1998 war ein Super-Jahr für Fans von Blue Öyster Cult, denn die brachten damals ihre erste Studio-Scheibe nach unendlich langen Jahren der Funkstille heraus. Und wer gedacht hatte, da würden abgehalfterte Rockstars mit einer lauen CD einfach nur noch mal ein paar Dollars einsacken wollen, der musste ganz schnell einsehen, das dem nicht so war.
'Heaven forbid' ist eine typische BÖC-Platte. Harte Gitarren-Rocker wie 'See you in black', 'Hammer back' oder 'Still burnin'' treffen auf vielschichtig melodiöse Songs wie 'Harvest moon', 'Power underneath despair' oder 'Live for me', allesamt songwriterische Glanzstücke, wie sie wohl nur von Eric Bloom und Buck Dharma aus dem Ärmel geschüttelt werden können, die übrigens bei fast allen Titeln beim Komponieren von John Shirley unterstützt wurden, der auch auf dem letzten Album 'Curse of the hidden mirror' wieder tatkräftig mitwirkte. Mit 'In thee' ist noch eine akustische Live-Version des alten 'Mirrors'-Titels dabei.
Ich denke, niemand hätte der Band seinerzeit noch so einen Knaller zugetraut, lag doch die letzte reguläre Platten-Veröffentlichung schon über 12 Jahre zurück. Man kann irgendwie überhaupt keine Kritikpunkte ausmachen, ausser dass die Scheibe mit 45 Min. recht kurz geraten ist, aber seien wir doch mal ehrlich: Lieber 45 Minuten Vollbedienung als 70 Minuten mit einer grossen Portion Füllmaterial ...