Die in Turin arbeitende Englischlehrerin Philippa hat es satt immer nur zuzusehen, wie mehr und mehr Kinder ihrer Schule mit Drogen in Kontakt kommen. Sie weiß wer dahinter steckt, denn dieser Pate hat bereits ihren Mann auf dem Gewissen. Nachdem sie sich oft genug mit ihrem Wissen bei der Polizei gemeldet hat und nichts geschehen ist, beschließt sie zur Selbstjustiz zu greifen und bastelt eine Bombe.
Der Zuschauer glaubt gerne, dass Philippa nur Gutes im Sinn hatte und sieht, wie sie unschuldige Opfer ihres Attentats vermeiden will. Doch das gelingt nicht. Statt des Paten sterben zwei kleine Kinder, deren Vater und eine Putzfrau.
Beim ersten Verhör verliebt sich ein junger Polizist, der ganz zufällig Filippo heißt und auch noch an Philippas Geburtstag das Licht der Welt erblickte, in die Attentäterin. Was danach geschieht ist zwar möglich, aber doch ziemlich unwahrscheinlich. Dass der plötzlich unsterblich Verliebte seine Zukunft wegwirft, kann man ja vielleicht noch akzeptieren, aber dass dessen Vater, der selbst ein hoher Polizeibeamter ist, sich in dieses Abenteuer unterstützend einlässt, nachdem er beiden den Liebesschwur abnahm, ist dann doch etwas zu viel des Guten.
Ich musste mich nach dem etwas abrupten Ende dieses Films erst einmal etwas sammeln, weil der Streifen doch reichlich verwirrend ist.
Vielleicht wollte der leider zu früh verstorbene Drehbuchautor in den beiden geplanten Fortsetzungen die Ereignisse aus einer anderen Perspektive zeigen, denn diese Filme sollten "Hölle" und "Fegefeuer" heißen.
Für die Mutter der beiden getöteten Kinder, die auch noch ihren Mann durch Philippa verlor, sieht die Sache nämlich ganz anders aus. Warum vergessen wir eigentlich, wenn wir die ergreifende Liebe zwischen den Philippa und Filippo sehen, die schrecklichen Folgen dieses Attentats? Und sind wir plötzlich Anhänger der Selbstjustiz, wenn es sich um Drogenbosse handelt?
Fazit.
Der Film erzählt eine merkwürdige Liebesgeschichte so ergreifend, dass man fast vergisst, was hier eigentlich wirklich geschehen sein soll. Wenn man etwas aus diesem Film lernen kann, dann, dass wir über unsere Emotionen leicht manipulierbar sind oder, dass wir bei jeder Geschichte auch einmal die Perspektive wechseln sollten. Wären wir nämlich mit den Getöteten verwandt, dann sähe die Sache plötzlich ganz anders aus. Oder?