1984 waren die 5 Bostoner ohnehin schon DIE Vorzeige New Wave Pop Band der Amerikaner, die seit ihrer Debutplatte fast durchgängig Hits in de US Charts platzierten und auch in Europa lief's nicht schlecht. ,Heartbeat City' aber setzte ihrer Karriere dann die Krone auf mit gleich 4 US Top 20 Hits. Nun sagen Chartplatzierungen sicherlich rein gar nichts über die Qualität der Musik aus, aber in diesem speziellen Fall müßte man sogar von ,verdient' sprechen.
Das Erstaunlichste an dieser Platte ist zweifellos, daß Sie trotz ihres Sounds so gut ist. Man hört hier eigentlich alles was an den 80er Jahren zu recht hassenswert war - digitale Synthesizer, Simmons drums, elektronische Effekte und unterkühlte Arrangements - und trotzdem geht sich das hier auf unerklärliche Weise aus. Vielleicht ist es Ocasek's Stimme, vielleicht die - wahrscheinlich eh künstlich harmoniserten - background vocals, oder einfach nur, die dann doch wieder ,echten' Gitarren und Basspuren, aber diesem Album, kann man trotz des soundgewands nicht böse sein, und - gerade heute - nicht einmal als veraltet anmutend, bezeichnen.
Eigenltich würde man diese Platte nur allzugern hassen, aber letztendlich sind es halt doch immer die songs die zählen, und die sind hier, für den Bezugsrahmen Pop, sehr sehr gut. Selbst wenn man nicht leugnen kann, daß sich ,Hello Again' wegen seines Synthriffs so ins Ohr hämmert, oder Drive sich über die breitflächigen Keyboardlayer so geschmeidig über die Hintertür reinschleicht, daß man es möglicherweise gar nicht mitkriegt - eine so starke Songstrecke wie die von Titel Nr. 1 - 6 dieses Albums, muß man erst mal hinbekommen.
Gar nicht auszudenken wie man dieses Album lieben würde, wenn es auch noch mit wirklich zeitloser Instrumentierung ausgestattet wäre. Aber wie auch immer: ,Heartbeat City' ist eines (wenn nicht DAS) der perfektesten Synthie-Pop Alben, das je aufgenommen wurde, und da muß man dann - schweren Herzens - 5 Sterne geben.