>Heat Guy J< ist eine 2002 in Japan produzierte Cyberpunk Science-Fiction Serie, die aus 26 Episoden besteht und in Deutschland vermutlich auf sechs DVDs erscheint (Ich bin mir nicht sicher ob es vielleicht doch sieben DVDs sind, da bislang nur die ersten vier erschienen sind).
Meine Bewertung behandelt die komplette Serie (Ohne was von der Handlung zu verraten, was bei einigen Rezensenten nicht selbstverständlich ist).
Ich besitze die >Heat Guy J complete series< Version aus England, welche aus sechs DVDs besteht und deutlich günstiger zu haben ist, als die deutschen Einzel-Dvds. Die englische Box empfehle ich allen, die bei der Serie auf deutschen Ton verzichten können.
Es gibt auch einen Manga in englischer Sprache, der auf der Serie basiert.
Wir befinden uns in dem utopischen Staadtstaat Judoh. Der Androide J wurde von der Regierung als Spezialagent zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens erschaffen.
Während er eine individuelle künstliche Intelligenz und ein menschliches Äußeres besitzt, verschwindet diese Illusion in Wolken sengenden Dampfes, wenn er kämpft.
Zusammen mit seinem menschlichen Kollegen Daisuke gehört der in der Unterwelt berüchtigte J einer kleinen Spezialeinheit an, die den kriminellen Oberhäuptern der Stadt das fürchten lehrt.
Der Vampir, Mafiosi und Kopf der mächtigsten Verbrecherorganisation Judohs, verstirbt. Während der halbwahnsinnige Claire die Rolle seines Vaters mit unkonventionellen Mitteln übernimmt, leitet dieser Umbruch eine Welle von Vorgängen in die Wege, die den Stadtstaat entscheidend verändern werden.
>Heat Guy J< vereint Elemente von Cyberpunk Science-Fiction, einer modernen Poizeiserie, starken Charaktere und dramatischen Geschichten in einer Welt, deren Konflikte die utopische Fassade in einen Ausbruch der Gewalt zu stürzen droht.
Optisch ist deutlich zu sehen, dass den Produzenten ein nicht zu kleines Budget zur Verfügung gestanden haben muss, denn >Heat Guy J< wurde mit satten Farben, eleganten Zeichnungen, geschmeidigen Bewegungen, detaillierten Hintergründen und CGI-Elementen bildgewaltig inszeniert.
Während des Vorspanns ertönt der rockige Ohrwurm >Face< und im Abspann wird das Ohr von einer schönen Ballade verwöhnt.
Es gibt nur eine kleine negative Bemerkung, die nicht weiter ins Gewicht fallen soll: In einigen Szenen gibt es eine spannende Auseinandersetzung zwischen Daisuke und einem Kriminellen, die plötzlich durch J unterbrochen wird, der die Schüsse seiner Feinde an sich abprallen lässt und die bösen Buben mit links plättet.
Glaubwürdig? Nö. Ist allerdings auch egal oder kennt jemand eine Serie ohne Logikfehler?
Die Serie erweckt zunächst den Eindruck, aus unzusammenhängenden Episoden zu bestehen aber spätestens nach der Hälfte wird deutlich, wie raffiniert die Drehbuchautoren alles miteinander verknüpft haben.
Bereits ab der ersten Folge beginnt eine abwechslungsreiche Geschichte, die uns die ganze Serie durch mit überraschenden Wendungen und abwechslungsreichen Einfällen begeistert. Teilweise hat man Déjà-vu-Erlebnisse und dem Zuschauer wird nicht sofort alles erklärt, sodass man auch mitdenken muss.
Es werden glaubwürdige und facettenreich dargestellte Charaktere geboten, die sich weiterentwickeln und an deren Schicksal man gerne Anteil hat, wobei auch die Bösewichte beim Zuschauer Sympathien entwickeln können, da sie gute Gründe für ihr Handeln haben.
Ich bin froh, dass >Heat Guy J< Anspruch hat und die erzählerische Qualität ein gutes Niveau hält, denn das gibt es bei Anime nicht oft.
Zur deutschen Vertonung kann ich nichts sagen, da ich diese nicht kenne, allerdings ist die englische Synchronisation wirklich gut und der Originalton sowieso das Nonplusultra, schließlich geben die Japaner sich bei Anime immer viel Mühe.
>Heat Guy J< gehört definitiv zu den Highlights der aktuellen Anime und sollte in keiner Sammlung fehlen.