirklich ins Gewicht fällt. Und die großen Momente dieses Films benötigen keine Worte.
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